Steimke l Pfarrer Thomas Piesker brachte es während der Festveranstaltung zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen Steimke und Brome am Sonntag auf dem Punkt. „Wer sehen möchte, wie die Unterschiede zwischen Ost und West überwunden worden sind, der sollte nach Steimke kommen“, betonte der Geistliche im Saal des Dorfes, das früher im Sperrgebiet der DDR lag. Dabei ergänzte Piesker, dass die Menschen aus Steimke und Brome nach der Maueröffnung im November 1989 aufeinander zugegangen sind. „Das ist Beispielhaft für die Region“, merkte der Pfarrer an. Er erinnerte, wie die Chöre nach 1990 zueinander gefunden haben und dass mit Andrea Jürgens aus Kusey und Friedhelm Klopp aus Immekath zwei Ostdeutsche Chöre in Brome und Altendorf im Westen dirigieren. Gemeinsam traten der Frauenchor Steimke und der Gemischte Chor Brome unter Regie von Andrea Jürgens in Steimke auf. Das positive Zusammenwachsen der beiden Orte würdigten zahlreiche Redner während der Festveranstaltung. So Hermann Buchmüller vom Heimatverein Steimke, der die Zusammenkunft mit seinem Verein organisierte. „Es waren die Sänger, die die ersten Kontakte zwischen den beiden Orten herstellten“, erinnerte Buchmüller und sagte, „dass es zwar den Bromer Männerchor nicht mehr gibt, aber es waren ein Drittel Steimker, die dort mitsangen“, so der 83-Jährige. Seit der Grenzöffnung am 11. Februar 1990 ist Brome für die Steimker mittlerweile ein Dreh- und Angelpunkt geworden.

Steimker gehen in Brome zum Arzt und kaufen e

„Steimker haben in Brome ihren Arbeitsplatz, gehen dort zum Arzt, zur Apotheke und Sparkasse. Sie kaufen im Flecken ein und gehen zum Eisessen. Positiv für Steimke: Der Bromer Karnevalsverein ist in diesem Jahr auch in Steimke zu Gast“, listete Buchmüller auf.

In Erinnerungen an die Zeit vor 30 Jahren und der Maueröffnung am 11. Februar 1990 zwischen den beiden zwei Kilometer entfernten Orten blickten der frühere Bromer Samtgemeinde-Direktor Hans Schönecke, der heutige Bromer Bürgermeister Gerhard Borchert sowie der Klötzer Einheitsgemeinde-Bürgermeister Uwe Bartels und Steimkes Ortsbürgermeister Frank Kraskowski zurück.

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„Wir sollten alle stolz sein, dass wir die Maueröffnung und die Wiedervereinigung miterleben durften“, betonte Uwe Bartels. Auch Bromes Bürgermeister hat gute Erinnerungen an die letzten 30 Jahre. Besonders wenn zum Bromer Schützenfest der Spielmannszug Steimke und der Musikzug Brome gemeinsam „Preußens Gloria“ spielen. Borchert versprach im Nachgang des Jubiläums eine Eiche an der früheren Grenze zu pflanzen.

Der ehemalige Bromer Samtgemeinde-Direktor Hans Schönecke erinnerte an die Schwierigkeiten der Grenzöffnung und dankte der früheren Steimker Bürgermeisterin Christine Taebel für ihr Engagement. Schönecke überreichte Buchmüller und Taebel für die Steimker Heimatstube ein Stück Grenzbalken aus Eichenholz vom ehemaligen Bundesgrenzschutz.

Trotz aller Zufriedenheit in Ost und West, trotzdem 30 neue Häuser in Steimke nach 1990 gebaut wurden und zwölf Paare aus Steimke und Brome geheiratet haben, bleibt der Wunsch nach einem länder­übergreifenden Radweg. Der soll bis 2021 kommen, hatte Salzwedels Landrat Michael Ziche kürzlich den Steimkern versprochen.