Ahlum l Kaum ein Fleck auf der weitläufigen Wiese am Ahlumer Seeufer fand sich am Wochenende, auf dem nicht einer der legendären Zweitakter aus dem Hause IFA zu entdecken war. „Das Interesse an unserem Zeltplatztreffen ist ungebrochen. Wir haben mit 215 Teilnehmern schon wieder einen neuen Rekord aufgestellt“, verkündete Anja Habermann von den Salzwedeler Trabant- und IFA-Freunden, die zum 20. Mal an den See einluden. Aus ganz Deutschland, aber auch aus den Niederlanden, Schweden und sogar Norwegen waren Liebhaber von Trabi und Co. mit ihren Schmuckstücken angereist. „Die ersten kamen schon am Mittwoch und haben das Treffen gleich als Urlaub eingeplant“, erzählte Habermann.

Mit 58 Fahrzeugen war der Trabant zahlenmäßig am stärksten vertreten. Während der 1961 gebaute P50 II aus dem Hause VEB Sachsenring, den Reinhard Fraenkel aus Plate bei Schwerin präsentierte, zu den ältesten Exemplaren gehörte, war auch das einzige Nachwendemodell der „Rennpappe“, der mit einem Vierzylinder-VW-Viertaktmotor ausgestattete Trabant 1.1. Kombi, auf dem Platz zu bestaunen. Er bringt es mit seinen 70 PS immerhin auf 165 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit. Zum Vergleich: Der normale Trabant war auf 26 PS und maximal 110 Stundenkilometer limitiert.

Wartburg ältestes Exemplar

Ältestes Exemplar auf dem Platz war allerdings ein Wartburg aus dem Jahr 1958, mit dem der Schwede Bernd Andersson den weiten Weg nach Ahlum auf sich nahm. Er ging wie die meisten Teilnehmer am Sonnabend bei der traditionellen Orientierungsfahrt an den Start, die in einem Rundkurs über Stöckheim, Hohengrieben, Mehmke, Bornsen, Jübar, Lüdelsen, Rohrberg, Beetzendorf und Tangeln wieder an den See führte. „Das waren 43 Kilometer, wobei die Strecke nicht ausgeschildert war, sondern selbstständig gefunden werden musste“, erklärte Matthias Simon von den Trabi-Freunden.

Kryptische Bemerkungen auf dem Tourenzettel wie „In Stöckheim Richtung brauner Briefkasten“ ließen die Teilnehmer Augen und Ohren offen halten, um ja nicht falsch zu fahren. „Die meisten haben die Strecke dann auch gut gemeistert“, zeigte sich Simon zufrieden.

Unfallstelle simuliert

Unterwegs gab es Punkte, etwa für das richtige Verhalten an einer Unfallstelle. Die wurde extra für die Zweitakt-Karawane simuliert. Wer alles richtig mit Warndreieck absicherte und dem „Verletzten“ erste Hilfe leistete, konnte am Ende auf einen der drei ausgelobten Pokale hoffen.

Auch für die Kinder gab es beim Treffen etwas zu gewinnen. Sie durften schätzen, wie viele aufgeblasene Luftballons sich wohl in einem Wartburg befanden. An die richtige Lösung 135 kamen überraschenderweise viele nahe heran.

Neben den Teilnehmern des Treffens kamen auch zahlreiche Tagesgäste mit ihren Zweitaktern an den See. „Etwa 150 waren es“, zeigte sich Anja Habermann zufrieden. Und auch etliche Besucher aus nah und fern zog es zu den ausgestellten IFA-Fahrzeugen, die ausgiebig bestaunt wurden.