Klötze l Die Evangelische Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze hat am Sonnabend ihr 25-jähriges Bestehen begangen. Die Einrichtung war am 23. April 1994 gegründet worden und befindet sich in Trägerschaft des Evangelischen Kirchengemeindeverbandes Klötze. Das Haus steht jedem offen und ist ein Treffpunkt für alle Generationen.

Eröffnet wurde die Feier mit einem Gottesdienst in der St. Ägidiuskirche. Pfarrer in Ruhe Klaus Pacholik erschien als Postbote und überbrachte eine silberne 25, dargestellt als Puzzle und von Kindern mit Begriffen wie Freude, Liebe und Rücksicht gestaltet. Pfarrer Michael Nolte sprach über den Frieden, es wurde gesungen, und die Gottesdienstbesucher erhielten eine silberne Schleife in Form einer 25.

Anschließend ging es hinüber in die EFA. Redner überbrachten Glückwünsche. Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels sagte: „Was ihr macht, kann man gar nicht genug würdigen“ und sei der Stadt ein Ansporn, um finanzielle Unterstützung zu leisten.

Ein Grund, in Klötze zu wohnen

Jugendamtsleiterin Jutta Peissig betonte, dass die Familie die Keimzelle der Gesellschaft sei. In der EFA gebe es ein vielfältiges Programm für Besucher von 0 bis 100 Jahren. Klar, dafür sei Geld nötig. „Das ist aber nichts wert, wenn nicht Menschen dahinterstehen, die das umsetzen.“ Eine Zusammenarbeit, so kündigte Peissig an, werde es demnächst im Bereich der Mütterberatung geben.

Auch Klaus Roes, Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Familie Sachsen-Anhalt (eaf), in der die EFA seit 2007 Mitglied ist, hob das breit gefächerte Angebot in der Einrichtung hervor. „Für jeden ist was dabei.“ Außerdem ging Roes auf den demografischen Wandel ein und darauf, dass der ländliche Raum vom Einwohnerschwund besonders betroffen sei. Um diesen Trend aufzuhalten, sei es wichtig, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten beziehungsweise zu verbessern. „Zu wissen, dass es die EFA gibt, mag für manche Familie ein Standortfaktor gewesen sein, um in Klötze zu leben“, meinte Roes und wünschte der EFA für die Zukunft alles Gute.

Dem schloss sich Inge Schnöckel, leitende Sozialpädagogin des Familienhofes in Salzwedel, an. Sie bedankte sich bei der EFA für die Partnerschaft, den Austausch von Ideen und das gegenseitige Mutmachen in schwierigen Zeiten.

Das Miteinander betont

Alle Redner und Gäste hoben speziell das Engagement von Thekla Putzke hervor, die die EFA von 1996 bis 2018 geleitet hatte. Ihre Nachfolgerin, Antje Kampe, informierte, dass die Besucherzahl in der EFA von 2500 im Jahr 1997 auf zuletzt 8600 gestiegen sei und dass Thekla Putzke von 2001 bis 2018 insgesamt 2328 PEKiP-Kurse geleitet habe. Maskottchen dieser Kurse war die Puppe „Franz“, die Putzke geschenkt bekam. „Du hast das Haus zu dem gemacht, was es heute ist. Es wird immer deine Handschrift tragen“, lobte Kampe.

Putzke gab den Dank und die Komplimente gleich wieder an alle Wegbegleiter zurück. Namentlich erwähnte sie Renate Schulze und Renate Reisener, die ihr vor allem in der Anfangszeit zur Seite gestanden hätten. „Alles, was wir hier erreicht haben, ging nur mitein­ander“, betonte Putzke.

Nicht verhehlt wurde, dass die EFA 2012 fast vor dem Aus stand, weil Fördergelder vom Land auszubleiben drohten. Die EFA sammelte damals etwa 1000 Unterschriften. „Das war beeindruckend und eine Wertschätzung unserer Arbeit“ erinnerte sich Putzke.

Präsente gab es zuhauf. Unter anderem überreichte Hartmut Förster aus Lüdelsen etliche Fotos, die er 1994 bei der EFA-Eröffnung gemacht hatte. Antje Kampe bedankte sich bei allen Helfern und Sponsoren.

Im weiteren Verlauf des Tages gab es Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, frischen Kuchen aus dem Backofen sowie ein buntes Rahmenprogramm mit zahlreichen Akteuren.