Lockstedt l Eigentlich sollte es schon im Frühjahr ein Treffen mit dem Lockstedter Sportvereinsvorstand und der Klötzer Stadtverwaltung geben, um die weitere Saalnutzung für 2021 und darüber hinaus zu klären. Das gab es auch in der zweiten Märzwoche vor der Corona-Pandemie. So war Lockstedts Vereinsvorsitzender Jens Lühmann gemeinsam mit dem Kreissportbund-Geschäftsführer Andreas Lenz und Ortsbürgermeisterin Daniela Beckmann beim städtischen Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps. Doch zu einer finalen Lösung, was die Betriebskostenübernahme für den Lockstedter Saal für 2021 betrifft, gab es keine endgültige Einigung. Auf dieses Papier warten Jens Lühmann und seine Mitstreiter aus dem Vorstand bis zum heutigen Tag.

„Wir haben noch keine schriftliche Zusicherung von der Stadt für die Übernahme der Betriebs- und Mietkosten für den Lockstedter Saal für das kommende Jahr“, betonte Jens Lühmann während der jüngsten Vorstandssitzung. Denn der Verein muss planen und seine Tischtennis-Mannschaft für die neue Spielzeit melden. Das hat Lühmann auch schon getan, in der Hoffnung, dass die Stadt wie in den Vorjahren die Betriebs- und Mietkosten weiter übernimmt. Aus dem Klötzer Rathaus war trotz einer schriftlichen Anfrage zu dem Thema gestern keine Stellungnahme zu bekommen.

Im November 2019 war die Übernahme der Betriebs- und Mietkosten für das Lockstedter Gebäude durch die Einheitsgemeinde bereits ein brisantes Thema. Die Stadt hatte den Mietvertrag mit dem Sportverein gekündigt. Daraufhin protestierten die Einwohner aus Hohenhenningen, Neuendorf und Lockstedt lautstark vor dem Klötzer Rathaus und der Stadtrat stimmte im anschließenden geschlossenen Teil für die Fortführung des Mietvertrages.

Jährliche Betriebskosten von rund 6000 Euro

Dabei hatte die Einheitsgemeinde die jährlichen Kosten für die Saalmiete an den Eigentümer sowie die Betriebskosten von insgesamt etwa 6000 Euro übernommen. Das wünscht sich der Sportverein auch für 2021. Doch bislang gibt es keine gesicherte schriftliche Aussage aus dem Rathaus. Die wünscht sich nicht nur der Sportverein, sondern auch die Ortschaft. Denn neben den Tischtennisspielern sind die Frauen-Gymnastikgruppe sowie die Lockstedter Frauen-Tanzgruppe in dem Gebäude aktiv. Zudem wird die Immobilie von der Feuerwehr und der Ortschaft für verschiedenen Veranstaltungen genutzt. „Mit der Schließung des Objekts stirbt auch das Dorfleben in der Ortschaft“, stellte Vereinschef Lühmann klar. Der Verein hat in der Vergangenheit viel Zeit und Geld in den Saal mit den Nebenräumen investiert, aber die Betriebskosten von rund 6000 Euro können die 72 Mitglieder nicht aufbringen.

Da Jens Lühmann Sicherheit über die Zukunft der Saalnutzung haben wollte und trotz mehrfacher telefonischer und schriftlicher Anfragen aus dem Rathaus keine Antwort bekam, suchte er Rat beim Kreissportbund-Geschäftsführer Andreas Lenz. Der hatte mehr Glück als der Vereinschef und bekam vom städtischen Hauptamtsleiter Matthias Reps die Antwort, dass es für 2021 keine finanziellen Änderungen in Sachen Lockstedter Saal geben wird, wenn der Stadtrat nichts anders beschließt und es keine neuen Nutzungsgebühren gibt.

Jedoch hat Jens Lühmann das noch nicht schriftlich aus dem Rathaus bekommen. Er strebt eine langfristige und nicht nur eine jährliche Lösung im Sinne des Vereins und der Ortschaft an.