Klötze l Eigentlich war Wilhelm Busch (1832 bis 1908) mit seinen Geschichten über Max und Moritz ein Pionier des Comics. Das sagte Eva Weiss nach ihrem gestrigen musikalischen Auftritt zu den Fünftklässlern der Klötzer Sekundarschule. 60 Minuten erzählte die Hannoveranerin den 40 Mädchen und Jungen die weltbekannten Streiche der beiden Lausbuben mit musikalischer Begleitung und einigen Instrumenten. Dabei begann die musikalische Lesung mit dem einleitenden Busch-Spruch: „Ach, was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel von diesen, welche Max und Moritz hießen.“

Auf gekonnt witzige und gestikulierende Art trug Eva Weiss die sieben Streiche von Max und Moritz vor. Dabei sorgte sie mit manchem kräftigen Bogenstrich auf der Gamba für Aufregung bei den Schülern. Gerade beim Erzählen, als Schneidermeister Böck über die von Max und Moritz eingesägte Brücke in das Wasser stürzte und sich in Todesangst die Gänse fasste.

Explodierende Pfeife

Aber auch, als Lehrer Lämpel seine Pfeife nach dem Orgelspiel in seiner Wohnstube anstecken wollte und dabei in der von den beiden Lausbuben gestopften Pfeife alles explodierte, erklangen die Ozeantrommel und Gamba lautstark. Am Ende der Geschichte werden Max und Moritz, wie in der Erzählung von Wilhelm Busch, in einer Mühle zu Korn gemahlen und von Hühnern mit einem kräftigen Trommelwirbel gefressen, weil sie zuvor Kornsäcke aufgeschnitten hatten.

Ilka Prager von der Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek hatte Eva Weiss über den Frie­drich Bödecker-Kreis für mehrere Lesungen an Grund- und Sekundarschulen im Altkreis Klötze verpflichtet. Noch bis kommenden Freitag will die seit 30 Jahren als freischaffende Künstlerin arbeitende Weiss die Kinder mit ihrer Lesung begeistern.