Jahrstedt l Am Ende hatte die Ente mit der Startnummer 75 den Schnabel vorn. Knapp zehn Minuten, nachdem es gemeinsam mit 106 seiner Artgenossen in die Ohre geworfen wurde, trieb das gelbe Tierchen aus Gummi vor allen anderen Startern über die Ziellinie. Auf den Plätzen zwei und drei folgten schließlich die Enten mit den Nummern 49 und 100. Drei Kinder freute das besonders, immerhin hatten sie auf diese Enten gesetzt. Belohnt wurde das mit jeweils einem Gutschein. In Runde zwei gingen die Tierchen der Erwachsenen an den Start. Das Rennen war der Höhepunkt des Festes, zu dem die Mitglieder des Jahrstedter Angelsportvereins Drömlingstor 1978 am Sonnabend eingeladen hatten. Gefeiert wurde das 40-jährige Bestehen des Vereins.

Auf die Beine gestellt hatten die Mitglieder dafür ein buntes Programm. Für die kleinen Besucher war eine Hüpfburg aufgebaut, wer wollte, konnte Dosen umwerfen. Unterstützt wurde der Verein dabei von der örtlichen Feuerwehr und von der Jungen Gesellschaft. Angeboten wurden auch viele Leckereien. Mit Spanferkel, geräuchertem Fisch, Bratwurst, Pommes und Waffeln reichte die Palette von herzhaft bis süß.

Mehr Besucher gewünscht

Eigentlich sollte das Fest am Schleuser Teich stattfinden. Kurzfristig mussten die Organisatoren aber neu planen. Eichenprozessionsspinner hatten ihre Nester in den Bäumen am Teich gesponnen. „Wir mussten eine Entscheidung treffen“, sagte Vorsitzender Maik Theisz. Also sei man dorthin gegangen, wo der Spinner nicht ist – in den Jahrstedter Knicken. Der Umzug hatte allerdings zur Folge, dass ein geplanter Programmpunkt gestrichen werden musste. So fiel das Schauangeln aus.

Auf den Höhepunkt am Nachmittag musste aber nicht verzichtet werden, denn auch am Knicken fließt die Ohre, auf der das Entenrennen stattfand. Die kleinen und großen Besucher hatten sich am Ufer und auf einer Fußgängerbrücke versammelt, um den Zieleinlauf zu sehen. Einige Mädchen und Jungen feuerten ihre Tierchen sogar mit lauten „Ente“-Rufen an.

60 Mitglieder

Ein „bisschen enttäuscht“ zeigte sich Maik Theisz von der Besucherzahl des Festes. Es hätte ruhig ein größeres Publikum sein können, sagte er. Persönlich habe er die Einladungen in die Jahrstedter Briefkästen gesteckt. Ein halbes Jahr sei in die Vorbereitung gesteckt worden. Sogar ein Festkomitee habe man gegründet, um den Vorstand zu entlasten. Doch viele Aufgaben seien zurückgegeben worden. „Die allgemeine Bereitschaft sich einzubringen, ist nicht gegeben“, bedauerte Theisz.

Die Einsatzbereitschaft mancher Mitglieder bezeichnete der Vorsitzende auch schon am Tag zuvor als Manko. Am Freitag hatte der Verein seine Mitglieder und Gäste zum Kommersabend in den Jahrstedter Saal eingeladen. Wenn sich aber jeder einbringe, sei ihm nicht bange um die Zukunft. Im Großen und Ganzen sei es ein erfolgreicher Verein, der mit seinen 60 Mitgliedern gut aufgestellt sei, schätzte Theisz in seiner Eröffnungsrede ein. Die Angler seien im Dorfleben gut integriert, die Vereine im Ort würden gut zusammenarbeiten. Nach dem Bruch der Schleuse in der Ohre im März sei das Vereinsgewässer beeinträchtigt. Der Vorsitzende hoffe, dass 2019 oder 2020 wieder eine neue Schleuse stehen wird. Einen „Knisterumschlag“ hatte Klötzes Bürgermeister Uwe Bartels, der zum Gratulieren gekommen war, mitgebracht.

Ehrungen vorgenommen

„Mit 40 ist es ein noch recht junger Verein, der aber schon viel geleistet hat“, sagte Ortsbürgermeister Randy Schmidt, der sich für die Zusammenarbeit und die Bereitschaft zur Mitarbeit im Dorf bedankte. Glückwünsche überbrachten zudem Vertreter des örtlichen Sportvereins Adler Jahrstedt, des Männergesangvereins, der Jungen Gesellschaft sowie der Angelvereine aus Tülau sowie Klötze und Umgebung. Vom Landesanglerverband Sachsen-Anhalt kam Harald Rohr, Vizepräsident Gewässerwirtschaft, nach Jahrstedt. Auch er sagte, dass die Arbeit in den Vereinen manchmal dünn verteilt sei und regte mehr Engagement an, damit es nicht die Arbeit Einzelner werde. Vorgenommen wurden beim Kommersabend Ehrungen. Zuvor gab es ein Büfett.