Klötze/Quarnebeck l Ein Häuschen mit Garten im Grünen – das wünschen sich scheinbar viele Einwohner in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze. Doch ohne geeignetes Grundstück können die Bauwilligen ihren Traum nicht Wirklichkeit werden lassen. Regelmäßig wurde in den vergangenen Monaten über die Schaffung neuer Bauplätze diskutiert.

Auch in der Sitzung des Stadtrates, die im Quarnebecker Saal stattfand, sorgte das Thema für Gesprächsstoff. Eine Einwohnerin meldete sich zu Wort, um zu „horchen, wie es in Quarnebeck und den umliegenden Orten mit Bauplätzen aussieht“. Man höre ja, dass in der Kernstadt solche Grundstücke geschaffen werden sollen. Das sei so nicht ganz richtig, teilte Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels mit: „Es ist nicht so, dass nur in Klötze Bauland geschaffen wird.“ In den Dörfern bestehe jedoch das Problem, dass es nur wenige Grundstücke gibt, die der Stadt gehören und wo Plätze geschaffen werden könnten. Vieles sei in privater Hand. „Wir sind nicht in der Lage, in jedem Ortsteil Flächen der Stadt zur Verfügung zu stellen“, so Bartels.

Corona-bedingte Informationspause

Einige neue Baugebiete sind aktuell in Planung. Über den Stand der Dinge wurde während der Sitzung berichtet. Damit folgte die Verwaltung dem Wunsch der SPD-Fraktion im Stadtrat. Diese hatte Anfang des Jahres den Antrag gestellt, dass in den Sitzungen des Gremiums regelmäßig über die Schaffung von Bauplätzen informiert werden solle. Durch die coronabedingt ausgefallenen Sitzungen in den vergangenen Monaten konnte das aber erst jetzt geschehen, teilte Uwe Bartels mit.

Ein Wohngebiet ist an der Salzwedeler Straße in Klötze geplant. Auf einer Fläche von rund 6500 Quadratmetern sollen dort einmal sieben Grundstücke entstehen, berichtete Jens Passier bei der Zusammenkunft. Er ist Geschäftsführer der Klötzer Wohnungsbaugesellschaft. Das Unternehmen, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, soll sich um die Erschließung und Vermarktung der Grundstücke kümmern. „Unsere Planung ist abgeschlossen“, teilte Jens Passier mit. Ende August, so schätzte der Geschäftsführer, könnte der Auftrag für den Straßenbau im neuen Wohngebiet vergeben werden, nachdem nun die Ausschreibung auf den Weg gebracht wurde. Die Bauphase sei für die Zeit vom 7. September bis zum 30. Oktober vorgesehen. Im ersten Quartal 2021, so der Plan, könnte man wohl die Grundstücke veräußern.

Zur Erinnerung: Das Projekt nahm 2016 seinen Anfang. Damals entstand die Idee, dass sich die Wobau um das Gebiet kümmern soll.

Weitere geplante Baugebiete in der Einheitsgemeinde Stadt Klötze stellte Gordon Strathausen, Sachgebietsleiter im Klötzer Bauamt, während der Sitzung vor. Er ging auf Projekte in der Klötzer Kernstadt, in Immekath, Lockstedt und Kunrau ein.

Für ihre Ausführungen bedankte sich Alexander Kleine (SPD) bei Jens Passier und Gordon Strathausen. „Man merkt, es wird daran gearbeitet, schnell Bauplätze zu schaffen“, so Kleine. Doch wie kann die Politik den Prozess beschleunigen, damit es, wie im Fall der Salzwedeler Straße, nicht immer vier Jahre dauere, bis es vorwärts geht, fragte Kleine. „Ich weiß nicht, wie man das politisch regeln kann“, sagte Bartels. Vorgaben müssten befolgt werden, etwa bei den Planungen. Um eine Baulücke schließen zu können, dauere es bis zu einem Jahr. Erst dann könne gebaut werden. Man müsse einen Flächennutzungsplan für das gesamte Gebiet der Einheitsgemeinde auf den Weg bringen, um Flächen zu erfassen und das Thema so weiterzubringen, sagte Bartels.