Kunrau l Den Kunrauern liegt der Erhalt ihres Freibades im Ort sehr am Herzen. Dafür macht sich auch der Förderverein stark, der im Herbst gegründet worden ist. Dessen Mitglieder packten am Wochenende bei einer Schrottsammlung tatkräftig mit an. Der Erlös aus der Aktion wird dem Verein gespendet, der damit Projekte im Schwimmbad in Angriff nehmen will.

In der Badewanne konnte niemand mehr entspannen: Statt mit warmen Wasser war sie bis oben hin gefüllt mit rostigem Metallschrott. Ein ähnliches Bild bot die Schubkarre, die gleich nebenan stand. Ihr fehlte das Rad, weshalb sie in Schräglage geraten war. In ihrer Mulde lag ein nicht kleiner Haufen aus alten, leeren Konservendosen. Doch der war im Vergleich zur Größe des restlichen Schrottberges, der sich am Sonnabendvormittag (23. Januar) auf dem Gelände des Kunrauer Osterfeuerplatzes auftürmte, wirklich winzig. Gewachsen war dieser innerhalb von nur rund drei Stunden. So lange dauerte der erste Durchgang der Schrottsammlung zugunsten des Kunrauer Schwimmbades.

Organisiert wurde die Aktion von einem Einwohner. Der Erlös aus dem Verkauf des alten Metalls soll als Spende dem Förderverein des Kunrauer Schwimmbades zugute kommen. So verwunderte es nicht, dass bei der Aktion auch Mitglieder des noch jungen Fördervereins mit im Einsatz waren und fleißig anpackten. Im Oktober hatte sich die Gruppe gegründet, coronabedingt war das damals in kleiner Runde geschehen. Mittlerweile ist schon die Eintragung ins Vereinsregister erfolgt. Ziel ist es, die Freizeiteinrichtung zu erhalten. Dabei will man die Stadt Klötze, die Eigentümer des Freibades ist, unterstützen.

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Es handelte sich um die erste größere Aktion, an der sich die Mitglieder des Fördervereins beteiligt hätten, sagte Christian Stottmeister, der im Vorstand für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, im Gespräch mit der Volksstimme.

Privatleute stellen Technik zur Verfügung

Und er kündigte an, dass es am kommenden Sonnabend (30. Januar) mit dem zweiten Teil eine Fortsetzung der Schrottsammlung geben solle. Die Aktion werde ebenfalls wieder in der Zeit von 9 bis 12 Uhr auf dem Osterfeuerplatz erfolgen, wie es hieß.

„Wir freuen uns, dass die Aktion so gut gelungen ist“, lautete Stottmeisters Fazit am Sonnabendmittag. An Feierabend war zu dem Zeitpunkt noch nicht zu denken. „Wir haben gut zu tun und glauben nicht, dass wir pünktlich fertig werden“, ergänzte Stottmeister. Tatsächlich kam da weiterer Nachschub auf den Platz. Mit Jannis Liebelt und Dennis Becker hätten im Vorfeld zwei Jungs mit Wurfzetteln auf die Aktion aufmerksam gemacht.

Wer wollte, konnte seinen Metallschrott direkt zum Sammelpunkt bringen. Genutzt hätten dieses Angebot nicht nur die Kunrauer, sondern auch Einwohner aus umliegenden Orten wie Steimke oder Neuferchau. Außerdem waren Helfer in kleinen Teams unterwegs, um Metallspenden einzusammeln. Große Hänger, gezogen von Treckern und Radladern, waren am Ende gut mit Schrott gefüllt. Zur Verfügung gestellt worden sei die Technik von Privatleuten, so Stottmeister. Auf dem Osterfeuerplatz blieb das Gesammelte nicht lange liegen. Ein Schrotthändler aus Celle lud alles gleich auf seinen Laster um und schaffte das Metall weg. In einem Rutsch gelang ihm das allerdings nicht.

Verein kann weitere Mitstreiter begrüßen

Aus Alu, Messing oder Guss – erhalten haben die Sammler bei der Aktion ganz unterschiedliche Gegenstände. Nur Elektroschrott war tabu. Ausgediente Fitness-Räder fanden sich ebenso auf dem Haufen wie richtige Drahtesel. Heizkörper, Fässer, Eimer, Töpfe, Backbleche, Tore und vieles andere mehr gab es zu entdecken. Selbst die alte Pumpe aus dem Schwimmbad landete mithilfe eines Radladers auf dem Laster des Schrotthändlers. Insgesamt, so die Schätzung am Mittag, könnten um die zehn Tonnen zusammengekommen sein.

Doch nicht alles war ein Fall für die Verwertung. Einige alte Schätzchen, darunter ein historischer Pflug, alte Gießkannen, Schüsseln und Geländer, wurden zur Seite gestellt und sollen als Dekoration für die Terrasse oder den Hauseingang verkauft werden. Wer Interesse daran hat, könne sich beim Förderverein melden, hieß es.

Die Gruppe konnte seit ihrer Gründung vor einigen Wochen übrigens noch viele neue Mitglieder hinzugewinnen. Waren es im Dezember rund 50, betrug die Zahl der Mitstreiter am gestrigen Montag 80. Das teilte der Vorsitzende des Vereins, Robert Liebelt, im Gespräch mit der Volksstimme mit. Während der Sammlung habe man weitere Mitgliedsanträge verteilen können.

Konkrete Pläne, welche Projekte mit dem Geld aus dem Verkauf des Metalls im Schwimmbad in Angriff genommen werden sollen, habe der Verein bislang noch nicht, teilte Christian Stottmeister mit. Vielleicht könnten Geräte für den Spielplatz oder Pflanzen zur Gestaltung des Geländes angeschafft werden, blickte er am Sonnabend voraus.