Klötze l Die Schüler der Klasse 2 b und deren Eltern wollen, dass die Klassenlehrerin Adina Borchert wieder in Klötze unterrichtet. Das machten sie Ende September bei einem Fest auf dem Schulhof deutlich. Aus einem eigentlich fröhlichen Fest wurde ein Abschied mit Tränen. Auf Bannern und in Reden machten Eltern und Schüler ihre Forderung deutlich: „Unsere Klassenlehrerin gehört zu uns an die Purnitzschule.“

Dass daraus aber sobald nichts werden wird, ist nach einer schriftlichen Antwort aus dem Landesverwaltungsamt auf eine Beschwerde des Elternrates klar (Brief liegt der Redaktion vor). Darin werden zunächst einige grundsätzliche Aussagen zur Verfahrensweise bei der Abordnung von Lehrkräften getroffen. In dem Schreiben heißt es: „Um an den Schulen des Landes Sachsen-Anhalt eine bedarfsgerechte Unterrichtsversorgung zu gewährleisten, kann es erforderlich sein, kurzfristig eine Abordnung einer Lehrkraft vorzunehmen.“ Mit der Maßnahme der Abordnung werde ein nicht vorhersehbarer Bedarf an einer anderen Schule ausgeglichen. Das sei erforderlich, weil längerfristige Maßnahmen wie die Einstellung von Lehrern „einer umfassenden Vorbereitungszeit bedürfen“. So lautet die Begründung, die eine Abordnung legitimieren soll.

Interessen müssen abgewogen werden

„Wir haben in diesen Fällen immer schwierige Abwägungen verschiedener Interessen zu treffen, da an der anderen Schule auch Kinder auf eine Lehrkraft warten“, schreibt der mit der Antwort beauftragte Mitarbeiter des Landesschulamtes. Am Auswahlverfahren seien stets die Schulleitung sowie der Schulpersonalrat beteiligt.

Das Prozedere dabei sieht wie folgt aus: „Zunächst werden auf freiwilliger Basis Lehrkräfte gesucht. Liegt keine Bereitschaft vor, erfolgt ein Personalauswahlverfahren nach festgeschriebenen Kriterien.“ Im vorliegenden Fall wurde dem Landesschulamt kurzfristig „eine akute Bedarfslage aufgrund eines nicht absehbaren Lehrerausfalls in der Grundschule in Jübar angezeigt“, wird weiter erklärt. Deshalb sei es erforderlich gewesen, die Abordnung einer Lehrkraft von der Purnitzschule in Klötze mit allen Stunden zu veranlassen. Dabei habe die Personalauswahl anhand sozialer Kriterien getroffen werden müssen.

Fragen bleiben unbeantwortet

„Die Auswahl fiel auf Frau Borchert. In Übereinstimmung mit diesem Vorschlag der Schule hat das Landesschulamt die Abordnung veranlasst.“ Punkt.

Damit ist den Eltern zwar die Verfahrensweise bei einer solchen Abordnung erklärt worden. Andere Fragen der Eltern blieben unbeantwortet: Warum hat es die Klassenlehrerin Adina Borchert und nicht eine andere Lehrerin der Schule ohne eigene Klasse getroffen? Borchert ist die Englisch-Lehrerin der Schule. Wie wird der Englisch-Unterricht abgesichert? Wann unterrichtet Borchert wieder in Klötze?Die Eltern nahmen die Antwort mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. Manja Baumgart dazu: „Wir hoffen, dass durch die Abordnung nicht zu viel Unterricht ausfällt und Adina Borchert bald wieder nach Klötze kommt.“