Klötze/Kunrau l Die Saison in den Freibädern Klötze und Kunrau ist am 7. September zu Ende gegangen. Aber können die Freizeiteinrichtungen 2020 überhaupt wieder geöffnet werden? „Viele Bürger machen sich Sorgen um die Zukunft des Klötzer Waldbades“, sagte Alexander Kleine (SPD) im Stadtrat. Schließlich gehe der langjährige Schwimmmeister Roland Gille in den Ruhestand. Und ein Nachfolger sei nicht in Sicht. „Die Leute befürchten, nächstes Jahr vor verschlossenen Türen zu stehen“, wies Kleine auf die pessimistische Stimmungslage hin.

Bürgermeister Uwe Bartels teilte daraufhin mit, dass auch der Kunrauer Rettungsschwimmer Fred Steffens das Rentenalter erreicht habe, versicherte aber, dass beide Stellen wieder besetzt werden sollen. „Die Ausschreibung läuft.“

Indes besteht für Hauptamtsleiter Matthias Reps noch ein kleiner Funken Hoffnung, dass man Gille zum Weitermachen überreden könne. „Das Thema ist noch nicht vom Tisch, es gibt Gespräche, um ihn zu halten“, verdeutlichte er im Stadtrat. Parallel verstärke die Stadt Klötze ihre Bemühungen. So werde mit Salzwedel und Stendal eine Kooperation angestrebt. Eine Möglichkeit sei es, sich an den Ausbildungskosten von Fachkräften zu beteiligen. Diese könnten dann den Winter über in den Schwimmhallen arbeiten und den Sommer über in Klötze oder Kunrau.

Während sich die Klötzer Gedanken über ihr Waldbad machen, beschäftigen sich die Kunrauer mit ihrem Freibad. Im Ortschaftsrat erkundigte sich ein Einwohner, ob für Fred Steffens bereits ein Nachfolger gefunden worden sei. Daraufhin sah sich Ortsbürgermeister Uwe Bock dazu bewogen, mit Gerüchten aufzuräumen. Er stellte klar, dass weder Roland Gille noch Fred Steffens weitermachen werden. Dementsprechend sollen auch zwei neue Mitarbeiter eingestellt werden. Das sei aber leichter gesagt als getan, da das Problem in ganz Deutschland bestehe und sich weiter verschlimmern werde. „Es ist ein Politikum“, meinte Bock.

Diskutiert wurde über die Zukunft des Waldbades auch bei der jüngsten Sitzung des Klötzer Ortschaftsrates. Wie es weitergehen soll?, fragte Frank Fritzsche (CDU). Kann die Stadt nicht einen Schwimmmeister ausbilden oder eine geeignete Kraft aus einem anderen Bad abwerben? „Die Leute sind sehr besorgt“, sagte Fritzsche mit Blick auf den möglicherweise unbesetzten Schwimmmeister-Posten.

Unterstützt wurde Fritzsche dabei von Uwe Witte (CDU). „Es geht nicht, dass nicht ausgebildet wurde“, sagte er. Die Ausbildung zur Fachkraft für Bäderbetriebe sei anspruchsvoll, wusste Witte, sie würde drei Jahre dauern und man müsste sich auch mit Chemie auskennen.

Die Volksstimme fragte daraufhin im Klötzer Rathaus nach und wollte unter anderem wissen, ob der Schwimmmeister im Waldbad nach der Saison 2019 tatsächlich in den Ruhestand gehen wird. „Herr Gille hat dies angekündigt und zunächst erst einmal von seinem Recht Gebrauch gemacht, in den Ruhestand versetzt werden zu wollen“, teilte Matthias Reps, Haupt- und Kämmereiamtsleiter, schriftlich mit. Das sei der aktuelle Stand am Montagnachmittag gewesen.

Und was passiert, wenn es zur Freibadsaison 2020 keinen Schwimmmeister im Klötzer Waldbad geben sollte? Muss das Bad dann geschlossen bleiben? Das ist in diesen Tagen die Frage, die viele Klötzer umtreibt. „So weit wird es hoffentlich nicht kommen“, schreibt Matthias Reps und ergänzt: „Sollte ein reibungsloser und beaufsichtigter Badebetrieb aber nicht von qualifiziertem Fachpersonal abgesichert werden können, ist es dem Betreiber nicht gestattet, einen Badebetrieb zu eröffnen.“ Kurz gesagt: Das Bad bleibt dann geschlossen.

Seit einiger Zeit sucht die Stadt Klötze auf ihrer Internetseite mit einer Stellenausschreibung nach einem Schwimmmeistergehilfen beziehungsweise einem Fachangestellten für Bäderbetriebe. Gab es bereits Bewerber für die Stelle? „Bis jetzt noch nicht“, berichtete Reps: „Wir werden diesbezüglich aber unsere Bemühungen verstärken und sowohl überregional werben als auch die Gespräche mit der Arbeitsagentur suchen, um dann Fördermöglichkeiten oder geeignete Bewerber zu finden.“

Unbeantwortet blieb die Frage, ob der gesuchte Schwimmmeistergehilfe beziehungsweise der Fachangestellte für Bäderbetriebe tatsächlich auch als Schwimmmeister eingesetzt werden könnte. Die Aufgaben des Schwimmmeisters im Klötzer Waldbad sind breit gestreut, es geht nicht nur darum, im Notfall Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Neben der Badeaufsicht und Erstversorgung, so wird aus dem Rathaus weiter mitgeteilt, kümmere sich der Schwimmmeister auch um die Pflege des Rasens, er habe einen Blick auf die Hygiene, überwache die Dosieranlage sowie die Pumpenanlage und sei zudem der Ansprechpartner vor Ort.