Klötze l Zwar fehlt noch die Berufungsurkunde, aber de facto ist Tim Wesemeyer der neue Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Klötze. Er verfügt mittlerweile über alle nötigen Qualifikationen, hat Zeit und vor allem auch Lust dazu. Dem 22-Jährigen zur Seite stehen als Betreuer Florian Paul (25) und Robert Gawantka (26). Gemeinsam will das Trio die 2013 mangels Beteiligung aufgelöste Jugendfeuerwehr neu aus der Taufe heben. Darüber herrscht in der ganzen Truppe durchweg Einigkeit. Schließlich, so meint Tim Wesemeyer, müsse frühzeitig Nachwuchs herangezogen werden, auch wenn die Klötzer Feuerwehr mit einem Altersdurchschnitt von Mitte 30 noch ziemlich jung sei. „Aber man kann sich gar nicht früh genug um die nachfolgenden Generationen kümmern“, betont Florian Paul. Wünschenswert wäre es, jedes Jahr zwei bis drei Leute in den aktiven Bereich zu führen. Auch, um die Tageseinsatzbereitschaft, um die es wegen der beruflichen Pflichten der Kameraden nicht zum Besten bestellt sei, zu verbessern. Und natürlich stünde es gerade einem so großen Ort wie Klötze gut zu Gesicht, eine Jugendfeuerwehr zu haben.

Bis kurz vor 10 Uhr war niemand zu sehen

Allein, wenn das alles nur so einfach wäre. Nicht, dass es am Engagement von Wesemeyer, Paul und Gawantka mangeln würde – ganz im Gegenteil – aber offensichtlich fehlt das Interesse. So hatten die drei jungen Männer am Sonnabend zu einer Info-Veranstaltung in das Gerätehaus an der Gardelegener Straße 35 eingeladen. In der Zeit von 9 bis 12 Uhr wollten sie Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren den Stützpunkt zeigen, einen kleinen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr geben und Fragen beantworten. Auch die Eltern waren herzlich willkommen. Doch es kam niemand. Zumindest bis kurz vor 10 Uhr blieben Wesemeyer, Paul und Gawantka unter sich. Fraglich, ob danach noch jemand erschien. Der Jugendwart und seine Kollegen wirkten ratlos und auch ein bisschen frustriert. Schließlich hatten sie sich riesig auf die Veranstaltung gefreut. Fragen kamen auf: War es der falsche Termin? Sind alle Klötzer im Urlaub? Oder im Schwimmbad? Wohl kaum.

Doch Wesemeyer, Paul und Gawantka wollen sich von diesem Misserfolg nicht entmutigen lassen und halten daran fest, ab dem 12. August regelmäßige Dienste für die Jugendfeuerwehr anzubieten. Ziel soll es sein, am 12. September, beim nächsten Tag der offenen Tür im Gerätehaus, bereits die ersten neuen Mitglieder vorstellen zu können.

Es gibt viele Gründe, um einzutreten

Gründe, in die Feuerwehr einzutreten, gebe es nach Ansicht von Wesemeyer, Paul und Gawantka reichlich. „Das fängt bei der Kameradschaft an, geht weiter über die Nutzung von richtig interessanter Technik und gipfelt darin, dass man Menschen in Not helfen darf“, zählt Paul auf. Wesemeyer sieht es genauso. Er sagt: „Ich habe bei der Feuerwehr nicht nur Freunde gefunden, sondern lerne auch fürs Leben. Da ist unheimlich viel, was mir auch im Alltag nützt.“

Das häufig verwendete Argument, dass Kinder lieber Fußball spielen als zur Feuerwehr zu gehen, können Wesemeyer und Co nicht ganz nachvollziehen. „Das muss sich ja nicht gegenseitig ausschließen. Wir würden die Dienste auch so legen, dass den Kindern trotzdem Zeit für ihre anderen Hobbys bleibt“, verspricht der Jugendwart.

Hinzu käme, dass die Mitgliedschaft in einer Jugendfeuerwehr – anders als bei Sportvereinen – umsonst sei. „Höchstens, wenn wir einen Ausflug machen oder ins Zeltlager fahren, kann es sein, dass ein kleiner Obolus entrichtet werden muss“, erklärt Wesemeyer, der bereits im Alter von zwölf Jahren der Klötzer Feuerwehr beigetreten war und ihr bis heute die Treue hält. Aus voller Überzeugung. Darum will er gemeinsam mit Florian Paul und Robert Gawantka weiter für die Gründung einer Jugendwehr kämpfen.

Wer sich angesprochen fühlt, kann gerne mal im Gerätehaus vorbeischauen.