Böckwitz l Fortbestand oder Auflösung? Genau darum geht es am Donnerstag bei der Mitgliederversammlung des Böckwitzer Museumsvereines, die um 19 Uhr im Aufenthaltsraum des Museums beginnt. Im Vorfeld scheinen beide Varianten denkbar. Eine Frage wird sein, ob es überhaupt möglich ist, den Verein zu erhalten? Resonanz und Verlauf der Versammlung werden es zeigen.

2017 gab es noch rund 30 Mitglieder, inzwischen dürften es weniger sein. Die Vorstandswahl vor zwei Jahren erwies sich als schwere Geburt und klappte erst im zweiten Anlauf. An den Versammlungen hatten nur jeweils sieben Mitglieder (!) teilgenommen. Die beiden Kassenprüfer waren nicht zugegen, darum konnte der Vorstand nicht entlastet werden.

Kassenberichte 2015 bis 2018

Im November 2018 kündigte Vorsitzende Ingrid Schumann ihren Rücktritt an, der bis dato aber nicht vollzogen werden konnte, weil dazu erst die Kasse geprüft und der Vorstand entlastet werden muss. Das scheiterte jedoch an den fehlenden Unterlagen, die nun vorliegen. Kassenwart Jürgen Bammel, vor zwei Jahren gewählt und 1997 maßgeblich an der Vereinsgründung beteiligt, will heute Abend die Kassenberichte der Jahre 2015 bis 2018 präsentieren. Im Anschluss sollen Vorstand und Vorsitzende entlastet werden. Außerdem ist die Neuwahl des Vorstandes geplant. Gesucht werden ein Vorsitzender, ein stellvertretender Vorsitzender, ein Kassenwart, ein Schriftführer, Beisitzer und Kassenprüfer. Werden sich Kandidaten finden? Und wie viele Leute kommen?

„Über eine zahlreiche Teilnahme würden wir uns freuen“, heißt es in der Einladung von Ingrid Schumann. Schließlich geht es um die Zukunft des Vereins. Dazu soll es heute Abend laut Tagesordnung eine „kritische und präventive“ Betrachtung geben.

„Das Museum zu schließen, wäre töricht“, stellte Jürgen Bammel vor zwei Jahren bei der Mitgliederversammlung klar. Er wunderte sich damals über das mangelnde Interesse aus den Grenzdörfern, „wo die Bürger am stärksten unter der Grenze gelitten und am meisten von der Wende profitiert haben“. Noch dazu warb er dafür, aktiv um neue Mitglieder zu werben und forderte eine größere Unterstützung von Stadt, Kreis und Land.

Eigentum erschwert Förderung

Danach sah es lange Zeit nicht aus. Aber vielleicht findet im 30. Jahr des Mauerfalls nun doch ein Umdenken statt. Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels sprach zuletzt von gemeinsamen Lösungen, die gefunden werden müssten. Von Leuten, die sich Gedanken machen würden. Und von „Gesprächen auf höherer Ebene“. Bartels machte deutlich, dass ihm das Museum sehr am Herzen liege und es „auf jeden Fall“ in Zicherie/Böckwitz bleiben solle. Jahrstedts neuer Ortsbürgermeister Ronny Bratke sei der gleichen Meinung. Allerdings nicht unbedingt am jetzigen Standort, der sich im Privateigentum befindet. Durch die fehlende Bestandssicherheit sind Fördermittel nahezu ausgeschlossen.

Bei der jüngsten Sitzung des Jahrstedter Ortschaftsrates erwähnte Bratke einen Termin mit dem Flecken Brome, der kurzfristig abgesagt worden sei, aber nachgeholt werden sollte. Thema: Museumsverein und Grenzausstellung. „Ich finde es gut, dass sich der Flecken engagiert“, sagte Bratke und deutete an, dass die Ausstellung „wahrscheinlich“ eine neue Heimat bekommen werde.

Aber wer kümmert sich darum, wenn der Museumsverein tatsächlich aufgelöst wird? Greift dann der Museums- und Heimatverein Brome ein, wie Hartmut Jakobs aus Zicherie 2018 vorgeschlagen hat? Übernehmen die Stadt Klötze, der Flecken Brome, die Samtgemeinde Brome und eventuell die Landkreise eine Rolle? Und was wird bei einem Umzug aus dem Aufenthaltsraum, in dessen Bau vor einigen Jahren viel Zeit und Mühe investiert wurde? Vielleicht gibt es auf diese Fragen heute Abend schon die ersten Antworten.