Schwiesau l Kirchengemeinderatsvorsitzender Günter Preetz stieg gestern persönlich mit seinen 82 Jahren auf den eingerüsteten Glockenturm des Gotteshaus und schaute zu, wie die beiden Dachdecker die historischen Gegenstände montierten. Dazu gingen die beiden Kalbenser Dachdecker Eckehard Luther und Ronald Herbst mit Günter Preetz auf den Kirchturm und bauten rechts und links jeweils ein Exemplar an. „Die beiden Wetterfahnen wurden von einer Gardelegener Firma überarbeitet. Dabei tauschten sie das bisherige Stahlblech der zwei Wetterfahnen gegen Kupfer aus“, informierte der Kalbenser Dachdeckermeister Manfred Jäger. Wie er weiter sagte, müssen die Schwiesauer Einwohner gegen 1900, um diesen Zeitraum wurden die beiden Wetterfahnen vermutlich angebracht, nicht so viel Geld zur Verfügung gehabt haben, weil die beiden Metallfahnen aus Stahlblech angefertigt wurden. Doch das ist längst Vergangenheit, denn „die beiden überarbeiteten Kupferwetterfahnen werden mehr als 100 Jahre halten“, da ist sich der Kalbenser Dachdeckmeister sicher.

Turm 1954 das letzte Mal mit Zement verputzt

Doch nicht nur zwei neue Metallfahnen waren Bestandteil der Sanierung des Turmes. Auch das Dach wurde komplett erneuert. Wie der zuständige Baupfleger im kirchlichen Verwaltungsamt Salzwedel, Rainer Wellkisch, auf Nachfrage informierte, wurden die Steine im Turm 1954 das letzte Mal mit Zementputz versehen, der im Laufe der Jahre so fest wurde, dass er riss und dann platzte. Dabei, so Wellkisch weiter, lief das Wasser bei Regen dann in die Fugen und in den Turm sowie in das Gotteshaus. „Aus diesem Grund mussten die alten Ziegelsteine gegen neue ausgetauscht werden“, teilte Rainer Wellkisch mit.

Zudem montierten die Handwerker an den beiden Seiten des Turmes zwei Millimeter starke Bleiplatten auf. „Damit ist das Dach wieder richtig dicht“, versicherte Manfred Jäger.Die Turmsanierung mit der Neuverfugung und der Dacheindeckung war der eine Teil der insgesamt etwa 80.000 Euro teuren, mehrwöchigen Sanierungsmaßnahme. Der zweite Abschnitt bestand aus der denkmalgerechten Verfugung des Kirchenschiffes mit den zwei Pfeilern am Gotteshaus. Dazu hatten die Mitarbeiter einer Magdeburger Fachfirma die alten Zementfugen schrittweise freigelegt und dann mit einer speziellen Mischung aus Zement und gelben, altmärkischem Kies neu verfugt. Damit ist das Schwiesauer Gotteshaus wieder vor Regen und der Witterung geschützt und besitzt auch eine neue Wetterfahne. Nicht nur zur Freude vom Kirchengemeinderatsvorsitzenden Günter Preetz, sondern auch den Schwiesauern.

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Die Kosten von etwa 80.000 Euro teilen sich der Kirchenkreis Salzwedel, die evangelische Kirche Mitteldeutschland sowie die Kirchengemeinde Schwiesau. Dazu spendeten auch die Einheimischen. Gut angelegtes Geld, damit das Gotteshaus im Klötzer Ortsteil auch in den kommenden Jahren zu verschiedenen Anlässen genutzt werden kann.