Klötze l Wunderschön ist es in der Parzelle von Gisela Sobolowski. Die Blumen blühen, der kleine Teich ist ein beliebter Treffpunkt für Frösche und besonders eindrucksvoll ist der prall gefüllte Kirschbaum mit etlichen reifen Früchten. „Schwarz wie Kaviar“, sagte die 82-Jährige vom Kleingartenverein Friedensberg in Klötze. Ihr Garten, an dem Laien sicher nichts auszusetzen haben, war am Sonnabendmorgen die erste Station von Klaus Lawnik, Heinz Herrmann, Arno Mau und Roland Schmidt.

Doch die vier Herren schauten genauer hin. Schließlich geht es um den Wettbewerb „Den besten Gärtnern auf der Spur“, einer Aktion der Volksstimme und dem Bezirksverband Altmark der Gartenfreunde, die in diesem Jahr zum 23. Mal stattfindet. Und dabei zählt eben nicht nur der erste optische Eindruck, sondern es gelten noch viele andere Kriterien. Neben der allgemeinen Sauberkeit und Ordnung geht es zum Beispiel darum, ob durch Nisthilfen etwas für den Naturschutz getan wird, ob das Vereinsleben durch Veranstaltungen gefördert wird, ob die Parzellen alle nummeriert sind und ob die klassische Dreiteilung (ein Teil Gemüseanbau, ein Teil Rasen und Obstbäume und ein Teil Blumen, Laube und Ziergarten) eingehalten wird.

Mehr Freiheiten, weniger Regeln

All das zu gewährleisten, sei gar nicht so einfach, hieß es vom Friedensberg-Vorstand, der sich eine Lockerung des Bundeskleingartengesetzes wünschen würde, um dem Leerstand zu begegen. „Bei uns sind das 18 Prozent. Wir hätten gerne junge Familien. Aber die wollen mehr Freiheiten und weniger Regeln“, erklärte Vorsitzender Frank Martin. Und: „Die Bedürfnisse haben sich geändert. Früher ging es auch darum, sich selbst zu versorgen. Heute geht es eher um die Erholung.“ Daher, so meinte Martin, müsste ein Weg gefunden werden, damit auch in Kleingärten der Spaßfaktor zum Tragen kommen könne, ohne dass dadurch der vom Staat gewollte Unterschied zum Hausgarten verwischt wird.

Der Kleingartenverein Friedensberg hat 87 Parzellen und 110 Mitglieder. Alles in allem zeigte sich die Bewertungskommission mit dem Erscheinungsbild einverstanden. Ein Kritikpunkt war der verbesserungswürdige Schnitt an Obstbäumen. „Da müsst ihr was machen“, empfahl Heinz Herrmann. Frank Martin gab ihm recht, verwies in diesem Zusammenhang aber auf den hohen Altersdurchschnitt im Verein.

Weitere Stationen der Prüfer waren im Anschluss die Klötzer Kleingartenvereine Eichengrund, Sonnenschein und Feierabend I.