Klötze l Acht Jahre ist es mittlerweile her, dass entlang der Landesstraße 19 zwischen Bandau und Klötze ein Radweg gebaut wurde. Innerhalb von drei Monaten war das erledigt. Damals, im Jahr 2012. Wesentlich länger dauert es allerdings, den Lückenschluss nach Klötze zu vollziehen. Denn der Radweg reicht nur bis zum Abzweig nach Nesenitz. Von dort bis nach Klötze sind es noch exakt 1674 Meter.

Für Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde, ist der Radweg längst zum Sorgenkind geworden. Das Problem ist nicht der Bau, vielmehr rauben ihm die offenen Eigentumsfragen den Nerv. Denn vor dem Bau des Radweges muss sich die Behörde zunächst die dazu nötigen Flächen sichern. Das ist gar nicht so einfach, wenn man es mit weit verzweigten Erbengemeinschaften zu tun hat, deren Mitglieder in aller Welt verstreut sind, beispielsweise in Übersee. Diese Personen ausfindig zu machen, ist eine zähe Angelegenheit, die viel Zeit und Mühe kostet, wie Krüger bereits im Sommer 2019 feststellte.

Seither ist wieder ein Jahr vergangen. Fortschritte? Auf Nachfrage der Volksstimme nimmt es Krüger fast schon mit Galgenhumor: „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.“

Aber Spaß beiseite. „Dieser Radweg steht ganz oben auf unserer Liste“, betont der Regionalbereichsleiter und bedauert, dass sich das Thema zur „unendlichen Geschichte“ entwickelt hat. Dabei soll es natürlich nicht bleiben. An einem Ende mit positivem Ausgang wird intensiv gearbeitet. Und allmählich sieht Krüger tatsächlich ein kleines Licht am Horizont. „Wir kommen der Sache näher, haben das Rätsel ein bisschen entschlüsselt.“ Jetzt geht es nur noch um „eine oder zwei“ Erbengemeinschaft(en), mit denen eine Einigung erzielt werden muss. Das könne aber noch ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen.

Darum ist ein schneller Baubeginn unwahrscheinlich. Nach den Worten des Regionalbereichsleiters geht die Tendenz eher dahin, dass die Maßnahme 2020 ausgeschrieben und 2021 realisiert wird. „Dieses Jahr wird das nichts mehr. Dazu ist das Jahr schon zu weit fortgeschritten“, weiß Krüger.

Einstweilen bleibt ihm nichts anderes übrig, als auf erfolgreiche Verhandlungen zu hoffen und die Gelder für den Radweg in den nächsten Etat zu schieben. Gerechnet wird mit Baukosten in Höhe von 500.000 Euro, wie Krüger 2019 sagte.

Derweil müssen sich die Radfahrer zwischen Nesenitz und Klötze weiter auf die L 19 wagen oder den Schleichweg über Klötze-Nord und Poppauer Straße nehmen. Das gilt auch für die Schüler, die von Klötze zum Gymnasium nach Beetzendorf wollen. Um ihnen eine sichere Fahrt zu ermöglichen, war der Radweg ursprünglich auf das Tapet gebracht worden.