Ortschef antwortet

Klötzes Bürgermeister nimmt Stellung nach massiver Kritik aus den Grundschulen

Nachdem es von den Grundschulen harsche Kritik an der Stadtverwaltung gegeben hatte, war Bürgermeister Uwe Bartels nun im Stadtrat bemüht, die Wogen zu glätten. Im Rahmen einer Stellungnahme beantwortete er offene Fragen und forderte alle Seiten zum Miteinander auf.

Von Markus Schulze 17.07.2021, 05:00
Dass jede Bestellung nach Schulmitteln, dazu zählt beispielsweise Bürobedarf, hinterfragt werde, hatte Kuseys kommissarische Grundschulleiterin Sandra Trikaliotis bereits am 9. Juni im Stadtrat beklagt. Bürgermeister Uwe Bartels versuchte nun, die Wogen zu glätten und kündigte eine bessere Zusammenarbeit an.
Dass jede Bestellung nach Schulmitteln, dazu zählt beispielsweise Bürobedarf, hinterfragt werde, hatte Kuseys kommissarische Grundschulleiterin Sandra Trikaliotis bereits am 9. Juni im Stadtrat beklagt. Bürgermeister Uwe Bartels versuchte nun, die Wogen zu glätten und kündigte eine bessere Zusammenarbeit an. Foto: Markus Schulze

Neuferchau - Stellvertretend für ihre Kolleginnen aus Klötze und Kunrau hatte Kuseys kommissarische Grundschulleiterin Sandra Trikaliotis am 9. Juni im Stadtrat moniert, dass die Zusammenarbeit mit der Verwaltung zu wünschen übrig lasse. Auf Anfragen werde nicht reagiert. Speziell ging es Sandra Trikaliotis um den Antrag auf Fördermittel aus dem Digitalpakt, um die fehlende Schulsportanlage, um den Brandschutz in der Grundschule und darum, dass jede Bestellung hinterfragt werde.

Daraufhin regte Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski (CDU) an, eine Klärung herbeizuführen und darüber im nächsten Stadtrat zu berichten. Genau das hat Bürgermeister Uwe Bartels am Mittwochabend bei der Sitzung in Neuferchau getan. Als Reaktion auf die Kritik gab er eine ausführliche Stellungnahme zu den von Sandra Trikaliotis angesprochenen Themen ab.

Digitalpakt

„Das oberste Ziel der Verwaltung ist und war immer die fristgerechte Erstellung des Antrags“, beteuerte Bartels. Allerdings sei es ihr aufgrund des Arbeitsumfanges nicht möglich gewesen, alleine zu agieren. Daher habe man am 16. März eine externe Firma beauftragt. Nacheinander sei in Kunrau (14. April), Klötze (19. April) und Kusey (29. April) eine Bestandsaufnahme durchgeführt worden. Immer wieder habe man die Firma um Informationen nach dem aktuellen Sachstand gebeten, die sogleich an die Grundschulen weitergeleitet worden seien, wie der Bürgermeister sagte. Wesentliche Punkte habe man mit den Schulen bei einem Termin am 15. Juni besprochen. Von der Grundschule Kunrau, die zu diesem Zeitpunkt unter Quarantäne stand, seien die fehlenden Informationen telefonisch eingeholt worden, berichtete Bartels.

Derweil habe das Land die Antragsfrist bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Nun seien nur noch Details zu klären, etwa, ob alle Arbeiten im Haushaltsjahr 2022 durchgeführt werden können, welche Eigenmittel zur Verfügung stehen und wer sich nach Beschaffung der digitalen Ausstattung um die IT-Betreuung kümmert. Wenn sämtliche Unterschriften vorliegen, „wird der Antrag spätestens bis zum 30. Juli versendet“, kündigte der Bürgermeister an.

Schulsport/Brandschutz

Laut Bartels werde der Kuseyer Ortschaftsrat bei seiner nächsten Sitzung (19. Juli, die Red.) nach Rücksprache mit der Verwaltung mögliche Standorte für die Schulsportanlage diskutieren und eine Empfehlung abgeben.

In puncto Brandschutz sei bei einer Begehung in der Kuseyer Grundschule die unzureichende Beschilderung bemängelt worden. Daraufhin habe man entsprechende Schilder angeschafft. Andere Missstände, die nicht gleich behoben werden konnten, seien in Auftrag gegeben worden.

„Die Brandschutzauflagen sind der Verwaltung bekannt“, stellte der Bürgermeister klar. Im Haushalt seien dafür 350.000 Euro veranschlagt worden. Es gebe Fördermittel in Höhe von 228.000 Euro. Bis Ende 2022 müsse die Maßnahme beendet sein. Wann es losgeht, konnte Bartels noch nicht sagen. Im Rahmen der Haushaltsberatung müsse sich dazu erst der Stadtrat positionieren.

Schulmittel

Der Bürgermeister räumte ein, dass die Verwaltung wegen der Beschaffung von Schulmitteln, dazu zählt beispielsweise Bürobedarf, zuletzt wiederholt in der Kritik gestanden habe. „Um diesen Kritiken auf den Grund zu gehen, wurden Gespräche geführt.“ Dabei seien angemahnte Sachverhalte „oft harmloser als in der Öffentlichkeit publiziert“ dargestellt worden. Und: „Viele dieser Anschuldigungen sind ungerecht und verletzend gegenüber dem Sachbearbeiter“, was sich auf das Arbeitsklima auswirke.

Umgekehrt, so Uwe Bartels, könnte die Verwaltung aufzählen, was aus ihrer Sicht nicht rund läuft, verzichte aber auf solche Schuldzuweisungen. Vielmehr sei man daran interessiert, die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Grundschulen zu verbessern. Gleichwohl werde angestrebt, Kosten zu sparen.

„Viele Unklarheiten, Fragen und Probleme könnten auf dem direkten Weg geklärt werden“, meinte der Bürgermeister und nahm das Rathauspersonal in Schutz: „Die Sachbearbeiter hier im Hause geben täglich ihr Bestes und sind stets zu Gesprächen bereit.“ Wenn aber gegeneinander gearbeitet werde, wie es in den vergangenen Monaten der Fall gewesen sei, „kann kein gemeinsamer Weg gefunden werden“, betonte Bartels. Letztlich sei damit keinem gedient.

Stadtratsmitglied Jörg Kägebein reichten diese Aussagen nicht. „Was hat sich geändert?“, wollte er wissen. Eine konkrete Antwort darauf, wie man die Kommunikation zwischen Grundschulen und Verwaltung verbessern könne und wie die Zusammenarbeit in Zukunft vonstatten gehen solle, habe er in der Stellungnahme des Bürgermeisters jedenfalls nicht heraushören können. „Das habe ich vermisst.“ Es mag ein Gespräch gegeben haben, aber von richtiger Kommunikation könne keine Rede sein. „Davon“, so Kägebein, „bin ich nicht überzeugt.“

Die Schilderungen von Sandra Trikaliotis, wonach es auf dem direkten Weg eben nicht funktioniere, schienen ihm noch präsent zu sein. „Es geht um eine vernünftige Zusammenarbeit und einen vernünftigen Ton gegenüber den Grundschulleiterinnen“, stellte Kägebein klar. Das müsse das Ziel sein. Und die Pflicht der Stadträte sei es, den Weg dahin zu begleiten, „bis eine vernünftige Zusammenarbeit hergestellt ist“.