Klötze l Knallbunt ist der Badeanzug, der da auf dem Tisch liegt. Mit pinken, gelben, grünen, schwarzen und blauen gezackten und geschwungenen Mustern ist der Stoff des Badetextils bedruckt. Die ganze Aufmachung lässt schnell erkennen, dass das gute Stück schon ein paar Tage älter ist. Bewundert werden konnte es im Kuseyer Ostalgie-Museum, das seine Türen für Besucher geöffnet hatte. Neben der umfangreichen Dauerausstellung mit zahllosen Gegenständen aus dem DDR-Alltag lag ein besonderes Augenmerk auf der Bademode und dem Sommer.

Gleich an der Eingangstür stand ein Tisch mit passenden Ausstellungsstücken. Neben dem bunten Einteiler für Damen lagen auch weniger auffällige Modelle aus. Ein Bikini im schlichten Schwarz, einer in Türkis und ein anderer mit blau-lila-grünen Streifen. Das Problem bei den Textilien sei, dass sie mit der Zeit zerfallen und die Gummis nachgeben. Deshalb seien Badesachen kaum erhalten, sagte Ilka Dankert vom Museumsteam, zu dem auch Meike Hesse-Prang und Roswitha Hesse gehören. Die Jahre überdauert haben die Schwimmflügel zum Aufpusten für Kinder und die Sandalen aus Leder sowie die Kunststoff-Badelatschen, die einst für frische Luft an den Füßen sorgten.

Viele Kleinigkeiten

Alle Stücke wurden in vielen Jahren zusammengesammelt und kamen etwa als Geschenke ins Museum, wie Ilka Dankert sagte. Entstanden ist so eine Ausstellung mit einer beachtlichen Zahl von DDR-Produkten. In einem Zimmer findet sich etwa alles fürs Kind, angefangen beim Babyfläschchen über Strampler, Töpfchen bis hin zu Kinderbüchern. Gleich nebenan lädt eine Küche zur Erkundung ein. Denn es gibt viele Kleinigkeiten, die erst beim genauen Hinsehen auffallen. Auf dem gedeckten Frühstückstisch liegt etwa eine Plastiktüte, die einst Vollmilch enthielt. Ein Becher „Frische Rahmbutter“ steht ebenfalls bereit. Dinge also, die eigentlich sofort weggeworfen werden, wenn der Inhalt alle ist.

Bis unter die Decke gefüllt sind die Räume der ehemaligen Post in Kusey mit solchen Stücken. Seit mehr als zehn Jahren werden sie dort ausgestellt. „Die Menschen bringen Sachen her, die sie nicht wegwerfen wollen“, informierte Roswitha Hesse. Nach der Wende habe ihre Tochter Meike damit begonnen, Gegenstände aus der DDR zu sammeln. Irgendwann waren genug Stücke für eine erste Ausstellung auf dem Hof zusammen. Die Besucher seien damals begeistert gewesen und hätten gesagt, dass man daraus eine dauerhafte Ausstellung machen müsste. Auf Anfrage würden die Räume geöffnet.