Steimke l Nun ist es offiziell: Der neue Pfarrer im Bereich Steimke-Kusey heißt Thomas Piesker. Im Rahmen eines Gottesdienstes wurde er am Sonntag in das Amt eingeführt. Präses Dietrich Raapke überreichte ihm in der Steimker Kirche die von Landesbischöfin Ilse Junkermann unterschriebene Urkunde, wonach ihm die Pfarrstelle mit Wirkung zum 1. August 2019 übertragen wird.

Thomas Piesker hatte die Pfarrstelle am 1. November 2018 zunächst vertretungsweise übernommen – als Nachfolger von Bernd Schulz, der sich im August 2018 in den Ruhestand verabschiedet hatte. Piesker wurde 1960 in Hannover geboren, studierte Theologie in Göttingen und Heidelberg, absolvierte das Vikariat in Osnabrück und übernahm 1991 seine erste Pfarrstelle in Wolfsburg. Es folgten Tätigkeiten in Sachsen, im Landkreis Friesland und in der Wesermarsch. Die Altmark ist ihm durch Besuche eines Großonkels in Beetzendorf seit der Kindheit ein Begriff. Der Begrüßungsgottesdienst von Piesker fand am 4. November 2018 in Immekath statt. Bis zum 31. Juli 2019 war er von der Landeskirche Oldenburg lediglich abgeordnet. Im April 2019 wurde bekannt, dass sich Piesker auf die vakante Pfarrstelle in Steimke-Kusey beworben hat. Am 5. Mai 2019 folgte sein Vorstellungsgottesdienst in der Köbbelitzer Kirche in Kusey. Im Anschluss gab es eine Aussprache und von der Gemeinde bekam der 59-Jährige ein einstimmiges Votum.

Nun also, als vorerst letzter Akt in dieser Anreihung von Formalitäten, der Gottesdiest in der Steimker Kirche, dem etwa 50 Besucher beiwohnten.

Geschenk: Heidelbeere

Superintendent Matthias Heinrich beschrieb Piesker dabei als einen Mann, der Erfahrungen in Ost und West gesammelt habe und dem die Altmark bei seiner Ankunft im Herbst 2018 nicht fremd gewesen sei. Dennoch habe er sich die Neugier bewahrt und sei stets bestrebt gewesen, die Menschen näher kennenzulernen. Recht schnell habe sich herausgestellt, dass Piesker der richtige Mann für die Pfarrstelle sei. „Trotz aller Lebenserfahrung ist er ein Lernender geblieben. Er passt gut zu uns“, bekräftigte Heinrich, dem nicht entgangen sei, dass der gebürtige Niedersachse über großes Wissen verfüge, das er gut und gerne unterzubringen weiß. Beim Hören der Gottesdienste und Andachten, so der Superintendent, fühle er sich an wissenschaftliche Vorträge erinnert. Daher habe er sich für Piesker ein ganz und gar unwissenschaftliches Geschenk ausgedacht: eine Heidelbeerpflanze.

Der Predigttext, den der neue Pfarrer vortrug, steht im Brief des Apostels Paulus an die Philipper im dritten Kapitel. Paulus, so erklärte Piesker, sei zu seiner Zeit ein Star gewesen, ein Gewinner. „Ich möchte hoffen, dass meine Amtseinführung ein Gewinn für unseren Pfarrbereich ist.“ Im Alltag sollte man Menschen aber nicht in diese Schubladen einordnen und das Casting, ob jemand ein Gewinner oder ein Verlierer sei, nicht mitmachen, riet Piesker. „Erst recht, wenn wir alle Mittelmaß sind.“ Und dagegen sei überhaupt nichts einzuwenden.

Mit Mittelmaß musste sich die Gemeinde nach dem Gottesdienst aber nicht begnügen. Piesker lud alle Anwesenden zum Bleiben ein, inklusive Kaffee und Imbiss. Und der war nach einhelliger Meinung ein Gewinn für den Gaumen.