Klötze l Die Namen der süßen Speisen klingen verlockend: „Blaue Bananen-Kokos-Eispraline im schwarzen Sesam-Kakao-Maca-Mantel mit sonniger Kaki-Soße“ steht über einem Rezept geschrieben. „Schokolade zu Gast im Wald“ und „Roher Brombeer-Kuchen“ ist auf anderen Blättern mit Zubereitungsanleitungen zu lesen. Mehr als 90 solcher Rezepte für süße Naschereien wurden für den aktuellen Rawfood Award eingereicht, der in diesem Jahr unter dem Motto „Sweets for my Sweet“ stand. Insgesamt 16 davon schafften es in die Endrunde des Wettbewerbs. Zubereitet wurden diese nun von einer zehnköpfigen Jury in Klötze, die die besten Gerichte kürte. Dafür nahmen die Preisrichter teils auch längere Anfahrten in Kauf, reisten aus München, Berlin, Hamburg, Köln und Sindelfingen für die Auswertung in die Purnitzstadt.

Beteiligen konnten sich an dem Wettbewerb sowohl Hobbyköche als auch Profis, erklärte Kirstin Knufmann, selbst Jury-Mitglied und geschäftsführende Inhaberin der Klötzer Firma Pure Raw, die sich auf roh-vegane Lebensmittel spezialisiert hat. In den Räumen des Unternehmens fand auch die Zubereitung der Wettbewerbsrezepte sowie die anschließende Verkostung statt. Bewertet wurde in zwei Kategorien, so Knufmann: Nominiert wurden am Ende die jeweils drei besten Rezepte der Hobbyköche und die der Profis. Die Bandbreite der Gerichte war dabei groß, reichte von Eis, Torten, Kuchen, Karamellcreme und süß-salzigen Brezeln.

Stand bei der „Veggie World“

Mit der Zubereitung hatte die Jury dabei alle Hände voll zu tun. „Wir haben Dreierteams gebildet, um alles zuzubereiten“, erklärte Kirstin Knufmann das Vorgehen. Die drei Gruppen wurden ausgelost, die Rezepte nacheinander abgearbeitet. Gute sechs Stunden nahmen sich die Juroren für alles Zeit.

Zuerst kamen die mit der längsten Zubereitungszeit an die Reihe. „Geachtet wird auch darauf, wie verständlich alles ist“, so Knufmann. „Ein halber Becher“ als Mengenangabe etwa ist nicht sehr hilfreich. Fallen solche Dinge auf, sollen die Einsender später Tipps zur Verbesserung bekommen. „Die Rezepte sind einfach und können von jedem nachgemacht werden“, nannte Kirstin Knufmann einen Vorteil und zählte weitere Besonderheiten auf. So würde für die Zubereitung kein Zucker und auch kein konventionelles Mehl verwendet. Als Ersatz dienen etwa Mandel-, Kokos- oder Buchweizenmehl. „Alles ist glutenfrei, enthält keine Laktose und keine künstlichen Konservierungs- und Farbstoffe“, erklärte Knufmann und ergänzte, dass selbstverständlich auch auf tierische Produkte verzichtet wurde.

Start im Jahr 2010

Verkündet werden die Gewinner des Rawfood Awards auch bei der Messe „Veggie World“, die am 11. und 12. November in Berlin stattfindet. Dort wird es einen eigenen Stand für den Wettbewerb geben, kündigte Kirstin Knufmann an. Die Preisträger, also Profis und Nichtprofis, bekämen dann die Möglichkeit, ihre Kreationen dem Publikum zu präsentieren.

Erstmals vergeben wurde der Rawfood Award übrigens im Jahr 2010, damals kam die Jury noch in Köln zusammen.