Klötze l Die Klötzer Jagdhornbläser haben Geschichte mitgeschrieben. Vor 50 Jahren gegründet, gaben sie seither bei vielen Ereignissen den Ton an. Alfred Lehr baute die Gruppe in den Jahren 1965 bis 1967 auf (Volksstimme berichtete). „Zu den Gründungsmitgliedern zählen Hermann Busse und Gerd König“, berichten Dietrich Raapke, der als eine Art Verantwortlicher der Gruppe den Hut aufhat, und Jörg Stelling. Mehrere Aktenordner voller Fotos, Zeitungsbeiträge und anderen Zeitzeugnissen haben sie mitgebracht.

Die Klötzer Bläser sind nicht nur bei jagdlichen Veranstaltungen zu hören, sondern auch bei Festen der Schützenvereine und Volksfesten. Im Lauf der Jahre intensivieren sie die Zusammenarbeit mit anderen Jagdhornbläser-Gruppen und Chören sowie die Auftritte in Altersheimen, Krankenhäusern, auf Burgen, Schlössern und anderswo.

Alle zehn Jahre ein Umschwung

„Mindestens 35 Auftritte haben wir pro Jahr, in einigen Jahren sogar über 40“, sagt Jörg Stelling. Nicht zu vergessen die zahlreichen Probenabende immer mittwochs in der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA). Und da liegt ein Problem, mit dem viele Vereine zu kämpfen haben: Es fehlt der Nachwuchs, weil Freizeit immer kostbarer wird. „Beruf, vielleicht auch Schichtarbeit, Familie und die Bläsergruppe unter einen Hut zu bringen, ist die allgemeine Schwierigkeit“, erläutert Dietrich Raapke. Deshalb gebe es etwa alle zehn Jahre einen personellen Umschwung in der Gruppe.

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Doch warum nehmen die Bläser all diese Mühen auf sich? Weil es ihnen Spaß macht und weil sie „jagdliches Brauchtum pflegen wollen“, wie Raapke und Stelling betonen.

Letzterer gehört übrigens zusammen mit Dr. Alfred Lehr zu den Dienstältesten bei den Bläsern. Jörg Stelling fing 1986 in der Jugendgruppe, einer Arbeitsgemeinschaft an der damaligen Karl-Liebknecht-Schule, beim „Doktor“ an, wie sie ihren Ehrenvorsitzenden liebevoll nennen.

Die Jagdhörner gehören übrigens zum großen Teil der Gruppe, einige sind im Privatbesitz. „Ein Horn ohne Ventil kostet rund 230 Euro, eines mit etwa 1200 Euro“, verrät Jörg Stelling. Zudem sind Leihhörner für Anfänger vorhanden.

Gesucht werden übrigens nicht nur weitere Bläser, sondern auch Sponsoren, denn es muss immer mal etwas gekauft werden. Wie die neuen Westen, in denen sich die Bläser am Tag des Waldes, ihrem Jubiläum, präsentieren möchten.

90 Lieder, Signale und kirchliche Lieder gehören zum Repertoire. Um auch jüngeres Publikum zu erreichen, werden neue Stücke einstudiert. Doch eines ist für Dietrich Raapke klar: „Aus einer Jagdhornbläser-Gruppe wird keine Big Band.“