Immekath l Der Musiksommer 2017 in der Immekather Kirche ist vorbei. Der Auftakt war im Mai mit den „Tischreden der Katharina Luther“ und der Berliner Schauspielerin Elisabeth Haug erfolgt. Im Juni ging es mit einem stimmgewaltigen Quartett aus Weimar „viertuos“ weiter, ehe im August Bernhard Vit - in Begleitung von Trompeter Alexander Pfeifer - die restaurierte Orgel wieder einweihte. Am Sonntag war zum guten Schluss die Gruppe „Huldrelokkk“ in der Immekather Kirche zu Gast.

„Es hat ja schon ein bisschen Tradition, dass wir uns zum Ende etwas Folkiges anhören“, sagte Friedhelm Klopp vom Gemeindekirchenrat und freute sich besonders, dieses Mal drei Damen aus Skandinavien begrüßen zu dürfen, nämlich Kerstin Blodig aus Norwegen, Mia Gunberg Adin aus Schweden und Liv Vester Larsen aus Dänemark, die sich derzeit auf Tournee befinden und am Tag zuvor ein Konzert in Schwerin gegeben hatten. „Lassen Sie sich verzaubern“, empfahl Klopp dem Publikum.

Sinnliche Stimmen

Und zauberhaft war es tatsächlich, was die drei Frauen mit Blumen im Haar in den folgenden knapp zwei Stunden präsentierten. Ob solo oder zu dritt, den Musikerinnen gelang es, eine einmalige Atmosphäre zu erzeugen und die zahlreichen Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Die sinnlichen Stimmen und verträumten Melodien von Huldrelokkk, mit dem übrigens der Ruf der Trollfrauen gemeint ist, verstärkten diesen Effekt. Hinzu kam, dass Kerstin Blodig, Mia Gunberg Adin und Liv Vester Larsen neben Gitarre und Geige auch Instrumente wie Bodhran – das ist eine Trommel – und Nykkelkharpa – dabei handelt es sich um eine Fidel – einsetzten, die für deutsche Ohren fremdartig klingen. Fast hatte man das Gefühl, nicht in der Altmark zu sein, sondern an einem Fjord in Norwegen, in den tiefen Wäldern von Schweden oder an der Küste von Dänemark. Auf jeden Fall mitten in der skandinavischen Sagenwelt.

Huldrelokkk spielten vor allem Titel ihrer neuen CD „I levende live“, was so viel bedeutet wie „Ich lebe im Hier und Jetzt“. In einem Lied ging es um ein Mädchen, das im Hafen einen Seemann kennenlernt, mit ihm Rotwein trinkt und dann auf hoher See aufwacht. „Daraus“, so erklärte Liv Vester Larsen auf Englisch, „lernen wir, keinen Rotwein zu trinken und nicht mit fremden Seemännern mitzugehen.“

Andere Songs handelten von einem Begräbnis, von gestressten Menschen in der U-Bahn oder von der aufgehenden Sonne.

Kurzum: Das Konzert mit Huldrelokkk, das im Rahmen des Altmärkischen Musikfestes über die Bühne ging, war ein würdiger Abschluss des diesjährigen Musiksommers in Immekath. Den Zuschauern gefiel es. Dafür sprach ihr lang anhaltender Beifall nach jedem Beitrag.