Klötze l Auf der Tagesordnung für die morgige Sitzung des Hauptausschusses steht der Martinimarkt noch nicht. Nach Aussage von Stadtsprecherin Kerstin Lilienthal soll sich das aber noch kurzfristig ändern. Ob darüber im öffentlichen oder im geschlossenen Teil gesprochen wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Das soll aber bis zum Termin um 19 Uhr im Klötzer Rathaus abgestimmt sein.

Hintergrund der Entscheidung ist, dass Großveranstaltungen in Deutschland noch bis mindestens Ende Oktober auf Grund der aktuellen Coronakrise verboten bleiben. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei einem gemeinsamen Treffen am vergangenen Mittwoch in Berlin beschlossen. Zuvor galt das Verbot für Großveranstaltungen nur bis 31. August.

Die Verlängerung bis 31. Oktober lässt jedoch auch Ausnahmen zu. Das Verbot gilt für Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich sind. Die jeweiligen Bundesländer behalten einen eigenen Spielraum. Wie genau die Regelungen für Sachsen-Anhalt aussehen werden, ist noch nicht klar. In den drei Ländern Mitteldeutschlands gibt es unterschiedliche Regelungen für Großveranstaltungen. Die Landesregierung in Magdeburg will darüber Mitte dieser Woche eine konkrete Entscheidung treffen.

Klötzes Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps glaubt, ohne die Entscheidung des Hauptausschusses morgen beeinflussen zu wollen, dass der Martinimarkt unter den hohen Sicherheits-, Hygiene- und Abstandsregelungen nicht stattfinden kann.

„Entweder feiern wir richtig oder gar nicht“, stellte der Hauptamtsleiter klar. Denn unter den geforderten Bedingungen müsste die Stadt auch mehr Ordnungspersonal vorhalten, um alle Regelungen einhalten zu können. Das würde ein Kraftakt werden, denn zu dem Fest kommen jedes Jahre mehrere Tausend Besucher aus verschiedenen Bundesländern nach Klötze.

Eine Martinimarkt-Absage wäre in der über 200-jährigen Geschichte des Events eine Seltenheit. Aber die Coronakrise lässt eine Großveranstaltung nicht zu. Auf die Rathausmitarbeiter wartet in den kommenden Wochen viel Arbeit, wenn das Großereignis ausfallen sollte. Denn bis zum 30. Juni müssen die Schausteller ihren Vertrag bei der Stadt einreichen. Das sind in der Regel knapp 100 Händler mit Fahr- und Schaugeschäften, Imbiss-Ständen oder auch das Riesenrad, das mittlerweile zum Markenzeichen des Martinimarktes geworden ist.

Sollte es zur Absage kommen, muss die Einheitsgemeinde die Rücktrittsklausel ziehen und allen Händlern absagen. Vertragliche Kosten entstehen der Stadt allerdings nicht, erklärt Reps, der ansonsten auf die morgige Hauptausschusssitzung verweist, wenn eine endgültige Entscheidung zum Fest getroffen werden soll.