Volksstimme: Herr Bartels, zu Beginn Ihrer Amtszeit vor rund einem Jahr setzten Sie sich Ziele, legten die Prioritäten in der Kommunalpolitik fest. Was konnten Sie bisher davon umsetzen?

Uwe Bartels: Ich hatte mir besonders die Verbesserung der Situation in den Kitas auf die Fahnen geschrieben. Da war der Bau eines Parkplatzes vor der Kita in Lockstedt ein guter Einstieg. Das war übrigens ein Vorschlag der Kita-Mitarbeiter, weil die Fläche eigentlich umgestaltet werden sollte. Die ersten Wochen meiner Amtszeit hatte ich dann dafür genutzt, um mir ein Bild von allen Kitas zu machen. Ende Februar war ich damit durch.

Welche Kita stand danach auf der Agenda?

Die Arbeiten am Klötzer Spatzennest und auf der Freifläche waren bereits von meinem Vorgänger angeschoben worden. Das haben wir fortgeführt. Den größten Bedarf sehe ich jetzt bei der Kita in Kusey. Dafür haben wir uns entschieden, weil die Bausubstanz des Gebäudes am Ende ist und die Kinderzahl auf 70 anstieg. Standort der neuen Kita wird der jetzige Spielplatz hinter der Grundschule sein. Der Spielplatz wird dafür Richtung Straße verlegt. Ein Vorteil des Grundstücks ist, dass sich die Sporthalle nebenan befindet und kein neuer Turnraum mitgebaut werden muss. Ähnlich prekär ist die Situation der Kita in Schwiesau. Auch dort soll neu gebaut werden, allerdings auf dem bisherigen Grundstück in Modulbauweise mit Containern.

Schulstandorte gesichert

In Kunrau sind die Arbeiten in vollem Gange. Wie ist der Stand dort?

In Kunrau sind wir beim Umbau. Der ehemalige Turnraum ist jetzt ein Gruppenraum, im alten Büro ist jetzt ein Schlafraum untergebracht. Damit haben wir eine schnelle Übergangslösung hinbekommen. 2018 soll dort noch ein zweiter Fluchtweg über eine Außentreppe angelegt werden, der auf einer neuen Terrasse enden wird. Fast abgeschlossen sind die Arbeiten übrigens in der Immekather Kita. Dort hat es einen Wasserschaden gegeben. Zwei Lagerräume sind ertüchtigt worden, neue Türen und eine neue Elektrik wurden eingebaut, zudem erfolgten Malerarbeiten und es gab einen neuen Fußboden. In Jahrstedt sind die Möglichkeiten an der Kita fast ausgereizt. Wir können aber noch über einen Anbau nachdenken oder Module. 2018 wird aber Kusey die Großbaustelle.

Getan hat sich auch an den Grundschulen einiges.

Ja, wir mussten Brandschutztüren einbauen. Das war sehr kostenintensiv. Aber das wichtigste ist: Die Schulstandorte sind gesichert, wir hatten viele Geburten in diesem Jahr.

Viele Babys, junge Familien – hat die Stadt genügend Bauplätze im Angebot?

Wir bieten Grundstücke für Eigenheimbauer zum Beispiel in der Salzwedeler Straße in Klötze an, in Immekath an der Straße Richtung Klötze sowie in Kunrau auf dem Schlossplatz (dort ist die Klärung der Grundstücksfragen in der Endphase). In Böckwitz in Richtung Steimke sind in diesem Jahr viele Grundstücke bebaut worden, dort ist nur noch eins frei.

Zum Tafelsilber der Stadt gehören die Dorfgemeinschaftshäuser. Wie sieht es damit aus?

Bei den Dorfgemeinschaftshäusern können wir auf guten Vorleistungen aufbauen. Baulich bleibt wenig zu tun. In Ristedt erfolgte die Trockenlegung per Injektion ins Mauerwerk. Dafür habe ich das Okay vom Ortschaftsrat eingeholt. Am DGH in Dönitz ist der Giebel vor Spritzwasser geschützt worden. Das habe ich selber in die Hand genommen, damit es dort vorwärts geht. In dem Ort gibt es keinen Abwasserkanal, deshalb soll eine Rinne angelegt werden, die das Regenwasser ableitet. Im Kunrauer Schloss sollen noch die Sanitäranlagen saniert werden.

Beim Brandschutz steht die Stadt ohne Wenn und Aber in der Pflicht. Wie ist der Stand?

