Kritik an der Stadt

Klötzer fordern Klärung der Schuldfrage wegen später Öffnung des Waldbades

Auf die Seite jener Bürger, die Kritik am späten Saisonstart im Klötzer Waldbad geäußert hatten, stellte sich im jüngsten Stadtrat Jörg Kägebein (SPD). Er wies auf finanzielle Einbußen hin und wollte wissen, ob dafür jemand zur Verantwortung gezogen wird.

Von Markus Schulze
Abendliche Ruhe im Klötzer Waldbad. So ruhig war es bei den jüngsten Sitzungen von Hauptausschuss und Stadtrat nicht. Kritisiert wurde mehrfach der späte Saisonstart.
Abendliche Ruhe im Klötzer Waldbad. So ruhig war es bei den jüngsten Sitzungen von Hauptausschuss und Stadtrat nicht. Kritisiert wurde mehrfach der späte Saisonstart. Foto: Markus Schulze

Klötze - Am 5. Juni wurde die Saison im Klötzer Waldbad eröffnet. Viel zu spät, wie es hieß. Öffentlich hatte Einwohner Günter Sommer seinem Ärger Luft gemacht und gemeint, dass man mit den Vorbereitungen im Januar hätte beginnen sollen und nicht erst im Mai. Durch den Zeitverlust sei der Stadt Klötze bares Geld verloren gegangen. Für denjenigen, der das zu verantworten habe, müsse es Konsequenzen geben, forderte Sommer und wies darauf hin, dass man für solche Versäumnisse in der freien Wirtschaft seinen Hut nehmen müsse.

Genau diese Aussagen griff im Stadtrat Jörg Kägebein (SPD) auf. „Die Saison ist zu spät eröffnet worden“, sagte er. Es habe einen Verzug von fünf bis sechs Wochen und infolgedessen Einnahmeverluste von mindestens 10 000 Euro gegeben. „Wer wird für diese finanziellen Ausfälle zur Verantwortung gezogen?“, wollte Kägebein wissen, schob jedoch hinterher, dazu im öffentlichen Teil keine Antwort zu erwarten. „Dieser Hinweis ist richtig“, bestätigte Bürgermeister Uwe Bartels, der über dieses Thema lieber hinter verschlossenen Türen sprechen wollte.

Auch Ausgaben betrachten

Noch im öffentlichen Teil erntete Kägebein für seine Aussagen aber nicht nur Zustimmung. „Die Rechnung geht nicht auf“, intervenierte Hans-Jürgen Zeitz (UWG). Schließlich dürften nicht nur die Einnahmen gesehen werden, sondern auch die Ausgaben. Und die seien während der Bade-Saison höher als davor oder danach.

Eine weitere Wortmeldung kam von Uwe Witte (CDU), der fragte, „wie das 2022 werden soll?“ Es dürfe nicht noch einmal passieren, dass die Saison so spät beginnt. Schließlich seien die Schäden bekannt. „Jeder weiß, dass viel gemacht werden muss.“ Dementsprechend, so mahnte Witte, sollten schon jetzt die Angebote eingeholt werden.

Daraufhin erinnerte ihn der Bürgermeister an den Fördermittelantrag, den die Stadt Klötze gestellt habe. Der sei noch nicht beantwortet. Sobald der Bescheid vorliegt, gehe es sofort in die Ausschreibung, versprach er.

Im Übrigen sei die Aussage, wonach mit der Saisonvorbereitung im Januar begonnen werden müsse, nicht korrekt, meinte der Bürgermeister. „Früher wurde damit auch erst im März begonnen.“

Genau genommen hat die Stadt Klötze übrigens nicht nur einen, sondern sogar zwei Fördermittelanträge für das Waldbad gestellt: zum einen über 133.875 Euro und zum anderen über 249.900 Euro. Von den Geldern soll vor allem das große Schwimmerbecken in Ordnung gebracht werden. Geplant ist eine Grundwasserabsenkung, die verhindern soll, dass ständig Grundwasser nach oben drückt und für Risse im Becken sorgt, die zuletzt mit Kunststoffkleber ausgebessert wurden. Dieses Problem soll endgültig aus der Welt geschafft werden. Weiterhin geht es um eine allgemeine Aufwertung des Waldbades, inklusive Barrierefreiheit.