Klötze l Ziemlich genau vor einem Jahr fiel der Startschuss für die Wiederbelebung des Gaus‘schen Parks in Klötze: Ende Februar 2018 wurde eine große Esche gefällt. Das war der Anfang vom Ende des kleinen „Urwalds“, der auf dem Gelände an der Bahnhofstraße in der Klötzer Innenstadt im Laufe der Jahre gewachsen ist. Der Park soll wieder hergerichtet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, wie Thomas Ochmann damals mitteilte. Er hatte das Grundstück 2017 von einer Erbengemeinschaft gekauft und will es, zum Teil in Kooperation mit der Stadt Klötze, wieder auf Vordermann bringen. Mittlerweile macht das Projekt sichtbare Fortschritte. Viele Bäume sind seitdem auf dem rund 3500 Quadratmeter großen Grundstück gefallen.

Am Montag knatterten wieder die Sägen, ein dreiköpfiges Team von Profis entnahm weitere Bäume und befreite Kronen vom Totholz. Noch am Morgen hatte es eine Besichtigung mit einer Planerin gegeben. Dabei sei entschieden worden, dass weitere zehn Bäume aus gestalterischen Gründen, aber auch, um die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden, weichen müssen. „Eine Robinie stellt eine Gefahr dar“, sagte Thomas Ochmann gestern beim Vor-Ort-Termin im Gespräch mit der Volksstimme und zeigte auf einen großen Baum im hinteren Bereich des Parks. Dieser hänge über einem Schuppen auf dem Nachbargrundstück und müsse weg. Das ist nur ein Beispiel. Und die Zeit drängt: Nach dem 28. Februar dürfe wegen der Brut- und Setzzeit nicht mehr gefällt werden. Am Dienstag soll eine Rücke-Kolonne die Stämme von der Fläche ziehen. Am Mittwoch werde geschaut, was es noch zu tun gibt, so der Plan.

Geschichte von Klötze zeigen

Gearbeitet wurde dort auch schon in den vergangenen Wochen regelmäßig. Am 15. Januar hatte Thomas Ochmann mit Helfern begonnen, in Eigenleistung unzählige Bäume und Sträucher zu entfernen. Immer dienstags ging es dort zur Sache. „Alles, was ich mir zugetraut habe, habe ich gemacht“, sagte er. Gerade im Bereich an der Straße sollten nun aber die Profis ran.

In Folge der Einsätze kamen einige unerfreuliche Überraschungen ans Tageslicht. „In der vergangenen Woche haben meine Frau und ich zwei Stunden lang Müll aufgesammelt. Ich finde es schade, dass die Leute das hier abladen“, sagte Ochmann. Neben unzähligen Glasflaschen kamen bislang auch Säcke voll mit Verpackungsmüll, Blechschüsseln, ein Drucker, eine Kaffeemaschine und mehr an Unrat zusammen.

Kein Zaun

Gefällt wurden in den vergangenen Wochen unter anderem die Tannen vor dem großen Haus, das dem Klötzer ebenfalls gehört. „Es wird eine räumliche Trennung zwischen dem Grundstück am Haus und dem Park geben“, kündigte Ochmann an. „Nach 25 bis 30 Jahren muss Ordnung geschaffen werden, es wird ein neues Bild geben“, ergänzte er. Ein Zaun solle jedoch nicht gezogen werden. Als Trennung könnte ein Steinwall angelegt werden, so eine Idee. Immerhin stehe das große Haus ebenfalls auf einem Fundament aus Feldsteinen, wusste Ochmann.

Das Gebäude steht an einem historisch bedeutenden Platz: Dort soll sich einst die erste befestigte Burg befunden haben, später stand an der Stelle das Amtshaus. „Das Haus soll wiederbelebt werden“, kündigte Ochmann an. Es sei sein privates Projekt. Eine Idee ist, ein Café unterzubringen, in Verbindung mit dem künftigen Park sei die Stelle dafür geeignet, und die Klötzer würden sich ein solches Angebot wünschen, ist sich der Besitzer sicher. Doch spruchreif sind die Pläne noch nicht. „Ich will das Stück für Stück machen.“ Zwei größere Projekte wolle er nicht parallel in Angriff nehmen, seine Familie gehe immer vor. In diesem Jahr wolle Ochmann aber mit einem Architekten und Mitarbeitern der Denkmalschutzbehörde sprechen. Denkbar wäre auch, im Haus auf die Geschichte der Stadt Klötze einzugehen.

Stadt entscheidet bei Gestaltung

Einige Meter neben dem Gebäude wächst ein großer Ahorn-Baum, der als Prunkstück im künftigen Park stehen wird, erklärte Ochmann. Überhaupt sollen größere Bäume aus dem alten Bestand erhalten werden. Das klappe aber leider nicht immer. Beim Freischneiden habe sich gezeigt, dass einige Exemplare nicht stehen bleiben können, weil sie etwa hohl sind. Auch müssten Bäume an der Grundstücksgrenze zur Straße weichen. Entgehen würden dafür einige kleinere Bäume der Säge, die vor Jahren wild auf der Fläche gewachsen sind. „Es werden auch neue gepflanzt, die von Beginn an gepflegt werden“, sagte Ochmann.

Der künftige Park entsteht in Kooperation mit der Stadt Klötze. Als „super“ bezeichnete Ochmann die Zusammenarbeit mit der Verwaltung, das Projekt gehe voran. In Zukunft werde Thomas Ochmann weiter Eigentümer des Parks bleiben. „Die Bürger sollten etwas davon haben.“ Er hätte es schade gefunden, wenn der grüne Fleck mitten in der Stadt nur von einem einzelnen genutzt worden wäre. Mit der Stadt als Partner sei er gut einig geworden, vertraglich sei alles geregelt und grundbuchrechtlich abgesichert. Es sei nicht so, dass die Stadt für die Neugestaltung des Parks Geld investiere und dann nichts davon habe. Bei der Gestaltung habe die Stadt übrigens das Sagen. „Ich kann Anregungen geben, aber nichts aufzwingen“, so Ochmann. Ein Wunsch von ihm sei, dass eine Spielecke eingerichtet wird. Das werde wohl im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt.

Weitere Schritte folgen

Bezahlt werden die aktuellen Fäll- und Sägearbeiten von der Stadt. Für 2018 waren im Haushaltsplan 105.000 Euro für die Gestaltung des Parks vorgesehen, 70.000 Euro gab es an Fördermitteln.Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden die nächsten Schritte folgen. Es gebe Pläne, die aber noch nicht hundertprozentig fest seien, sagte Thomas Ochmann.