Kunrau l „Garten bunt, Biene gesund“ - unter diesem Motto stand am Sonnabend die erste Staudenbörse auf dem Kreativhof in Kunrau. „Das soll ein fester Bestandteil in unserem Terminkalender werden, immer am zweiten Wochenende im April“, kündigt Organisatorin Renate Bartels an.

Ihr ist es ein Anliegen, dass die Menschen bei der Gestaltung der Gärten wieder mehr an Tiere denken. Dass es eben keine eintönige Rasenfläche ist, sondern ein farbenfrohes Kleinod, in dem Insekten ein unbeschwertes Leben haben können. „Mit einer Geranie vor der Haustür ist es nicht getan“, meint Bartels und denkt vielmehr an Stauden, die im Gegensatz zu anderen Pflanzen mehrere Jahre überdauern können und meistens sehr pflegeleicht sind.

Vielfalt

Ein vielfältiger Garten, da ist sich die Kunrauerin sicher, versorgt Insekten vom Frühling bis zum Herbst. Und von Stauden fühlen sich Bienen, Hummeln und auch Schmetterlinge auf der Suche nach Schutz und Nahrung magisch angezogen. Umgehrt darf sich der Mensch an deren Schönheit erfreuen. „Und ohne Bienen gäbe es kein Obst, kein Gemüse und keine Blumen“, argumentiert Bartels.

Durch die Staudenbörse will sie mit ihren Mitstreitern auf diese und andere Aspekte aufmerksam machen. „Wir möchten die Menschen, vor allem die jungen Leute, die eventuell ein Haus bauen, dazu animieren, ihre Gärten wieder bunter zu gestalten. Und wenn es nur eine kleine Ecke mit Wildblumen ist. Dadurch wäre schon viel gewonnen“, ist Bartels überzeugt.

Sie selbst liebt die Arbeit im Garten, das Gefühl, Erde in der Hand zu haben, spricht von Entspannung, Entschleunigung und einem Wohlbefinden, das jedem anzuraten ist. „Die Arbeit im Garten war früher ganz normal. Heute ist das ein bisschen in Vergessenheit geraten“, bedauert Bartels.

Erfahrungsschatz

Damit einher ging der Verlust von Wissen. Auch an diesem Punkt setzt die Staudenbörse, die also zur Tradition werden soll, an. So sind die Beteiligten gerne bereit, ihre Erfahrungen weiterzugeben.

Genau so war es auch am Sonnabend. Es wurde getauscht und verkauft und vor allem viel über Gärten geredet, über Bienen und Blumen sozusagen.

Ihre eigenen Einnahmen, so sagte Bartels, werden der Jugendarbeit der Naturparkverwaltung Drömling zugute kommen. Gleichzeitig überlegt sie, ob bei der nächsten Staudenbörse mehr für Kinder angeboten werden könnte. Eine Idee hat sie schon im Kopf: „Kinder malen ja gerne, vor allem Blumen.“