Zugewucherte Wege und umgefallene Bäume bieten wenig Erlebbares

Naturlehrpfad in Böckwitz ist nur noch Makulatur

Von Anke Kohl

Natur kann man in der Altmark an vielen Orten genießen. Besonders gut geht das am Naturlehrpfad in Böckwitz, wie Anwohner Ralf Düring seit geraumer Zeit feststellen muss. Die Natur holt sich dort zurück, was der Mensch ihr abgerungen hatte.

Böckwitz l "Diesen Weg sollten nur Menschen beschreiten, die gut zu Fuß sind", mahnt Ralf Düring. Der Böckwitzer nutzte den Naturlehrpfad gern, um dort zu laufen. Mittlerweile gleicht der Lehrpfad eher einer anspruchsvollen Strecke für Crossläufer.

Schon der Beginn des Naturlehrpfades Am Blann in der Nähe des Böckwitzer Ortsausganges macht keinen einladenden Eindruck mehr. Das wegweisende Schild ist noch vorhanden, die erste erklärende Tafel, die einst darunter befestigt war, liegt nun zwischen morschen Holzstücken auf der Erde. "Naturpfad ist die korrekte Bezeichnung. Denn die Natur hat sich ausgebreitet", sagt Ralf Düring über den weiteren Verlauf des im Oktober 2001 eröffneten Naturlehrpfades, der "die Entwicklung der Natur im ehemaligen Grenzstreifen zwischen Böckwitz und Steimke/Brome mit sachkundigen Erklärungen verdeutlichen und erlebbar" machen sollte, wie es in der entsprechenden Presseveröffentlichung hieß. Mittlerweile ist zu sehen, wie sich Natur entwickelt, wenn der Mensch nicht mehr in sie eingreift. Abgesehen von landwirtschaftlichen Geräten, die immer weiter in Richtung des einstigen Fußweges vordringen, wie Ralf Düring kritisiert.

Initiiert wurde der Lehrpfad 1997 durch die Kreisgruppe Klötze des Naturschutzbundes. In einem Bericht der Volksstimme vom April 2005 ist zu lesen, dass es gelungen sei, eine Pflegevereinbarung mit einem Partner zu treffen. Aus Mangel an Mitgliedern wurde die Klötzer Gruppe später jedoch aufgelöst.

Die damals vereinbarten Mahd- und Holzungsarbeiten dürften allerdings schon seit einiger Zeit nicht mehr stattgefunden haben. Kniehoch stehen Gräser vom Vorjahr, der Text einer Infotafel ist derzeit nur lesbar, weil die wilden Brombeerbüsche noch unbegrünt sind. Bei der dritten ihrer Art hat der geneigte Leser weniger Glück. Sie hat sich vor langem der Erde zugeneigt und liegt derzeit unterm Schnee.