Beetzendorfer Stölpenbad läuft weiter im Probebetrieb / Mehr als 200 Besucher an den ersten Tagen seit der Öffnung

Saison- und Familienkarten fallen dieses Jahr weg

Von Walter Mogk

Gut angenommen haben die Besucher das modernisierte Stölpenbad. Bürgermeister Heinrich Schmauch weist jedoch trotzdem darauf hin, dass die Monate August und September als Probebetrieb gelten. Familien- und Saisonkarten wird es deshalb nicht geben.

Beetzendorf l Freitagvormittag, kurz nach 10 Uhr: Kaum hat das Beetzendorfer Stölpenbad seine Tore für einen neuen Badetag geöffnet, strömen die ersten Besucher in die frisch sanierte Anlage. Stammgäste, die ihre Bahnen im neuen Becken schwimmen, die Mädchen und Jungen des Beetzendorfer Ferienhortes, aber auch jede Menge Neugierige, die das modernisierte Bad ausprobieren und in Augenschein nehmen wollen. Unter ihnen Sieglinde und Hans Tafelski, die extra aus Klötze angefahren kamen, um sich in das kühle Nass zu stürzen.

"Ich freue mich sehr, dass das neue Bad so gut angenommen wird", zeigte sich Bürgermeister Heinrich Schmauch angesichts des großen Interesses begeistert. So seien allein am Donnerstag 286 Besucher verzeichnet worden. "Wenn man bedenkt, dass eine Zahl von 200 bis 250 laut Analyse ausreicht, um das Bad wirtschaftlich betreiben zu können, ist das beachtlich", so das Gemeindeoberhaupt.

Während die ersten Tage nach der Freigabe des Bades kein Eintritt verlangt wurde, ist seit Donnerstag ein Obolus fällig. Doch dessen Höhe schreckt gerade angesichts der hohen Temperaturen niemanden davon ab, ins Becken zu steigen. Erwachsene zahlen gerade einmal einen Euro für die Tageskarte, Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres sogar nur 50 Cent.

Eine Änderung gibt es jedoch in dieser verkürzten Saison: Familien- und Saisonkarten werden nicht angeboten. Das sorgte zwar bereits für Unmut bei einigen Badegästen, doch der Bürgermeister bittet um Verständnis. "In den zwei Monaten August und September läuft das Stölpenbad im Probebetrieb", erklärte er. Die Gemeinde könne nicht garantieren, dass die Einrichtung auch wirklich jeden Tag geöffnet bleibt und möchte deshalb möglichen Rechtsstreitigkeiten aus dem Wege gehen. Schließlich müssen erst Erfahrungen mit der hochmodernen Technik gesammelt werden, mit der das Bad betriebsbereit gehalten und die Wasserqualität im Becken gewährleistet wird. Erst am Sonntag vor einer Woche war diese nach einem Blitzeinschlag in der Nähe ausgefallen, so dass eine Öffnung des Bades auf wackligen Füßen stand. "Über den Notruf haben wir eine Ferndiagnose erstellen lassen, und am Mittag lief glücklicherweise alles wieder", berichtete Heinrich Schmauch. In der nächsten Saison wolle man jedoch wieder Saison- und Familienkarten anbieten.

Dass sich Schwimmmeister Claus Müller und Saisonkraft Wolfgang Albrecht erst mit der neuen Technik einfuchsen müssen, zeigten auch die Erfahrungen mit der Wassertemperatur in den ersten Tagen. Die war viel zu hoch, von 30 Grad berichteten Besucher. "Einige haben sich auch gleich beschwert, dass sie sich ja eigentlich abkühlen wollten. Dabei hatten wir deutlich gesagt, dass es bis zum 1. August noch Schwierigkeiten geben könnte und das Baden lediglich auf eigene Gefahr möglich ist", meinte der Bürgermeister. Inzwischen sei die Temperatur auf 26 bis 27 Grad reguliert.

Diejenigen, die am Freitagvormittag ins Wasser gingen, waren mit der neuen Anlage jedenfalls hochzufrieden. "Ich finde es richtig schön, obwohl ich anfangs ein bisschen skeptisch war, als die Umbaupläne vorgestellt wurden", erklärte die Beetzendorfer Irmgard Tepelmann. "Man hängt ja immer am Alten, aber irgendwann muss man sich eben auch von ihm trennen. Und was hier gebaut wurde, ist gelungen. Die Gemeinde hat das Mögliche getan."

Zu den Attraktionen gehört neben den Startblöcken, die vor allem von den Jüngsten eifrig genutzt werden, der hölzerne Steg in der Mitte. Der ragt weit ins Wasser rein und trennt den Nichtschwimmer- vom Schwimmerbereich. "Die Plattform wird richtig gut angenommen und ist stets dicht umlagert", berichtete Heinrich Schmauch.

Weitere Verbesserungen plant die Gemeinde auch in den nächsten Jahren, um die Attraktivität des Bades zu steigern. Allerdings nur nach und nach, um die Gemeindekasse nicht allzu sehr zu belasten. So könnte das Planschbecken für die Jüngsten mit einem Sonnensegel überzogen werden. "Allerdings kostet allein ein Pfeiler dafür schon 560 Euro", so Schmauch. Noch teurer wird es, für die alte Rutsche, die nicht in das neue Becken integriert werden konnte, Ersatz zu finden. Hierfür müssten mindestens 6000 Euro berappt werden, um alle Anforderungen zu erfüllen. "Das Teil sollte dann auch möglichst die nächsten 10 bis 15 Jahre halten", betonte der Bürgermeister.

Das Hauptaugenmerk liegt aber zunächst auf der Sanierung des Sanitärtraktes, für die Fördermittel beantragt sind. Diese Investition sei vor allem auch im Hinblick auf den Schulstandort Beetzendorf wichtig. "Von der Grundschule bis zum Gymnasium wird das Bad fürs Schwimmen genutzt, und da sind ordentliche sanitäre Einrichtungen absolut wichtig", erklärte Heinrich Schmauch.

Für die Zukunft würde sich der Beetzendorfer Bürgermeister wünschen, dass sich ein Förderverein für das Stölpenbad gründet, der seine Ideen mit einbringt und die Gemeinde bei Betrieb und Erhalt der Einrichtung unterstützt. "Woanders klappt das doch auch, warum nicht auch hier in Beetzendorf?", gibt Schmauch die Hoffnung nicht auf.

Wie schön das neue Bad geworden ist, davon hat sich am Freitagvormittag auch der MDR überzeugt. Hörfunk-Reporterin Susann Meier hörte sich bei den Badegästen um und fing Eindrücke ein, die voraussichtlich am Mittwoch um 9.30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Stendal auf MDR Sachsen-Anhalt zu hören sein werden.