Streit beenden

Klötzer Naturfreunde zeigen sich in Sachen Schwiesauer Wassertretstelle gesprächsbereit

Viel ist in den vergangenen Monaten über eine mögliche Sperrung des Lockstedter Weges, der zur Wassertretstelle in Schwiesau führt, diskutiert worden. Der Verein Freundeskreis Altmärkische Schweiz, der die Anlage aufgebaut hat, will nun eine Lösung finden und zeigt sich gesprächs- und kompromissbereit.

Von Tobias Roitsch
Hartmut Nix ist Vorsitzender des Vereins Freundeskreis Altmärkische Schweiz, der die Schwiesauer Wassertretstelle aufgebaut hat.
Hartmut Nix ist Vorsitzender des Vereins Freundeskreis Altmärkische Schweiz, der die Schwiesauer Wassertretstelle aufgebaut hat. Foto: Tobias Rotisch

Schwiesau - Mit dem Fahrrad kam Hartmut Nix am Mittwochvormittag zur Schwiesauer Wassertretstelle. Und damit machte der Vorsitzende des Vereins Freundeskreis Altmärkische Schweiz, der die Anlage in den vergangenen Jahren aufgebaut hat, aus Sicht des Schwiesauer Ortschaftsrates wahrscheinlich alles richtig. Denn das Gremium hatte sich vor einigen Monaten dafür ausgesprochen, den Lockstedter Weg, der als einzige Zuwegung zum Ausflugsziel führt, für den öffentlichen Verkehr zu sperren. Autos sollen draußen bleiben. Und damit auch motorisierte Besucher der Tretstelle. Das sei auch im Sinne anderer Beteiligter, etwa von Jägern und Anliegern. Umgesetzt wurde der Plan bislang nicht.

Viele Diskussionen folgten, der Weg war seitdem regelmäßig Thema in den Sitzungen des Ortschaftsrates (Volksstimme berichtete). Zu hören waren meist die Argumente der Befürworter einer Sperrung. Der Verein Freundeskreis Altmärkische Schweiz hielt sich in der Diskussion bewusst zurück, teilte der Vorsitzende Hartmut Nix im Vor-Ort-Gespräch mit der Volksstimme mit. „Ich wollte keine Auseinandersetzung als erster Vorsitzender in der Zeitung führen“, erklärte er. Ihn persönlich habe die Diskussion geärgert.

Nun fasste Nix die Situation aus Sicht des Vereins zusammen und zeigte sich zu Gesprächen mit den Schwiesauern bereit. „Es darf kein Gegeneinander sein“, sagte er. Schließlich hätte doch auch das Dorf etwas von der Wassertretstelle. Wenn der Ortschaftsrat und der Verein gemeinsam eine Lösung finden könnten, würden sich darüber wohl viele Menschen freuen, war sich der Vorsitzende sicher.

Keine Auseinandersetzung führen

Hartmut Nix habe sich bereits Gedanken über mögliche Kompromissvorschläge gemacht. Wie diese im Detail aussehen, dazu wollte er öffentlich erst einmal nichts sagen. Zunächst wolle er sich mit der Gegenseite unterhalten. Anbieten könnte der Freundeskreis etwa, sich an der Ausbesserung des Lockstedter Weges zu beteiligen, ließ Nix durchblicken. Mitglieder könnten gemeinsam mit Schwiesauern Schlaglöcher in der Schotterpiste füllen, die Stadtwirtschaft könnte den benötigten Splitt anliefern, wie es hieß.

Im Freundeskreis sei man sich darüber bewusst, dass die Wassertretstelle im Schutzgebiet liegt, in dem auf einiges zu achten ist. Ziel des Vereins sei es, eine naturnahe Erholung zu ermöglichen. Man wolle jedoch nicht, dass die Tretstelle 24 Stunden am Tag angefahren wird. Aber warum sollen Besucher nicht zwischen 8 und 20 Uhr mit dem Auto kommen dürfen? Dann störe man doch nicht die Jäger, argumentierte Nix.

„Wir wollen hier keinen Tourismus aufbauen“, betonte Hartmut Nix, Reisebusse sollen die Tretstelle nicht ansteuern. Die Anlage solle auch so bleiben, wie sie jetzt ist und nicht weiter ausgebaut werden, versicherte er.

Gerade in der Corona-Zeit sei die Wassertretstelle ein beliebtes Ausflugsziel. Wer jung und gesund sei, könne sie gut mit dem Rad oder zu Fuß erreichen, so Nix. „Das kann aber nicht jeder.“ Denn was ist mit den Älteren? Die kämen häufig mit dem Auto, wusste der Vorsitzende aus Erfahrung. Gegen „generelle Unterstellungen“, dass Besucher gegen Regeln verstoßen und etwa Zigarettenkippen in den Wald schmeißen würden, wehrte sich Hartmut Nix. „Man macht den Verein für alles verantwortlich, was an der Tretstelle passiert“, fasste er seinen Eindruck zusammen.

Und was ist, wenn die Gespräche nicht fruchten? „Wenn es keine Bereitschaft gibt, einen Kompromiss zu finden, dann muss der Stadtrat entscheiden“, blickte Nix voraus und ergänzte: „Aber warum?“ Die Beteiligten sollten aus seiner Sicht möglichst bald über den Lockstedter Weg sprechen, bis in den Sommer hinein sollte nicht gewartet werden. Die Stadt Klötze hatte bereits angekündigt, dass es einen Austausch am runden Tisch geben soll.

Sollte der Weg gesperrt werden, wäre das wohl das Ende für den Freundeskreis Altmärkische Schweiz. Dann würde man den Verein auflösen, wie Hartmut Nix sagte.