Klötze  l Den Nachmittag hat sich die Frau sicher anders vorgestellt. Bei schönstem Herbstwetter ist sie im Wald unterwegs, hält Ausschau nach Pilzen und sieht unter Laub und Tannnadeln menschliche Knochen. Bei der Polizei gibt sie an, ein Skelett gefunden zu haben. Tatsächlich liegt im Wald bei Klötze unweit der Orchideenwiese eine Leiche. Sie ist bereist stark verwest und von Tierfraßspuren übersät, wie Kriminalhauptkomissar Heiko Timme auf Anfrage der Volksstimme erklärt. Er geht davon aus, dass sie bereits seit Monaten dort liegt. Genau kann dies aber nur eine gerichtsmediznische Untersuchung klären.

 

Wie aus Krimis bekannt sind auch Gerichtsmediziner vor Ort und nehmen erste Einschätzungen vor. Sie gehen davon aus, dass die Person keinem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Das Institut für Rechtsmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird den Leichnam obduzieren, unter anderem werden Gewebeproben zur Feststellung der Identität untersucht. Darauf stützen sich die weiteren Ermittlungen der Polizei, wie Timme erklärt. Ein Gewaltverbrechen könne nach ersten Erkenntnissen ausgeschlossen werden.

Dokumente und persönliche Gegenstände sind bei dem toten Körper gefunden worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit geben sie Auskunft über die Identität. Offiziell handelt es sich noch um eine unbekannte Leiche, wie Timme betont. „Alles andere sind Spekulationen", sagt er. Denn es bestehe die – wenn auch sehr unwahrscheinliche – Möglichkeit, dass jemand die Papiere bei der Leiche abgelegt hat. Auch in diesem Punkt müssen die Ergebnisse aus der Rechtsmedizin abgewartet werden.

Ein Vermisstenfall, der auf den Leichenfund passen würde, liegt der Polizei nicht vor. Augenscheinlich hat der Mensch, der da vermutlich schon vor längerer Zeit im Wald bei Klötze ums Leben gekommen ist, niemandem gefehlt, keiner hat nach ihm gesucht oder sein Verschwinden bei der Polizei gemeldet.