Klötze l Als Räder dienen Gurken- und Karotten-Scheiben, die Waggons sind halbierte gelbe und rote Paprikaschoten, die Lok samt Führerstand ist aus einer grünen Salatgurke entstanden – ja, der bunte Gemüsezug ist ein echtes Kunstwerk. Doch er soll nicht nur eine Freude für das Auge, sondern auch für den Gaumen sein. Entstanden ist das gesunde Schienenfahrzeug am Freitagmittag in den Räumen der Knufmann GmbH in Klötze. Dort kam eine zehnköpfige Jury zusammen, um die besten Rezepte für den „Raw Food Award 2020“ zu prämieren. Jedoch konnten nicht alle Preisrichter dabei sein. Doch bevor sich die Experten ein Urteil bilden konnten, mussten die Speisen erst einmal zubereitet werden. Dafür wurde fleißig geschält, geschnitten und gerührt.

Das Besondere an den Gerichten ist, dass sie roh und vegan sind. „Man kann sie auch erwärmen, sie müssen nicht kühlschrankkalt sein“, stellte Kirstin Knufmann mit Blick auf die Zubereitung klar. Sie ist Inhaberin der gleichnamigen Firma, die von Klötze aus pflanzenbasierte Produkte vertreibt und den „Raw Food Award“ ins Leben gerufen hat.

Dem Nachwuchs soll es munden

Motto der diesjährigen Ausgabe des Wettbewerbs, der nun zum elften Mal stattfand, war „Raw Food For Kids“, also Rohkost für Kinder. Dem Nachwuchs soll es also munden. Das setze aber voraus, dass es auch den Erwachsenen schmeckt. Denn die könnten ihren Kindern ja schlecht Essen vorsetzen, das sie selbst nicht mögen.

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Rezepte einreichen konnten sowohl Hobby- als auch Profiköche. Bewertet wurde deshalb in den zwei Kategorien „Professional“ und „Non-Professional“. Ermittelt werden in beiden Gruppen jeweils die Plätze eins bis drei, erklärte Kirstin Knufmann. Unter anderem können sich die Gewinner auf Gutscheine, Bücher, Schuhe und anderes mehr freuen.

Wettbewerb soll internationaler werden

„In diesem Jahr waren ziemlich kreative Rezepte dabei“, freute sich Knufmann und ergänzte: „Am Anfang wurde viel Süßes eingereicht, zum Schluss kam dann auch Herzhaftes hinzu.“ Teilnehmer aus Deutschland und Österreich machten mit, eine Auswahl der Einsendungen schaffte es schließlich ins Finale und wurde nun zubereitet und verkostet. Mit dem Schneiden von Gemüse und Obst allein ist die Arbeit jedoch nicht getan.

Einweichen oder dörren

„Bei der Rohkost ist nicht immer alles fertig“, sagte Knufmann. Manchmal müsse etwas eingeweicht oder gedörrt werden. Von 10 bis 16 Uhr waren die Profis, die in kleinen Teams arbeiteten, am Freitag fleißig. Am Ende wurde gegessen. Punkte wie Umsetzbarkeit, Kreativität und Geschmack spielten bei der Bewertung eine Rolle. Das endgültige Ergebnis stand noch nicht fest. Die Rezepte werden später veröffentlicht, kündigte Kirstin Knufmann an.

Mit der Veranstaltung ist die Gastgeberin Klötze wieder treu geblieben. Die Jury-Mitglieder, Profis auf dem Gebiet der veganen Ernährung, kommen dafür aus ganz Deutschland in die Purnitzstadt. Die weiteste Anreise erfolgte in diesem Jahr aus Mannheim. „Durch Corona haben viele Zeit, viele Veranstaltungen und Workshops sind ausgefallen“, sagte Kirstin Knunfmann. Ausfallen sollte der „Raw Food Award“ im Corona-Jahr 2020 aber nicht. Auf das Internet ausweichen wäre auch keine Option gewesen. Wie sollte man die Speisen digital zubereiten?

Neue Perspektiven für Klötze

Mit Aktionen wie dem „Raw Food Award“ könne man für Klötze etwas bewegen, war sich Knufmann sicher. Denn Leute von außerhalb mit neuen Perspektiven kämen dafür in die Purnitzstadt. „Wir haben auch schon an einem Thema für 2021 getüftelt“, machte Knufmann neugierig. Verraten wollte sie es noch nicht, kündigte aber an, dass der Wettbewerb in Zukunft internationaler werden soll. Denn auch in anderen Ländern Europas würden roh-vegane Speisen an Bedeutung gewinnen.