Musiksommer

Jeanine Vahldiek Band versprüht in Immekath gute Laune im Doppelpack

Es war die unbeschwerte Leichtigkeit des Seins, die Jeanine Vahldiek und Steffan Haß am Sonntag in die Immekather Kirche transportierten. Und vor allem sorgte die Band für gute Laune.

Von Markus Schulze 09.08.2021, 21:00
Steffen Haß und Jeanine Vahldiek sorgten am Sonntagnachmittag beim zweiten Konzert des Musiksommers in der Immekather Kirche  für gute Laune. Mit Instrumenten wie Harfe und Ukulele, dazu Gesang, Humor und Unbeschwertheit rissen sie das Publikum mit.
Steffen Haß und Jeanine Vahldiek sorgten am Sonntagnachmittag beim zweiten Konzert des Musiksommers in der Immekather Kirche für gute Laune. Mit Instrumenten wie Harfe und Ukulele, dazu Gesang, Humor und Unbeschwertheit rissen sie das Publikum mit. Foto: Markus Schulze

Immekath - Es ist nicht bekannt, wie viele Besucher am Sonntagnachmittag schlecht gelaunt zum zweiten Konzert des Musiksommers in die Immekather Kirche gekommen sind. Sehr wohl ist aber bekannt, wie viele nach dem Konzert gut gelaunt den Heimweg antraten, nämlich alle. Zwei Stunden genügten, um aus den größten Miesepetern die größten Frohnaturen werden zu lassen. Verantwortlich dafür war Jeanine Vahldiek, die ihre komplette Band mitgebracht hatte. Die besteht aus ihr und Steffen Haß.

Mitgebracht hatten die beiden Vorharzer nicht nur sich selbst, sondern vor allem gute Laune. Logisch, das Duo ist auf seiner Gute-Laune-Tour. Und zwar aus einem einfachen Grund: „Gute Laune macht mehr Spaß als schlechte Laune“, betonte Jeanine Vahldiek.

Der Wille, gute Laune verbreiten zu wollen, ist das eine; es tatsächlich zu tun, das andere. Doch das gelang der Band, die zum Publikum von Anfang an ein „Magisches Band“ aufbaute und zum „Campen mit Carry“ mitnahm. Mit eingängigen Melodien und poetischen Texten, mal auf Englisch, mal auf Deutsch. Mit Ukulele, Hawaii-Gitarre, Harfe und verschiedensten Percussion-Instrumenten. Und dazu mit Elementen aus Reggae, Pop und Jazz.

Lieder machen Spaß

Die Lieder machten Spaß – und machten Sinn. „Prima“, dass Jeanine Vahldiek, die „Probleme der Welt“ nicht verhehlte, die „Prinzipien der Wahrheit“ erkannte und mit ganz viel Humor von ihrem eigenen Leben berichtete. Acht Jahre lang lebte die 42-Jährige in Australien, außerdem in China, dann noch bei Emma auf dem Balkon, bei Rowina in der Garage und sogar in einer Männer-WG, wobei sich einer der Herren allen Ernstes für einen Nachfahren von Napoleon hielt.

2009 gründete die Spandauerin dann mit Steffen Haß (53), der sich immer an die Nase fasst, wenn sie zu schnell spricht, eine Band. Der Trommler war, was ihr noch fehlte. 2019 haben sie ihr fünftes Album herausgebracht, das sich nicht nur im „Spring“, dem Frühling, gut hören lässt.

„Kitschig wunderbar“ auch, dass Jeanine Vahldiek barfuß auftrat und sich mit Steffen Haß darüber einig ist, einen Euro pro verkaufter CD an ein Projekt auf den Kapverden zu spenden, wo die Menschen arm, aber fröhlich sind. „Manchmal“, so sagte Jeanine Vahldiek, ist es eine Herausforderung, fröhlich zu bleiben, wenn man sieht, was sich die Menschen gegenseitig antun.“

Doch Missmut ließ die Band nicht aufkommen. Sicher, es gab melancholische Momente, vor allem aber gute Unterhaltung. Nachdem sie wegen Corona monatelang nur auf der Couch sitzen konnten, „sind wir froh, endlich wieder auf der Bühne zu stehen“, erzählte Jeanine Vahldiek und machte deutlich, dass ihr nicht nur das Musizieren Spaß macht, sondern auch die Interaktion mit dem Publikum. Mit dem war sie auch gleich per Du, „weil ich nur Leute sieze, die ich nicht mag“.

Selbstverständlich durfte die Band nicht ohne Zugabe gehen. „Wir haben heute für die Seele gespielt“, bilanzierte Jeanine Vahldiek, die ebenso gut gelaunt war wie alle anderen. „Immekath tobt“, stellte Steffen Haß zufrieden fest. „Genial.“

Schon vor der Zugabe gab es von den Zuhörern stehende Ovationen.
Schon vor der Zugabe gab es von den Zuhörern stehende Ovationen.
Foto: Markus Schulze