In diesem Jahr konnten wir der Wenzer Feuerwehr ein neues Fahrzeug übergeben. Jetzt steht der Kauf eines Rüstwagens für die Klötzer Ortsfeuerwehr auf dem Plan und der Kauf eines Tanklöschfahrzeugs, ähnlich dem Wenzer, für die Immekather Wehr. Beide Fahrzeuge sollen 2019 da sein. Außerdem muss regelmäßig die Grundausstattung verbessert werden, um die Auflagen des Landes zu erfüllen. 1,1 Millionen Euro standen dafür in diesem Jahr im Haushaltsplan, 2018 werden es zirka 900.000 Euro sein. Außerdem muss die Feuerwehrsatzung der Stadt angepasst werden, damit beispielsweise die Lockstedter Feuerwehr eine Planstelle für einen Gruppenführer bekommt.

Die Transparenz der Arbeit im Rathaus erhöhen und die Reaktionszeit auf Anliegen der Bürger verkürzen, das waren weitere Ihrer Ziele. Doch immer wieder ist zu hören, dass es keine oder sehr späte Antworten gibt. Wie ist Ihr Eindruck?

Ich dringe darauf, dass Schadensmeldungen sehr schnell beantwortet werden. Der Bürger muss mitbekommen, dass sein Anliegen schnell erledigt wird. Von einigen Betroffenen gab es sogar Dank deswegen. Doch es klappt nicht immer. Die Bürger müssen manchmal auch verstehen, dass es billiger ist, einmal sechs Straßenlampen zu reparieren als zweimal drei Lampen. Das kann aber dann etwas länger dauern.

Wie wird das Internetportal der Stadt dafür genutzt?

Gut, ich bekomme die Meldungen immer mit auf den Tisch. Vieles, was in den Einwohnerfragestunden der Ortschaftsräte angesprochen wird, sind Schadensmeldungen. Würden die Dinge im Internet eingetragen werden, könnten wir in den Sitzungen Zeit sparen.

Den Einwohnern liegen besonders auch die Trauerhallen am Herzen. Gibt es darunter bauliche Sorgenkinder?

Nein. In Neuferchau haben wir die Trauerhalle saniert und die Regenableitung gemacht. Insgesamt sind nur noch kleinere Reparaturen an Dachkästen und Ähnliches nötig. Auch damit geht es 2018 weiter.

Welche Vorhaben werden im nächsten Jahr außerdem noch realisiert?

Der Gehwegbau wird forciert. In Angriff genommen wird der Anbau für die Kraftsportler an der Zinnberghalle. Dafür bereiten uns schon viele Auflagen Kopfzerbrechen. Begonnen wird mit dem Umgestalten des Tiergeheges. Dafür ist ein gutes Konzept von der Arbeitsgruppe vorgelegt worden. Junge Familien sollen sich dort erholen können. Ideen habe ich viele.

Welche zum Beispiel?

Das Freibad Kunrau ertüchtigen im Rahmen des Leader-Konzeptes. Es sieht gut aus mit den Fördermitteln dafür. Auch das Klötzer Waldbad will ich nicht hängen lassen. Die Modernisierung an und in den Kitas soll fortgesetzt werden. Und die Zusammenarbeit mit den Ortschaftsräten will ich verbessern, mehr Transparenz, Absprachen verbessern. Potenzial ist vorhanden.

Hat das Bürgermeisteramt Ihr Privatleben verändert?

Es ist weniger Zeit für Familie und Freunde. Das war mir vorher bewusst. Alles ist eingetroffen, wie ich es mir vorgestellt hatte. In Familie und Freundeskreis habe ich aber den erforderlichen Rückhalt.

Was ist Ihnen als Bürgermeister im ersten Jahr positiv aufgefallen, was negativ?

Gut ist, dass ich noch immer mit meinem Amtsvorgänger Matthias Mann klarkomme, von vielen Klötzern und den Neuferchauern, wo ich noch Ortsbürgermeister bin, gut aufgenommen wurde. Wir wollen schließlich gemeinsam was bewegen. Gut ist auch, dass wir den VfB Klötze am Laufen halten konnten sowie der Zuspruch junger Eltern und älterer Menschen. Negativ ist, dass vieles viel zu lange dauert, was ohne Bürokratie leichter geregelt werden könnte. Dafür bin ich zu ungeduldig.