Kunrau l Am 18. Oktober 2013 gegründet, hat sich der Kulturklub Drömling (KKD) auf die Fahnen geschrieben, Brauchtumspflege zu betreiben und das kulturelle Angebot in der Region zu verbessern. Diese Ziele, so ist KKD-Vorsitzender René Schneider überzeugt, hat man auch 2019 wieder erreicht. Fast in jedem Monat war im Kunrauer Schlosskeller, dem Domizil des KKD, der sich längst etabliert und einen Namen gemacht hat, ein kleiner oder großer Star zu Gast.

Gerne erinnert sich Schneider beispielsweise an den Film-abend mit Gojko Mitic im Januar („einfach geil“) oder das Konzert mit Mrs. Greenbird im November („richtig gut“). Ein einmaliges Gastspiel wird wohl der Auftritt von Purple Schulz im April gewesen sein, der zwar musikalisch überzeugen konnte, zusammen mit seiner Entourage aber auch durch Allüren auffiel, wie der Vorsitzende bedauert.

Mehr Qualität ist angesagt

Mehr Qualität, weniger Quantität, davon will der KKD auch 2020 nicht abweichen. Zum einen, um die Mitglieder zu entlasten. Zum anderen, um die Chancen auf ein volles Haus zu erhöhen. In der Vergangenheit waren manche Veranstaltungen ausverkauft, bei anderen herrschte im Schlosskeller durchaus mal Leere. Hier wird der KKD nichts mehr dem Zufall überlassen. „2019 hatten wir wirklich gute Besucherzahlen“, freut sich Schneider.

Kultursonntage könnten wiederkommen

Erster Termin 2020 wird am 18. Januar ein nachträglicher Silvesterpunsch sein. Weiter geht es am 15. Februar mit einem Konzert mit Tino Eisbrenner und Tatanka Yotanka sowie am 7. März mit einem Gin-Tasting. Im Juni oder Juli könnte es wieder ein Sommerfest geben, das 2018 seine Premiere feierte, 2019 aber wegen des Drömlingsfestes ausfiel.

„Für das zweite Halbjahr ist noch nichts in Sack und Tüten“, informiert Schneider, der sich eine Renaissance der früher gängigen und auch bei älteren Menschen beliebten Kultursonntage vorstellen könnte. Der Schlosskeller ist dafür aber nicht geeignet und in den oberen Saal passt nach dem Umbau mit Kronleuchter keine Bühne mehr hinein. Außerdem ist zu überlegen, ob das Standesamt genutzt werden darf, wo bei den Kultursonntagen immer die Kaffeetafel stand. „Hierüber müssen wir uns mit der Stadt Klötze unterhalten“, weiß der KKD-Vorsitzende. Ebenso darüber, ob die Galerie im Schloss wieder belebt werden kann.

René Schneider betont, dass der KKD ein Verein ist, der den ganzen Drömling und auch das benachbarte Niedersachsen umspannt. Dementsprechend könnte es Veranstaltungen auch außerhalb von Kunrau und in Brome geben. Gesucht wird eine passende Räumlichkeit. In Frage kommt der sogenannte Remmler Hof in Brome, in dem sich einst ein Kino befand, zumal Inhaber Hans-Peter Renziehausen auch Mitglied im KKD ist, wie Schneider berichtet.

Mehr Engagement für Brome gewünscht

Um Veranstaltungen in Brome durchzuziehen, so sein Wunsch, müssten sich die Bromer Mitglieder ohnehin mehr engagieren.

Engagement, dafür ist der KKD laut seines Vorsitzenden auch zu haben, wenn es um das Weihnachtsbaumansingen geht, das 2019 durch einen vom Männerchor, jungen Männern und Jugendlichen organisierten Weihnachtsmarkt ersetzt wurde.

Gelungen war 2018 auch das erste große Halloweenfest am und im Kunrauer Schloss, bei dem der Förderverein der Grundschule die Initiative ergriffen hatte. 2019 gab es aus gesundheitlichen und organisatorischen Gründen „nur“ eine Runde durch den Ort. Sollte der Förderverein 2020 wieder etwas Größeres planen, wäre der KKD dabei, verspricht Schneider.

Dabei sein wird der KKD auch bei dem Label, das zusammen mit Juliane Ruttkowski, Regional- und Tourismusmanagerin bei der Biosphärenreservatsverwaltung, unter dem Motto „Kultur-Natur-Pur“ gegründet werden soll. Hierbei, so erklärte Ruttkowski auf Nachfrage, geht es darum, Kultur auf das Land zu bringen, die Vereine und Hofpartner mitein­ander zu vernetzen und die zweijährige Phase zwischen den Drömlingfesten durch Lesungen, Konzerte und andere kleinere Veranstaltungen zu überbrücken.