Wenze l Einsam dreht Detlef Täger mit dem Rasentraktor seine Runden auf dem Wenzer Sportplatz. Und das seit drei Jahren ehrenamtlich. Der Wenzer ist seit 1978 mit einigen Jahren Unterbrechung mit dem Wenzer Fußball verbunden. Der 63-Jährige gehörte auch 1978 zu den Sportvereinsgründern und ging viele Jahre für die Rot-Weißen auf Torejagd.

Vor drei Jahren übernahm Detlef Täger die ehrenamtliche Funktion des Platzwartes. „Die Klötzer Stadtwirtschaft hat nur alle 14 Tage den Rasen gemäht. Das war zu wenig. Der Rasen war zu den Punktspielen ständig zu hoch, um vernünftig Fußball zu spielen. Da habe ich mich angeboten, den Rasen regelmäßig einmal in der Woche zu mähen“, schaut das Wenzer Fußball­urgestein zurück. Doch inzwischen mäht Detlef Täger nicht nur einmal, sondern zweimal in der Woche den Rasen. Denn bei dem Wetter und der täglichen Beregnung wächst der Rasen so schnell, dass er zweimal gemäht werden muss. „Schließlich sollen die Kicker ihre Freude am satten grünen Rasen haben, damit ihnen das Fußballspielen Spaß macht“, betonte Täger.

Früher Torschützenkönig

Das erste Mal in dieser Saison testen die Kicker das Geläuf am 9. September im Pokalspiel gegen Kusey. Neben dem Rasenmähen wird der Platz bei der aktuellen Trockenheit auch täglich mit der Beregnungsanlage bewässert. Die muss der pensionierte Landwirt morgens und abends aufstellen, damit alle Stellen auf dem Platz Wasser erhalten.

„Von April bis November bin ich fast jeden Tag auf dem Sportplatz. Da kommen in der Woche locker 20 Stunden zusammen“, erzählt der einst gefürchtete Wenzer Mittelstürmer. Mit seinen 1,87 Meter war Täger zu seiner aktiven Zeit auch einmal bester Vereins-Torschützes. Diese Verbundenheit ist, trotz seines sechsjährigen Gastspiels in Jeggau, bis heute geblieben. Denn Kicker Täger weiß zu gut, dass ein guter Rasen für das Fußballspielen sehr wichtig ist. „Ich mache das gerne. Wir müssen den Fußballern auch etwas bieten, damit sie in Wenze kicken. Dazu gehört ein grüner Rasen“, argumentiert Täger. Denn der Verein sucht händeringend neue Spieler, damit die lange Wenzer Tradition fortgesetzt wird. Seit 1938 wird auf dem Platz mit Pausen gekickt.