Kusey l Dort, wo in Zukunft die Fußbälle rollen werden, weideten vor gut eineinhalb Jahren noch Pferde. Daran erinnerte Klötzes Einheitsgemeinde-Bürgermeister Uwe Bartels am Freitagmittag, als der neue Trainingsplatz in Kusey feierlich eingeweiht und an den örtlichen Turn- und Sportverein (TSV) übergeben wurde.

Die Fläche, die hinter dem großen Fußballplatz angelegt wurde, misst 45 mal 54 Meter, wusste das Stadtoberhaupt. Ausgestattet ist sie mit einigen Extras. So gibt es vier Flutlichtmasten, die mit ihren Lampen ein Training im Dunkeln ermöglichen. Installiert wurde ebenfalls eine Beregnungsanlage für den Rasen, wusste Bartels. Rund 90 000 Euro an Fördermitteln flossen in das Projekt. Und auch die Stadt Klötze hat Geld gegeben. Die Abrechnung müsse noch erfolgen.

Tatkräftig unterstützt wurden die Arbeiten von den Kuseyer Sportlern, lobte der Bürgermeister. Der TSV habe mit seinen aktiven und nicht-aktiven Mitgliedern viel geleistet. So legten die Sportler einen Weg an, der zum neuen Trainingsplatz führt. Auch wurden Container aufgestellt, in denen Sport- und Trainingsgeräte lagern. Erstellt worden sei mit dem Platz ein „Vorzeigeobjekt“, war Uwe Bartels sich sicher. Vielleicht werden die Kicker des TSV Kusey bald aufsteigen. Immerhin gebe es jetzt ja fast Bundesliga-Bedingungen im Ort, sagte der Bürgermeister mit einem Augenzwinkern.

Zaun machte alten Sportplatz unbrauchbar

Neben Mitgliedern des Klötzer Stadtrates und des Ortschaftsrates waren unter anderem auch Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, des Amtes für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung (ALFF), des Kreissportbundes Altmark West sowie Sponsoren zu der Einweihungsfeier gekommen. Und natürlich durften Mitglieder des TSV Kusey nicht fehlen. In seinem Grußwort erinnerte der Vereinsvorsitzende Thomas Mann daran, dass die Sportler vor gut vier Jahren den Verlust ihres alten Trainingsplatzes verkraften mussten.

Zur Erinnerung: Im März 2016 war ein Stück des alten Sportplatzes am Lateiner Weg durch den neuen Eigentümer, der einen Teil der Fläche gekauft hatte, eingezäunt worden. Damit war der alte Sportplatz nicht mehr zu gebrauchen.

Betroffen war davon nicht nur der TSV Kusey. Auch die Grundschule sowie die Kuseyer Kita hatten die Fläche bis dahin für sportliche Aktivitäten genutzt. Einst hatten Einwohner den Sportplatz in den 1970er Jahren angelegt. Das Einzäunen sorgte für ein großes Medienecho.

Flutlicht benötigt weniger Strom

Doch mit dem Verlust der Fläche wollten sich die Mitglieder des TSV nicht abfinden, wie Thomas Mann zurückblickte. Im Verein sei der Ehrgeiz geweckt worden, man wollte wieder einen Trainingsplatz haben. Gemeinsam mit der Stadt Klötze habe man dafür die Bedingungen geschaffen. Die neue Anlage biete nun auch Vorteile. Die Flutlichtanlage verbrauche weniger Strom als die alte. Positiv hob Mann darüber hinaus die vier Unterflurregner hervor, die zur Bewässerung des Rasens eingesetzt werden. Seit März sei gebaut worden, nun strahle die Fläche in sattem Grün, freute sich der Vorsitzende. Für die Sportler gebe es nun „optimale Bedingungen“. Der Verein bekomme den Platz zur Nutzung von der Stadt zur Verfügung gestellt. „Wir wollen die Anlage pflegen und hegen“, versprach Mann und bedankte sich „recht herzlich“ im Namen der Vereinsmitglieder.

Bei der Pflege der großen Rasenfläche hilft derzeit moderne Technik. Ein großer grüner Mähroboter, der testweise von einer Firma zur Verfügung gestellt wird, dreht seine Runden auf dem Grün. „Damit wollen wir Erfahrungen sammeln“, erklärte Thomas Mann und ergänzte gleich sein Fazit: „Das Elektroschaf macht tolle Arbeit.“

Wie es sich auf dem neuen Platz spielt, sollte gleich am Freitagnachmittag ausprobiert werden. Nachdem coronabedingt auch beim TSV Kusey im vergangenen halben Jahr der Betrieb stillstand, sollte an dem Tag die G-Jugend wieder trainieren und erstmals den Platz nutzen, blickte Mann voraus. Die Gelegenheit, sich gegenseitig den Ball auf dem Grün zuzukicken, nutzten direkt nach der Einweihung Levi und Toni Mann. Gleich mehrere der runden Spielgeräte bekam der TSV von Gästen der Feier geschenkt.