Gifhorn/Klötze l Wie die Volksstimme erfuhr, sollen in der Samtgemeinde Brome und anderen Teilen des Landkreises Gifhorn während der Weihnachtszeit mehrere Briefumschläge beziehungsweise Pakete geöffnet und nach wertvollem Inhalt durchstöbert worden sein. Thomas Reuter, Sprecher der Polizei-Inspektion Gifhorn, bestätigte auf Nachfrage, dass es dazu gekommen sei. Die Ermittlungen liefen. Details wollte er aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht nennen.

Fakt ist aber, das weiß die Volksstimme aus sicherer Quelle, dass die Polizei bei möglichen Geschädigten angerufen und sich erkundigt hat, ob ihrer Post, die nicht den Weg zum Adressaten fand, sondern nach der Tat weggeworfen wurde, auch Bargeld beilag. Angeblich gehören Briefzusteller zum Kreis der Verdächtigen.

Indes lägen im Bereich des Polizeireviers Altmarkkreis Salzwedel derzeit keine solchen Hinweise vor, wie Pressesprecher Frank Semisch der Volksstimme berichtete. Er erinnerte in diesem Zusammenhang aber an die Reihe von gewaltsamen Einbrüchen in das Postverteilungszentrum in Gardelegen im vergangenen Jahr. Zuletzt war das in der Nacht zum 20. Dezember der Fall. Seinerzeit hatten unbekannte Täter mehrere Pakete aufgerissen und deren Inhalt zum Teil entnommen. Außerdem waren diverse Schränke und Schreibtische aufgebrochen und durchwühlt worden.

Geld in Briefen ist nicht zulässig

Wie Anke Blenn von der Deutschen Post DHL auf Anfrage mitteilte, transportiere das Unternehmen täglich rund 59 Millionen Briefsendungen sowie zirka 4,3 Millionen Päckchen und Pakete innerhalb Deutschlands. „Dabei ist es unser vorrangiges Interesse, die uns anvertrauten Sendungen schnell und zuverlässig zu ihren Empfängern zu befördern.“ Trotzdem sei es angesichts der großen Zahl von beförderten Sendungen nie auszuschließen, dass einzelne in Verlust geraten können. „Dieser Anteil ist jedoch so gering, dass er statistisch von uns nicht erfasst wird“, hieß es von der Pressesprecherin. Die Deutsche Post DHL unternehme alle sinnvollen Anstrengungen, um die Sicherheit während des Transports und in den Betriebsstätten zu gewährleisten, zum Beispiel durch postinterne Security, Konzernsicherheit, Ausweispflicht, Zugangskon-trollen und Alarmanlagen. „Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, führen wir bereits im Vorfeld umfangreiche präventive Maßnahmen durch, schulen unsere Mitarbeiter entsprechend und arbeiten sehr eng und vertrauensvoll mit der Polizei und den Ermittlungsbehörden zusammen“, betonte Blenn.

Gleichzeitig wies die Pressesprecherin darauf hin, dass die Beförderung von Bargeld in normalen Briefen laut der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Post DHL generell nicht zulässig sei. Das Unternehmen übernehme hierfür keinerlei Haftung.

Anke Blenn empfiehlt daher grundsätzlich allen Postkunden, die auf den Versand von Bargeld nicht verzichten möchten, ein spezielles Briefprodukt zu nutzen. Das ist zwar etwas teurer als das normale Porto. Bei einem eventuellen Verlust dieses Briefes hafte die Deutsche Post aber für Sachwerte bis 500 Euro und für Bargeld bis 100 Euro.