Widerstand

Klötzer wollen Fotovoltaikanlagen nicht auf jedem Feld in der Region haben

Neue Fotovoltaik-Freiflächenanlagen sollen in der Stadt Klötze entstehen. Mit den Vorhaben sollte sich der Hauptausschuss beschäftigen. Das passierte nicht. Mitglieder des Gremiums sprachen sich dafür aus, zunächst grundsätzliche Fragen zu klären.

Von Tobias Roitsch
Neue Fotovoltaik-Freiflächenanlagen sollen in Klötze entstehen. Statt diese auf landwirtschaftlichen Flächen zu bauen, sollten doch lieber Dächer öffentlicher Gebäude zur Verfügung gestellt werden, wie es im Klötzer Hauptausschuss hieß.
Neue Fotovoltaik-Freiflächenanlagen sollen in Klötze entstehen. Statt diese auf landwirtschaftlichen Flächen zu bauen, sollten doch lieber Dächer öffentlicher Gebäude zur Verfügung gestellt werden, wie es im Klötzer Hauptausschuss hieß. Foto: Tobias Roitsch

Klötze - Windräder ragen auf Feldern in die Höhe, Solarmodule glänzen auf Gebäudedächern in der Sonne - erneuerbare Energien sind schon lange in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze angekommen. Und der Ausbau von Anlagen zur nachhaltigen Stromerzeugung schreitet weiter voran. Investoren planen aktuell den Bau neuer Fotovoltaik-Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen. Entstehen sollen diese einmal bei einem Projekt im Bereich Hohenhenningen und Neuendorf sowie bei einem zweiten in der Nähe von Böckwitz.

Es handele sich jeweils um verschiedene Investoren. Mit den entsprechenden vorhabenbezogenen Bebauungsplänen sollten sich die Mitglieder des Klötzer Hauptausschusses bei ihrer jüngsten Sitzung befassen. Doch dazu kam es nicht.

Auf Antrag und mit Zustimmung aus der Runde wurden die jeweiligen Punkte nacheinander von der Tagesordnung genommen. Man sollte sich zunächst eine Meinung bilden, wo und wie solche Fotovoltaik-Freiflächenanlagen auf dem Gebiet der Stadt Klötze zugelassen werden sollten, die außerhalb der Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) liegen, hatte Henry Hartmann (CDU) begründet. Ihm fehle der Hintergrund, sagte er und fragte, wer mit den Anlagen Geld verdient. „Was haben wir davon?“ Unterstützung gab es dafür vom stellvertretenden Jahrstedter Ortsbürgermeister, André Homeyer. Wo wolle man Solarparks zukünftig überall haben?, stellte er als Frage in den Raum. Bei solchen Themen wolle er als Ortschaftsrat in Zukunft besser von der Verwaltung eingebunden werden, bat Homeyer.

Gerüchte über mögliches weiteres Projekt

Henry Hartmann verwies auf Leitlinien des Bauernverbandes, die als Empfehlungen für das Auswählen von geeigneten Flächen dienen könnten. Die Stadt sollte Vorgaben erarbeiten und diese zur Beratung in die Ortschaftsräte geben, die sich vor Ort auskennen würden. Man sollte die Flächen nicht mit Anlagen „zupflastern“, empfahl Hartmann und ergänzte, dass es mittlerweile Ortschaften gebe, die sich wegen Fotovoltaik-Projekten zerstritten hätten. Für eine längerfristige Vorbereitung sprach sich auch Jörg Kägebein (SPD) aus. Es gebe genug Flächen, die nicht landwirtschaftlich genutzt würden, sagte er. Auch Bürger müssten die Projekte akzeptieren.

Sind mittlerweile weitere Fotovoltaik-Projekte auf dem Gebiet der Stadt Klötze geplant? Gerüchte machten die Runde, dass auch in der Nähe von Dönitz Solar-Anlagen entstehen könnten, teilte der Dönitzer Ortsbürgermeister Matthias Licht mit, der auch Mitglied des Hauptausschusses (UWG) ist. Licht bat die Verwaltung ebenfalls darum, die Ortschaftsräte über solche Pläne in Kenntnis zu setzen. Aktuell sei ihm über ein Vorhaben in Dönitz nichts bekannt, teilte der stellvertretende Einheitsgemeinde-Bürgermeister Matthias Reps mit.

Platz auf öffentlichen Gebäuden nutzen

„Wir müssen an der Energiewende teilhaben“, sagte Marco Wille. Große Teile der Stadt befänden sich in Schutzgebieten, es sei wichtig, dass man in Sachen Fotovoltaik in Gang komme. Die Stadt sollte ein Signal setzen und auch Dachflächen auf Dorfgemeinschaftshäusern, Turnhallen, Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden für Fotovoltaik-Anlagen zur Verfügung stellen. Man müsse gründlich planen und alle fragen, so Wille.

Die landwirtschaftlichen Betriebe, die eine Wertschöpfung in der Region erbringen, nicht kaputtzumachen, dafür sprach sich Klötzes Ortsbürgermeister Raimund Punke (CDU) aus. Auch mit ihnen sollte man sich in Zukunft unterhalten.