Klötze l Kurz und knapp gibt der Pressesprecher der Stendaler Staatsanwaltschaft, Thomas Kramer, Auskunft zum Klötzer Firmenbrand am 19. April 2019 auf dem Betriebsgelände der Firma Reek. „Das Verfahren wurde im September eingestellt, weil der Täter unbekannt ist“, sagte der Pressesprecher auf Nachfrage der Volksstimme und ergänzte, wo es keinen Täter gebe, werde auch nicht weiter ermittelt und das Verfahren in der Folge eingestellt.

Etwas mehr zu dem Feuer am Karfreitag konnte die Pressestelle der Salzwedeler Polizei vermelden. „Nach umfangreichen Ermittlungen, der Sicherung von Spuren und Auswertung von Bildern der Überwachungskameras benachbarter Firmen kann gesagt werden, dass es sich um vorsätzliche Brandstiftung handelt“, informierte Ingo Rolle von der Salzwedeler Polizei auf Nachfrage. „Täter beziehungsweise Tatverdächtige konnten bisher nicht ermittelt werden“, teilte er weiter mit. Da auch die Staatsanwaltschaft keinen Tatverdächtigen ermitteln konnte, wurde aus diesem Grund das Verfahren vor knapp zwei Monaten eingestellt und die Akte geschlossen.

Für alle Seiten ist diese Nachricht äußerst ernüchternd. Besonders für die Firma Reek, benannt nach ihrem Gründer Dieter Reek, die 1993 als Hochbau- und Zimmerei-Unternehmen in die Marktwirtschaft gestartet war. Der Bereich Holzrahmenbau war im Laufe der Jahre dazugekommen.

Firma wieder aufgebaut

Gegenüber der Volksstimme wollte sich kein Verantwortlicher aus der Firma zu dem Feuer und den Wiederaufbauplänen äußern. Aus persönlichen Gründen. Das aktuelle äußere Bild an der Poppauer Straße zeigt eine wieder aufgebaute Firma. An den schrecklichen Brand in der Nacht um 2.40 Uhr zum Karfreitag 2019 erinnert rein äußerlich kaum noch etwas.

Bei dem Feuer waren insgesamt 77 Feuerwehrleute mit 15 Fahrzeugen aus Klötze, Wenze, Hohenhenningen, Immekath, Lockstedt, Kusey und Kalbe im Einsatz. Letztere Kameraden waren mit ihrem Drehleiterwagen gekommen. Allerdings mussten die Kalbenser den Einsatzort kurz vor 5 Uhr wieder verlassen, weil in der Kurstadt ein Großalarm für ein Feuer am früheren NP-Markt ausgelöst wurde und der Markt in der Folge komplett niederbrannte.

Bis auf das Bürogebäude ging auf dem Klötzer Firmengelände alles in Flammen auf. Von der Halle, in der unter anderem Baumaterialien, aber auch schwere Maschinen wie Radlader und andere technische Geräte lagerten, konnten die zahlreichen Einsatzkräfte nichts mehr retten. Klötzes Stadtwehrleiter Matthias Veit koordinierte vor 19 Monaten die Löscharbeiten. Die Lagerhalle und das Bürogebäude waren unmittelbar miteinander verbunden. Somit konnten auch wichtige Unterlagen gerettet werden. Dieter Reek lobte nach dem Brand und dem mühevollen Wiederaufbau die Solidarität unter den Gewerbetreibenden. Beispielsweise habe er von einer benachbarten Firma nicht nur Platz zur Verfügung gestellt bekommen, sondern auch einen Container und zwei Fahrzeuge.

Bürgermeister suchte Gespräch

Enttäuscht zeigte sich der Firmengründer im Vorjahr hingegen von der Stadt Klötze. „Da zahlt man 26 Jahre lang Gewerbesteuer und sorgt für Arbeitsplätze und keiner hält es für nötig, sich mal bei mir zu melden“, klagte Dieter Reek damals. „Ich will keinen Blumenstrauß, aber man könnte wenigstens mal mit mir sprechen und Hilfe anbieten. Aber bisher kam gar nichts. Das ist schäbig, sehr schäbig“, schimpfte Reek, der sich beim Wiederaufbau seines Unternehmens formelle Erleichterungen erhofft hatte.

Auf Nachfrage im Klötzer Rathaus teilte Vize-Bürgermeister und Hauptamtsleiter Matthias Reps mit, dass er gemeinsam mit Einheitsgemeinde-Bürgermeister Uwe Bartels persönlich vor Ort gewesen sei und das Gespräch bei einem Rundgang mit den Firmenverantwortlichen gesucht habe.