Ungewöhnliche Spende

Klötzer Lothar Seiffert spendiert 3000 Euro für die Befüllung des Waldbades in seinem Heimatort

Wasser soll endlich im Klötzer Waldbad fließen, damit die Saison dort möglichst bald beginnen kann. Dabei will ein Einwohner die Stadt unterstützen und 3000 Euro für die Beckenbefüllung bezahlen. Die Stadt nimmt das Angebot an.

Von Tobias Roitsch
Lothar Seiffert stieg 2020 als erster Badegast in das Becken des Klötzer Waldbades. Nun will er 3000 Euro bezahlen, damit das Becken in der Freizeiteinrichtung für die Saison befüllt werden kann. Das Angebot machte Seiffert im Stadtrat öffentlich.
Lothar Seiffert stieg 2020 als erster Badegast in das Becken des Klötzer Waldbades. Nun will er 3000 Euro bezahlen, damit das Becken in der Freizeiteinrichtung für die Saison befüllt werden kann. Das Angebot machte Seiffert im Stadtrat öffentlich. Foto: Tobias Roitsch

Klötze - Aktuell ist keine Erfrischung im Klötzer Waldbad möglich, in den Becken fehlte bislang das Wasser. Dass die Freizeiteinrichtung Mitte Juni noch nicht geöffnet ist, sorgte während der Sitzung des Klötzer Stadtrates am Mittwochabend für erhitzte Gemüter. Unter anderem brachten Einwohner ihren Unmut in der Fragestunde zum Ausdruck.

Einer von ihnen war Lothar Seiffert. Dieser bot der Stadt sogar finanzielle Hilfe an, damit der Betrieb im Waldbad zügig starten kann. Er wäre als Bürger bereit, 3000 Euro für kühles Nass aus dem Hydranten zu bezahlen. So viel würde es kosten, um das große Becken mit rund 3000 Kubikmeter Wasser zu fluten, teilte Seiffert mit.

Ganz neu sei dieser Vorschlag nicht. Schon Ende Mai habe er den stellvertretenden Klötzer Einheitsgemeinde-Bürgermeister Matthias Reps darüber informiert, so Seiffert. Seit Mitte April habe der Klötzer zuvor bereits mehrmals mit Matthias Reps über das Waldbad gesprochen, wie es hieß.

Am 1. Juni hätte das Wasser laufen können, sagte Seiffert. Gesprochen hätte er auch mit dem Klötzer Wasserverband. Eine Idee war, einen Zähler am Hydranten vor dem Waldbad anzubringen, um den Verbrauch zu erfassen. Doch der stellvertretende Bürgermeister wollte wohl kein Geld annehmen, so Seiffert.

Lauter Applaus für Angebot des Einwohners

Das wollte Matthias Reps anschließend so nicht stehenlassen. Er dürfe die 3000 Euro nicht annehmen, da über eine solche Spende beziehungsweise Schenkung zuvor der Klötzer Hauptausschuss entscheiden müsse, erklärte Reps.

Es gab aber auch schon Fälle, in denen das Gremium im Nachhinein über die Annahme einer Spende entschieden hat. Ein Beispiel dafür sind die Tische und Bänke für die Schwiesauer Kita im Wert von 2500 Euro, die im Februar an die Einrichtung übergeben wurden. Die Annahme der Sachspende bestätigte der Hauptausschuss erst vor gut zwei Wochen. Wäre das nicht auch im Fall einer Waldbad-Spende möglich gewesen? Das fragte die Volksstimme Matthias Reps. Eine Antwort gab es auf diese Frage nicht.

Doch spenden wollte Lothar Seiffert die 3000 Euro auch gar nicht, wie er im Stadtrat klarstellte. Er möchte die Rechnung direkt beim Klötzer Wasserverband bezahlen, teilte er mit. Dafür kassierte Seiffert lauten Applaus. Er betonte, dass sein Angebot weiter gelte.

Wird die Stadt Klötze die Unterstützung des Einwohners annehmen?, fragte die Volksstimme am Donnerstag Matthias Reps. Tatsächlich sei kurzfristig eine Entscheidung getroffen worden. „Wir werden das Angebot von Herrn Seiffert, das er mit Nachdruck an uns herangetragen hat, annehmen“, teilte der stellvertretende Bürgermeister mit.

Nun geht alles sehr schnell. Am Donnerstag habe er bereits mit Lothar Seiffert, dem Wasserverband sowie dem Stadtratsvorsitzenden Klaus Ewertowski gesprochen, berichtete Reps. Die Bereitschaft Seifferts, die 3000 Euro selbst tragen zu wollen, lobte Matthias Reps: „Eine ungewöhnlich, höchst zu schätzende, nicht zwingend notwendige Bürgerhilfe, für die ich mich im Namen der Stadt Klötze nicht nur bedanken, sondern auch selbstverständlich erkenntlich zeigen werde.“

Reps informierte, dass Lothar Seiffert eine Rechnung des Wasserverbandes erhalten wird. „Es erfolgt damit kein Zahlungsmittelfluss über eines der städtischen Konten und es ist somit auch nicht als Spende oder Schenkung zu werten“, so Reps.

Bereits getroffen wurden die Vorbereitungen für die Beckenbefüllung. Eine Schlauchstrecke sei vom Unterflurhydranten bis zum Schwimmerbecken gelegt worden, informierte Matthias Reps. Ab nächster Woche wolle dann auch die Stadt die Becken mit Wasser befüllen. Die Probleme mit der falsch gelieferten Pumpe für den Brunnen, von denen jüngst zu hören war, sind mittlerweile aus der Welt geschafft (siehe Infokasten).

Anlage gegen Diebstahl sichern

3000 Euro sind viel Geld, warum will Lothar Seiffert diese Summe für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen?, hakte die Volksstimme am Donnerstag bei dem Klötzer nach. „Wenn man etwas von der Gesellschaft nimmt, muss man auch was zurückgeben“, begründete er seine Entscheidung.

Wie er sagte, würden wohl zwischen sechs und zehn Kubikmeter Wasser pro Stunde vom Hydranten ins Becken fließen. Bis dieses voll ist, kann es also dauern. Er hoffe, dass das kühle Nass ab dem heutigen Freitag laufen kann. Sorgen macht er sich um die Standleitung, die am Waldbad verlegt werden müsste. Diese müsste man gegen Diebstahl sichern. Nun überlege er, ob er sich im Zelt in der Nähe postieren sollte, um aufzupassen. „Es wäre nicht verkehrt, wenn auch andere Leute mit auf die Technik achten würden“, bat Seiffert die Klötzer darum, aufmerksam zu sein.