Kunrau l Ein buntes Potpourri aus Humor, Kunst und Musik bot der 14. Kultursonntag in Kunrau. Allerdings spielte sich das Gros der Veranstaltung nicht wie vorgesehen im Schloss ab, sondern im Keller. „Oben sind noch die Maler im Gange, darum musste ein Notfallplan her“, hieß es vom Kulturklub Drömling (KKD).

Die Enge tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Auf diese Weise wurde es noch gemütlicher. Eröffnet wurde das Programm von Dominik Bartels. Der preisgekrönte Poetry Slammer von der Insel Usedom jonglierte mit der deutschen Sprache, dass es eine Freude war. Beispielsweise bei dem Stück „Ein einziger Satz“. Hier geht es darum, dass Geld, Gier und Gehabe nicht glücklich machen. Hingegen kann ein schlichtes „ich liebe dich“ die ganze Welt verändern, wie Bartels vortrug. Der Wortakrobat legte auch viel Witz an den Tag. So berichtete er von einer Zugfahrt, bei der ein älteres Paar, über 90 Jahre alt, mit ihm in einem Abteil saß. Es war auf dem Weg zum Scheidungsanwalt. „Hätten Sie das nicht früher machen können? - Doch, aber wir wollten warten, bis die Kinder tot sind.“ Vollends zum Lachen brachte Bartels die Zuhörer mit einem Leserbrief seines Opas, in dem ein bundesweiter Rentnerstreik angedroht wird, wenn die Renten nicht erhöht werden. Durch absichtliches Langsamfahren in der Innenstadt oder ewiges Geldzählen an der Supermarktkasse könnte das „Krampfadergeschwader“ das ganze Land lahmlegen.

Neue Ausstellung

Anschließend ging es zwei Etagen höher. Dort eröffneten Marion Noack aus Voitze, Andrea Felsche aus Böckwitz, Dorothea Mau aus Salzwedel und Sabine Behrens aus Wolfsburg eine bis September andauernde Ausstellung mit Exponaten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Fotografie. Zusammen bilden die vier Frauen das Projekt „Medusa“, das 2017 von Marion Noack ins Leben gerufen wurde. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Künstlern, die in wechselnden Wanderausstellungen ihre Werke präsentieren und zugleich eine Heimstatt für kreativen Austausch sein wollen. „Bei uns steht die Kunst im Vordergrund, nicht der Künstler“, erklärte Marion Noack, die ankündigte, dass die Medusa-Mitglieder bald Bücher zu ihrem Schaffen herausbringen wollen. Schon am Sonntag waren ihre Werke zum Teil mit den passenden Geschichten versehen.

Höhepunkt des Nachmittags war das Trio Nimmersatt. Die Musiker aus Chemnitz, Anklam und Rostock begeisterten mit Hits der 1920er und 30er Jahre wie zum Beispiel „Wochenend und Sonnenschein“, „Heut war ich bei der Frieda, das tu ich morgen wieder“, oder „Mein kleiner grüner Kaktus“. Zwischendurch streute Frontmann Ulf Radlof – „ohne mich würde hier nichts laufen“ – immer wieder lustige Zoten ein und lobte den überschwänglichen Applaus. „Da merkt man gleich, dass wir nicht in Mecklenburg-Vorpommern sind“, scherzte Radlof.

Nächster KKD-Termin ist am 14. April die Schlager-Party im Steimker Saal. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Der Kartenvorverkauf läuft.