Klötze l Zahlreiche Projekte schickte die Lokale Aktionsgruppe (LAG) „Rund um den Drömling“ am Mittwochabend in Calvörde eine Runde weiter. Die Mitglieder der LAG bestätigten nach eingehender Diskussion die zuvor erstellte Prioritätenliste mit den eingereichten Vorhaben, die jetzt Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln ist. Das bestätigte am Donnerstag LAG-Manager Wolfram Westhus auf Anfrage der Volksstimme.

„Es lief sehr gut, die Diskussion war sehr konstruktiv“, schätzte der Manager ein. Überhaupt sei das Arbeiten in der Drömlingsaktionsgruppe angenehm.

Insgesamt stehen der LAG 816.000 Euro an Fördermitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung. Weil die beantragten Fördermittel der Projekte jedoch die geplante Summe überschreiten würden, können nicht alle Vorhaben bedacht werden. „Die ersten 20 Projekte haben aber gute Chancen auf das beantragte Fördergeld“, betonte Wolfram Westhus. Allein zehn dieser 20 Vorhaben betreffen den Bereich der Einheitsgemeinde Stadt Klötze. Die genannten Baukosten und Fördersummen sind Grobschätzungen und können sich noch ändern.

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Eine energieeffiziente Modernisierung am Vereinshaus plant der Immekather Carnevalsverein. Baukosten 20.000 Euro, Fördermittel 16.000 Euro.

Drei Projekte hat der Evangelische Kirchengemeindeverband Klötze beantragt. Zum einen soll am Gebäude der Evangelischen Familienbildungsstätte (EFA) in Klötze ein direkter Zugang vom Obergeschoss in den Gartenbereich gebaut werden, zum anderen ist ein barrierefreier Zugang von der EFA-Küche in den Garten vorgesehen. Veranschlagte Kosten für die beiden Vorhaben 25.000 Euro, Fördermittel 20.000 Euro. Außerdem sollen an der denkmalgeschützten Schwiesauer Feldsteinkirche substanzerhaltende Maurerarbeiten am Turm und am Kirchenschiff vorgenommen werden. Kosten dafür 65.000 Euro, Fördermittel 24.580 Euro.

Bausubstanz ist gefährdet

„Die Außentreppe vom Obergeschoss in den Gartenbereich ist erforderlich, damit Kinder und Erwachsene, die Veranstaltungen oben besuchen möchten, nicht die Gäste unten stören“, begründete Pfarrer Johannes-Michael Bönecke. An der Schwiesauer Kirche müsse dringend etwas getan werden, um die Bausubstanz zu erhalten und Passanten zu schützen.

Hermsmeyers Hof in Jahrstedt hat ein Projekt für den Norddrömling zur Offenhaltung der Landschaft mit Standweiden und einer halboffenen Weidelandschaft beantragt. Geschätzte Kosten dafür: 21.400 Euro, Fördermittel rund 9000 Euro.

Auch der Zweckverband Natur- und Kulturlandschaft Drömling ist mit im Boot. Sein Projekt hat die Beschilderung des Radwegenetzes im Drömling zum Ziel. Kosten dafür 80.000 Euro, Fördermittel 64.000 Euro. Ein weiteres Projekt beinhaltet die Offenhaltung der Landschaft mit Standweiden und einer halboffenen Weidelandschaft am Germenauer Heuweg bei Jahrstedt. Geplante Kosten 25 000 Euro, Fördergeld 20 000 Euro. Zudem soll ein Wanderwegekonzept für die halboffene Weidelandschaft bei Röwitz erstellt werden. Kosten 32.000 Euro, Fördermittel 25.600 Euro.

Eine Privatperson möchte in Kunrau den „Dekonatur Kreativhof“ ausbauen. Kostenpunkt 13.600 Euro, Fördermittel 6126 Euro.

Hermann Buchmüller beantragte namentlich eines in Gründung befindlichen Heimatvereins in Steimke Mittel für die Erstausstattung einer Heimatstube. Kosten 8000 Euro, Fördermittel 6400 Euro.

In Siedentramm möchte eine Privatperson eine Fachwerkfassade an einem Wohnhaus sanieren. Veranschlagte Kosten dafür 10.000 Euro, Fördergeld 5000 Euro.

„Es liegt nun an jedem selber, bis 30. Januar beim LAG-Management einen ausführlichen Projektantrag einzureichen, der den Anforderungen entspricht“, erklärte Wolfram Westhus. Er und sein Manager-Kollege Wolfgang Bock prüfen diese Anträge und reichen sie bis zum 1. März bei den entsprechenden Bewilligungsstellen Landesverwaltungsamt, Investitionsbank und Amt für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung (ALFF) ein.

Mit einer Entscheidung zur Förderung rechnet Wolfram Westhus bis Mitte 2017: „Ich gehe davon aus, dass die ersten 20 Projekte umgesetzt werden.“ Kaum eine Chance hat deshalb das vom Algenhersteller Roquette eingereichte Projekt einer „Erlebniswelt Algen“. Wolfram Westhus nennt den Grund: „Dafür reicht das Fördergeld für unsere LAG nicht aus.“