Lärm am Bahnübergang zum Kuseyer Gewerbegebiet erhitzt die Gemüter der Anwohner

Der Bahnübergang im Kuseyer Gewerbegebiet bleibt für die Anwohner ein Ärgernis. Wenn nämlich ein schweres Fahrzeug herüberfährt, wird es laut. Am liebsten wäre ihnen ein Rückbau des Bahnüberganges. Bis auf Weiteres hoffen sie auf die Einsicht der Gewerbetreibenden.

Von Markus Schulze
Die Tonnagebegrenzung gibt es nicht mehr, das Tempo-Limit bringt nichts, klagten die Anwohner des Kuseyer Gewerbegebietes bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Jedes Mal, wenn ein schweres Fahrzeug über den Bahnübergang fährt, wird es laut. An Ruhe oder Schlaf ist dann nicht zu denken.
Die Tonnagebegrenzung gibt es nicht mehr, das Tempo-Limit bringt nichts, klagten die Anwohner des Kuseyer Gewerbegebietes bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Jedes Mal, wenn ein schweres Fahrzeug über den Bahnübergang fährt, wird es laut. An Ruhe oder Schlaf ist dann nicht zu denken. Foto: Markus Schulze

Kusey - Züge verkehren auf der Strecke zwischen Klötze und Oebisfelde längst nicht mehr. Doch die Bahnübergänge gibt es weiterhin und sind den Kuseyern ein Dorn im Auge. Insbesondere die Anwohner des Gewerbegebietes fühlen sich vom dortigen Bahnübergang gestört – oder vielmehr von den Geräuschen, die beim Überfahren entstehen.

Es wurde schon einiges versucht, um den Anwohnern das Leben erträglicher zu machen beziehungsweise einen Kompromiss mit den Gewerbetreibenden zu finden: So galt seit Januar 2019 eine Tonnagebegrenzung (7,5 Tonnen), die dann in ein Tempo-Limit (10 Kilometer pro Stunde) umgewandelt wurde. Doch zufrieden sind die Anwohner damit nicht, wie sich im Ortschaftsrat herausstellte.

Fahrzeuge sind in der Ernte bis spätabends unterwegs

Bei der jüngsten Sitzung ergriff ein Mann das Wort, sprach von einem „leidigen Thema“ und fragte, ob es neue Informationen gebe, „bevor wir uns hier ereifern“.

Ortsbürgermeister Norbert Nieder antwortete ihm, dass die Bahn für einen Rückbau „nicht ansprechbar“ sei, verwies aber auf das Tempo-Limit, das in unmittelbarer Nähe des Bahnüberganges gelte.

„Daran halten sich nicht mal zehn Prozent. Das ist eine Katastrophe“, schimpfte der Mann und beklagte, dass die vorgeschlagene Einbahnstraßenregelung nicht zustande gekommen und die Tonnagebegrenzung gekippt worden sei. „Aber irgendwas muss passieren“, machte der Mann deutlich. Denn: „Man kann nicht schlafen. Das ist ein einziges Geklapper und Gedröhne.“

Eine Frau stimmte ihm zu, berichtete, dass die Fahrzeuge immer größer würden und vor allem während der Ernte bis 22.30 Uhr unterwegs seien. „Es macht keinen Spaß mehr“, betonte sie.

Die Einwohnerin erinnerte an ein Gespräch, das vor zwei Jahren mit allen Beteiligten geführt worden sei. Doch: „Seitdem sind wir keinen Schritt weiter“, weil sich die Gewerbetreibenden nicht an ihre Versprechen hielten. Dazu habe gehört, die Mitarbeiter zu einer vernünftigen Fahrweise aufzufordern. Allerdings würden die Fahrer nach wie vor über den Bahnübergang „brettern“, bisweilen mit Handy am Ohr. Dies sei ein „unmögliches“ Verhalten, monierte die Frau und stellte frustriert fest: „Hauptsache, den Gewerbetreibenden geht es gut. Und wir Anwohner müssen es ausbaden.“

Ortsbürgermeister will mit Gewerbetreibenden reden

Ratsmitglied Thomas Mann, der auch im Stadtrat sitzt, wusste von Aussagen aus dem Bauamt, wonach mit der Bahn über einen Rückbau verhandelt werde. Dafür habe es auch schon eine Kostenermittlung gegeben. „Das Bauamt ist dran“, sagte Mann. Allerdings ziehe sich das Ganze schon seit Jahren hin, weswegen er im Stadtrat künftig häufiger nachbohren wolle.

„Wir brauchen eine vorläufige Lösung“, wandte der Einwohner ein. Daher regte Mann an, mit den Gewerbetreibenden zu sprechen, um diese für die Belange der Anwohner zu sensibilisieren.

Ähnlich äußerte sich Ortsbürgermeister Nieder, der ankündigte, auf die Gewerbetreibenden zuzugehen. „Mehr ist nicht möglich“, schränkte er ein.

„Das Problem ist, dass die Verantwortlichen auswärts wohnen“, fügte Ratsmitglied Alf Giggel hinzu. Von seiner eigenen Arbeitsstelle wisse er, dass spätabends keine Fahrten mehr stattfänden, weil die Gesellschafter in dem Ort leben und was dagegen hätten.

Zu den Anwohnern des Kuseyer Gewerbegebietes sagte er: „Ich kann mir lebhaft vorstellen, was bei euch abgeht.“