Klötze l „Jetzt ist wieder Theater-Zeit angesagt“, vermeldet ein bestens gelaunter Kay Knittel und freut sich schon mächtig auf den Herbst. Dann wird die Klötzer Theatergruppe im Altmarksaal ihr neues Stück präsentieren. Es heißt „Kaviar trifft Currywurst“ und ist eine Komödie über Schein und Sein in drei Akten. Die Premiere findet am Freitag, 18. Oktober, ab 20 Uhr statt. Weitere Darbietungen folgen am Sonnabend, 19. Oktober, 19 Uhr sowie am Sonntag, 20. Oktober, 15 Uhr.

Karten sind fälschungssicher

Der Kartenvorverkauf erfolgt wie üblich am 1. August, allerdings nicht wie früher in der Theaterkasse an der Oebisfelder Straße, sondern im Eingangsbereich des Altmarksaales, und auch nicht schon am Nachmittag, sondern erst abends in der Zeit von 18 bis 20 Uhr, um auch Berufstätigen die Chance zu geben, teilzunehmen. Die Tickets können auch online geordert werden, und zwar ebenfalls ab dem 1. August, 18 Uhr. Dazu sollte vorzugsweise die neue E-Mail-Adresse tickettheater@freenet.de genutzt werden. Möglich ist aber auch weiterhin die alte Adresse theatergruppe-kloetze@freenet.de. „Was per Mail gekommen ist, schauen wir uns aber erst nach dem Direktverkauf an, sonst ist das unfair gegenüber denen, die sich angestellt haben“, begründet Knittel. Restkarten bietet er ab dem 2. August in seinem Laden an der Oebisfelder Straße 4 A an. Übrigens sind 2018 Kopien aufgetaucht, die zu Doppelbelegungen von Sitzplätzen führten. Deshalb werden die Karten dieses Mal fälschungssicher sein.

Die Hinweise der Vergangenheit haben sich die Theatergruppe und Erika Kamieth, Pächterin des Altmarksaales, zu Herzen genommen, beteuert Knittel. Gemeinsam wurde das gastronomische Konzept überarbeitet. So soll es bei den Abendvorstellungen zum Beispiel kleine Appetithäppchen geben. Eventuell wird im Foyer eine Sektbar aufgebaut.

Für die Aufführungen kündigt der Chef der Theatergruppe wieder „viele Überraschungen“ an. „Wir wollen im und mit dem Publikum spielen“, sagt er. Es kann also durchaus passieren, dass sich jemand aus dem Publikum plötzlich als Statist auf der Bühne wiederfindet.

Auch Backstage schreitet die Professionalisierung weiter voran. So gibt es eine Filmübertragung, „damit wir hinten sehen, was vorne passiert“. Außerdem wurde die Video-Crew auf drei Personen aufgestockt. Die Vorstellungen werden mitgeschnitten und sind später als DVD im Geschäft von Knittel käuflich zu erwerben.

„Wir sind ja schon bekannt dafür, dass wir immer noch eine Schippe drauflegen“, weiß er. Bei „Kaviar trifft Currywurst“ wird das genauso sein. So schreiten die Gäste am Einlass nicht nur über einen roten Teppich, sondern werden auch von einem Pagen begrüßt. Und die Bäume sind beleuchtet. „Es sollen einfach besondere Veranstaltungen sein“, verspricht Knittel, wohl wissend, dass die Besucher den Vorstellungen regelrecht entgegenfiebern und sich meistens besonders schick anziehen. Um einen Erinnerungswert zu schaffen, wird es eine spezielle Foto-Ecke geben. Die Bilder sind im Anschluss für einen kleinen Obolus zu haben. „Wir probieren das auf jeden Fall mal aus“, hofft Knittel auf eine rege Resonanz.

Bei „Kaviar trifft Currywurst“ werden zwölf Schauspieler auf der Bühne stehen, im Rahmenprogramm sind auch jüngere Mitglieder dabei, die dem Weihnachtsmärchen entwachsen sind. Darüber hinaus kündigt Knittel mehrere Gesangseinlagen an, natürlich live. Bemüht ist die Theatergruppe auch, echte Klötzer Originale einzubinden. So wird dieses Mal Fred Jübermann dabei sein, „dem die Rolle auf den Leib geschrieben ist“, wie Knittel meint. Er betont, dass die Klötzer Theatergruppe für alle Interessenten, die Lust haben, vor oder hinter der Bühne zu helfen, jederzeit offen ist. Alter und Geschlecht sind egal.

Lagermöglichkeiten werden knapp

Hilfe ist auch nötig. Denn im Laufe der Jahre haben sich jede Menge Requisiten angesammelt, die nun inventarisiert werden sollen. Die Sachen werden nicht nur über und unter dem Altmarksaal gelagert, sondern auch in zwei Hütten auf dem Hof sowie extern in drei Garagen. Die Theatergruppe ist auf der Suche nach weiteren Räumlichkeiten und wird dabei von der Stadt Klötze unterstützt.

Wer jetzt aber meint, die Theatergruppe bräuchte nichts mehr, der irrt. „Wir brauchen immer was, es müssen aber auffällige Sachen sein“, sagt Knittel und nennt Brautkleider, Fracks, große Bilder oder extravagante Möbel als Beispiele. Von der Abgabe „normaler“ Klamotten bittet er hingegen abzusehen. Diese sollten stattdessen der DRK-Kleiderkammer zur Verfügung gestellt werden.

Nach dem Weihnachtsmärchen 2018 hat sich die Klötzer Theatergruppe eine rund sechswöchige Pause gegönnt. Ende Januar begann die Auswahl des neuen Stückes. Das dauerte bis März. Schließlich will die Entscheidung stets wohl überdacht sein. „Es muss zu uns passen und vor allem lustig sein“, erklärt Knittel die Auswahlkriterien.

Damit alles klappt, wenn es darauf ankommt, wird unermüdlich geprobt. „Wir kennen keine Sommerpause“, informiert Knittel und präsentiert stolz die neuen Plakate. Erstmals ist darauf ein eigenes Mitglied zu sehen, nämlich Annemarie Rummelfanger. „Und die Fenster im Hintergrund gehören zum Friedenseck“, macht Knittel auf das Lokalkolorit aufmerksam.