Klötze l Zwar läuft der Pachtvertrag zwischen der Einheitsgemeinde Stadt Klötze und dem Lockstedter Sportverein erst am 31. Dezember aus. Dennoch wollen die aktuell 75 Vereinsmitglieder um ihren Vorsitzender Jens Lühmann in punkto Finanzierung der Betriebs- und Mietkosten sicher planen können für die kommenden Jahre. Trotz mehrerer Anfragen und auch eines Termins im März im Klötzer Rathaus haben die Lockstedter Sportler bis zum heutigen Tag nichts Schriftliches in der Tasche (wir berichteten).

Doch sie wollen Planungssicherheit für die kommenden Jahre und nicht immer nur von Jahr zu Jahr in Angst leben, dass die Stadt für den finanziellen Zuschuss von jährlich 6000 Euro nicht mehr aufkommt und der Verein dann seinen Trainings- und Wettspielbetrieb aufgeben muss.

Es wäre für den Ort eine Tragödie, wenn der Saal aus Kostengründen geschlossen werden müsste, weil die Stadt die Kosten nicht mehr trägt. Darin waren sich alle Lockstedter Vorstandsmitglieder gemeinsam mit Ortsbürgermeisterin Daniela Beckmann während der jüngsten Zusammenkunft einig. Auch der Sportlerball, der in diesem Jahr auf Grund der Corona-Pandemie mit den notwendigen Hygiene- und Abstandsregelungen ausfallen muss, wäre davon betroffen.

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„Mit der Saalschließung stirbt ein Stück Gemeinschaft in der Ortschaft“, machte Jens Lühmann deutlich. Denn nicht nur der Sportverein nutzt die Immobilie zum Tischtennisspielen sowie für die Frauengymnastik und den Tanzsport. Auch die Jugendwehr ist in den Wintermonaten im Saal zu finden und schult ihr Wissen. Aber auch Veranstaltungen der Lockstedter, Neuendorfer und Hohenhenninger Feuerwehr-Kameraden sowie der Einheimischen werden in dem Gebäude abgehalten. Auf Volksstimme-Nachfrage in der Vorwoche gab es zu dem Thema trotz schriftlicher und telefonischer Anfrage bei Bürgermeister Uwe Bartels keine Antwort.

Stadtrat trifft die finale Entscheidung

Die kam in dieser Woche vom Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps. Er bestätigte, dass der Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem Sportverein noch bis zum 31. Dezember läuft. Weiter teilte Reps mit: „Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Vertretung, werden wir auch über den Zeitpunkt hinaus den Lockstedter SV unterstützen. Das habe ich dem Vorsitzenden auch so in einer E-Mail am 23. Juni bestätigt. Wir unterstützen unsere Vereine.“ Das würde aus der Verwaltungssprache übersetzt heißen, dass der Stadtrat letztendlich die Entscheidung trifft, ob das Geld auch für 2021 und die folgenden Jahre weiter für den Lockstedter Sportverein fließt.

Doch eigentlich sollte es im Frühjahr ein Treffen zwischen allen Beteiligten im Klötzer Rathaus geben, um dem Sportverein Planungssicherheit zu geben. Doch das gab es auf Grund der Corona-Pandemie nicht. „Wir haben für die neue Tischtennissaison unsere Männermannschaft bereits gemeldet“, informierte Vereins­chef Jens Lühmann. Er hofft, dass sie ihre Heimspiele im Punktspielbetrieb auch über die Jahreswende im Saal austragen können. Genau so geht es der florierenden Jugendwehr und den drei Ortswehren aus Neuendorf, Lockstedt und Hohenhenningen.

Im November 2019 mussten die Einwohner erst vor einem Sonderstadtrat auf den Ernst der Lage aufmerksam machen, damit die Finanzierung weiterläuft. Den lautstarken Protest wollen die Lockstedter nicht noch einmal wiederholen und hoffen, dass es spätestens im Herbst eine langfristige Finanzierung von der Einheitsgemeinde für den Saal gibt.