Beetzendorf l Kürzlich bat mich ein Beetzendorfer Mitbürger um die Beschreibung des Schöllkrautes, und wo er diese Pflanzenart finden könne. Ich empfahl ihm, im Beetzendorfer Park nahe der Burgruine danach zu suchen. Es handelt sich nämlich um eine nitrophile (stickstoffliebende) Ruderalpflanze, die auf Schutt und an alten Mauern, Wegen und Zäunen zu finden ist.

Die korrekte deutsche Bezeichnung ist Großes Schöllkraut. Der wissenschaftliche Name ist Chelidonium majus. Chelidonium ist die griechische Bezeichnung für die Schwalbe. Das ist darauf zurückzuführen, dass diese Pflanze bei der Ankunft der Schwalben im Mai blüht.

Leuchtend gelbe Blüten

Sie blüht mit leuchtend gelben Blüten, die über vier Kronblätter und viele Staubblätter verfügen und in doldenartigen Blütenständen zusammengefasst sind. In schotenähnlichen Kapseln bilden sich später schwarze eiförmige Samen, die ein eiweißhaltiges Anhängsel besitzen, von dem sich Ameisen gerne ernähren. Sie verschleppen die Samen häufig (Ameisenverbreitung) und so kommt es nicht selten dazu, dass das Schöllkraut aus altem Gemäuer herauswächst. So zum Beispiel am alten Burgfried im Beetzendorfer Park.

Das Große Schöllkraut gehört zur Pflanzenfamilie der Mohngewächse. Ein typisches Merkmal dieser Pflanzenfamilie ist das Vorhandensein von Milchsaft. Der lässt sich auch beim Schöllkraut nachweisen und ist orangegelb gefärbt.

Beim Abbrechen von Stängeln und Laubblättern tritt er in auffälliger Weise aus dem Gewebe heraus. Die Laubblätter sind übrigens gefiedert und zerstreut behaart.

Teemischungen gegen Beschwerden

Das Schöllkraut ist eine altbekannte Arzneipflanze, die schon in der Antike Anwendung fand. Gegen Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden wurden Teemischungen eingesetzt. Im Milchsaft befinden sich viele Alkaloide. Einige davon wirken wundheilend, entzündungshemmend und bakterien- und virentötend.

Darauf ist dann wohl auch die erfolgreiche Anwendung gegen Warzen zurückzuführen. Das brachte dieser Pflanze auch den Namen Warzenkraut ein. Gute Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn man den austretenden Saft täglich mehrmals auf die betroffene Stelle einwirken lässt und einige Wochen Geduld hat.