Verkehrsunfälle zwischen Klötze und Kusey

8. Dezember 2018: Unfall mit einem leichtverletzten Fußgänger, der unter Alkoholeinfluss plötzlich auf die Fahrbahn vor einen Pkw sprang.

30. August 2019: Unfall mit zwei schwerverletzten Personen und einer leichtverletzen Person. Ein Pkw bog nach links in einen Weg ab. Ein Kradfahrer aus der Gegenrichtung überholte mit überhöhter Geschwindigkeit und stieß nach dem Wiedereinordnen mit dem abbiegenden Pkw zusammen.

29. November 2019: Unfall mit einer leichtverletzen Person: Ein Lkw verlor Ladung, beim entgegenkommenden Pkw wurde die Scheibe zerstört. Durch die Splitter der Scheibe wurde der Pkw-Fahrer leicht im Gesicht verletzt.

22. August 2018: Ein tödlicher Unfall in diesem Bereich ereignete sich an diesem Tag. Ein Pkw-Fahrer fuhr alleinbeteiligt gegen einen Straßenbaum.

15. November 2020: Ein Skodafahrer kollidierte ungebremst mit einer auf der Straße befindlichen E-Bike-Fahrerin, die schwer verletzt in die Uniklink Magdeburg geflogen wurde.

Klötze l Nach dem jüngsten Verkehrsunfall mit einer schwer verletzten E-Bike-Fahrerin flammt die Debatte um den Bau eines Radweges zwischen Klötze und Kusey an der Landesstraße 20 erneut auf. Doch nach Recherchen der Volksstimme steht das Vorhaben auf der Prioritätenliste des Landes-Verkehrsministeriums für die kommenden drei Jahre noch hinter Platz 30. Das bestätigte der städtische Sachgebietsleiter für Baudienstleistungen, Gordon Strathausen, nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Landstraßenbaubehörde Regionalbereich Nord in Stendal. Demnach ist der Radweg aus Sicht des Landes nicht dringend, so Strathausen weiter. Dennoch hat die Stadt Klötze das Projekt weiter im Blick, auch wenn es in den kommenden Jahren noch nicht realisiert wird, hieß es aus dem Rathaus weiter.

Was als nächstes Vorhaben in Sachen Radweg von Klötze nach Kusey auf dem Plan steht, ist die Beschilderung des bereits gebauten ländlichen Weges durch den Wald von der Kernstadt zum Ortsteil. Die mit Bitumen ausgebaute Strecke ist bislang noch nicht ausgeschildert, so Klötzes Vize-Bürgermeister und Hauptamtsleiter Matthias Reps. Er ist mit dem Altmarkkreis im Gespräch. Im Rahmen eines Projektes, das aus dem Vermögen der früheren DDR-Parteien finanziert wird, sollen die Schilder aufgestellt werden. Die Wegweiser könnten sowohl am Abzweig zum Wasserverband als auch an der Willkommenstafel zum Hasselbusch stehen.

Wegweiser hätten Unfall verhindert können

Für den Böckwitzer Ralf Düring ist es nicht nachvollziehbar, dass die Hinweisschilder noch nicht aufgebaut sind. Er vertritt die Meinung, dass dadurch der Unfall der Radfahrerin am 15. November verhindert werden könnte, wenn die Wegweiser nach Kusey bereits gestanden hätten.

Der Kuseyer Friedrich Kirpeit ist als ehemaliger Polizist verwundert, dass in den kommenden Jahren kein Radweg auf der viel befahrenen Landesstraße 20 gebaut wird. „Die Straße ist ein wichtiger Zubringer für die Menschen, die in Kusey im Gewerbegebiet sowie in Wolfsburg arbeiten“, stellt er klar. Deshalb müsse der Radweg kommen, fordert er und kann nicht nachvollziehen, dass es zwischen Immekath und Klötze einen Radweg gibt. „Vielleicht, weil der Landrat in Immekath wohnt?“, fragt er provozierend. „Auf dem Radweg fährt kaum jemand“, behauptet Kirpeit. Für den Kuseyer ist auch nicht logisch, dass die Böschung am Abzweig nach Wenze nicht entfernt wird, damit die Kraftfahrer eine bessere Einsicht in der Kurve haben. „Die Verantwortlichen müssen alles dafür tun, dass die Menschen im Straßenverkehr geschützt werden. Genügend Land ist auf der Strecke vorhanden. Da kann sowohl ein Radweg entstehen, als auch die Böschung beseitigt und der Kreuzungsbereich ausgebaut werden“, merkt er kritisch an.

Auf die Frage nach der Entfernung der Böschung am Abzweig Wenze antwortete Gordon Strathausen nach Absprache mit der Landstraßenbaubehörde, dass die Sträucher stehen bleiben, weil damit die Kraftfahrer zu mehr Vorsicht und Aufmerksamkeit gezwungen werden sollen.

„Für die Polizei ist der Streckenabschnitt keine Unfallhäufungslinie“, erläutert Franziska Hotopp vom Salzwedeler Polizeirevier. Laut Definition würde es sich um eine Unfallhäufungslinie handeln, wenn sich innerhalb der letzten drei Jahre drei Unfälle mit schwerem Personenschaden auf einem bestimmten Streckenabschnitt ereignet hätten, so die Pressesprecherin weiter. Im Zeitraum vom 20. November 2017 bis 20. November 2020 waren es zwei Unfälle (siehe Infokasten). Daher, so Hotopp, handelt es sich um keine Unfallhäufungslinie. Auch deshalb müsse der Radweg noch warten.