Klötze l Günter Lüdecke und seine insgesamt 25 aktiven Kraftsportler müssen auf knapp 70 Quadratmetern für ihre großen Titel trainieren. Ein Zustand, der die erfolgreichen Bundesliga-Kraftsportler seit Jahren nicht zufriedenstellt. „Seit 2009 reden wir über den Anbau eines Trainingsraumes an der Zinnberghalle. Es ist eigentlich beschämend, dass wir als überaus siegreiche Sportler mit den Deutschen Meistertiteln, Welt- und Europameistergewinnen, bei der Stadt förmlich betteln müssen, dass wir diese Raumerweiterung erhalten“, macht sich Günter Lüdecke zu der Problematik Luft. Denn elf Jahre sei ein enorm langer Zeitraum. Lüdecke und seine Männer verlieren so langsam den Glauben an den größeren Trainingsraum.

Maximal sechs Sportler können trainieren

Die VfB-Männer, die schon seit 2001 in der Ersten Bundesliga im Kraftsport aktiv sind, benötigten dringend diesen Raumanbau. Denn auf den derzeitigen 70 Quadratmetern können auf der sogannten Trainingsplatte nicht mehr als drei Aktive gleichzeitig trainieren. „Momentan zählt unsere Kraftsportsparte 25 Aktive. Mehr als zwölf Personen können aber nicht zum Training in den Raum kommen, ansonsten stehen sie sich auf den Füßen. Zudem ist die Verletzungsgefahr sehr groß“, merkt Günter Lüdecke an. Auch für die zahlreichen Sportgeräte ist in dem Raum kein Platz mehr. Darüber hinaus wissen die Kraftsportler nicht mehr, wo sie die elektronischen Messgeräte für die Bundesliga-Wettkämpfe in der Zinnberghalle nebenan unterbringen sollen. „Für ein neues Gerät ist einfach kein Platz mehr“, stellt der Spartenleiter, der selbst 2008 Weltmeister im Kraftdreikampf wurde, klar.

Um den lang ersehnten Anbau zu realisieren, waren die VfB-Sporter schon mehrfach im Rathaus, erzählte Lüdecke. Christoph Schulz, der auch im Vorstand vom VfB ehrenamtlich tätig ist, hat sich über mehrere Jahre um die Antragsformalitäten gekümmert. Doch bislang ohne den erwünschten Erfolg. „Immer wieder wurden wir auf das kommende Jahr vertröstet. Zuletzt von 2017 auf das Vorjahr und dann von 2018 auf 2019 und nun auf das kommende Jahr“, listete Günter Lüdecke die ständige Verzögerung auf.

Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels ist die Anbauproblematik bestens gekannt. Er räumt auf Nachfrage der Volksstimme Fehler bei der Antragsstellung im städtischen Bauamt ein. „Der Antrag wurde nicht fristgemäß abgegeben“, bestätigte das Stadtoberhaupt. Bartels verspricht aber, dass der Fördermittelantrag in diesem Jahr rechtzeitig bei den zuständigen Behörden vorliegen wird. Etwa 120 000 Euro sind für die Investition vorgesehen.

90 Prozent Förderung ist vorgesehen

Das Geld soll aus dem europäischen Programm Leader Plus kommen und mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Die restlichen zehn Prozent muss die Stadt zusteuern. Der Stadtrat hat bereits vor geraumer Zeit grünes Licht für das Vorhaben gegeben und der Finanzierung zugestimmt. Nun ist die Stadtverwaltung in der Pflicht und muss alle nötigen Unterlagen termingerecht einreichen, damit nach elf Jahren die Raumerweiterung endlich auch umgesetzt wird.

Die Klötzer Kraftsportler haben sich nach den unzähligen Erfolgen mit über 100 Deutschen- und Landesmeistertiteln der vergangenen Jahre den 70 Quadratmeter großen Anbau mehr als verdient. Denn schließlich musste sich der Junioren-Weltmeister des Vorjahres, Patrick Lösel, auch in dem kleinen Trainingsraum fit für seinen großen Wettkampf machen. Das ist ein weiterer Grund, den VfB-Bundesliga-Kraftsportlern noch einmal 70 Quadratmeter Trainingsraum zur Verfügung zu stellen. Und das möglichst schon im kommenden Jahr.