Klötze l Zu der großen Menschenschar, die sich bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates eingefunden hatte, gehörten auch Abordnungen des VfB Klötze sowie der Klötzer Grundschule. „Wie ist es um die Sanierung der Hegefeldhalle bestellt?“, wollte Stefan Lietze, Präsident des Sportvereins, wissen.

„Eine Sanierung ist vorgesehen und Bestandteil des Haushaltsplanes“, antwortete Bürgermeister Uwe Bartels. Der Haushalt werde zurzeit vorbereitet und voraussichtlich im März beschlossen. „Wir sind daran interessiert, die Maßnahme zu starten“, bekräftigte der Bürgermeister, unterließ es aber, konkrete Termine zu benennen, um nicht eines Tages darauf festgenagelt zu werden.

So schnell gab Lietze jedoch nicht auf. Er erinnerte daran, dass die Sanierung eigentlich schon 2019 in Angriff genommen werden sollte. In der festen Annahme, die Arbeiten würden am 12. Dezember beginnen, habe der VfB Klötze seinen Beitrag geleistet und die Hegefeldhalle leergeräumt. Passiert sei aber immer noch nichts.

„Ich kann nicht von heute auf morgen den Stundenplan ändern.“

Grundschulleiterin Dana Saalfeld

Uwe Bartels bestätigte, dass man gerne schon losgelegt hätte, allerdings seien bei der Planung plötzlich statische Bedenken angemeldet worden. „Darum mussten wir nachjustieren.“ Die Verzögerung sei weder die Schuld der Stadt Klötze, noch in ihrem Sinne, stellte der Bürgermeister klar.

Dana Saalfeld, Leiterin der Grundschule, wollte es konkreter haben. „Ich kann nicht von heute auf morgen den Stundenplan ändern“, erklärte sie und bat darum, spätestens vier Wochen vor Baubeginn informiert zu werden, um Absprachen mit der Sekundarschule treffen zu können, die die Hegefeldhalle ebenfalls nutzt. „Wir werden das berücksichtigen“, versprach Bartels.

In der Folge meldete sich noch eine Mutter zu Wort und bezeichnete die bisherigen Auskünfte als „nicht zufriedenstellend“. Sie brachte ihre Sorge darüber zum Ausdruck, dass der Sportunterricht längere Zeit ausfallen könnte – „Jedes Kind braucht Bewegung“ – und erwähnte, dass auch die Kitas betroffen seien. Der Bürgermeister erwiderte, dass die Halle während der Sanierung nicht für den Sportunterricht genutzt werden könnte. Allein schon aus Sicherheitsgründen. „Aber dafür haben wir ja noch die Zinnberghalle“, machte er auf die Alternative aufmerksam.

Etwas genauere Angaben machte Haupt- und Kämmereiamtsleiter Matthias Reps. Demnach werde davon ausgegangen, dass die Sanierung der Hegefeldhalle ein Jahr dauere. Mit den Schulen gebe es Gespräche, auch mit den Kitas, die bereit seien, sich während der Sanierung zurückzuziehen, weil es bei den Belegungszeiten der Zinnberghalle sonst problematisch werden könnte.

Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski (CDU) sprang der Verwaltung zur Seite und sagte, dass vor Beginn der Sanierung erst der Haushalt beschlossen und genehmigt werden müsse. Vor April werde sich in der Hegefeldhalle sicher nichts tun.

„Wir stehen voll dahinter und möchten schnell beginnen.“

Stadtrat Marco Wille (UWG)

Doch weil schon so lange auf die Baumaßnahme gewartet wird, blieben die Einwohner skeptisch. „Steht der Stadtrat noch dahinter?“, fragte Matthias Krüger. Nicht, dass es auf einmal einen Rückzieher gibt, weil die Kosten zu hoch sind. „Wir stehen voll dahinter und möchten die Baumaßnahme schnell beginnen“, hieß es von Marco Wille, Fraktionsvorsitzender der UWG. „Aber erst muss der Haushalt stehen.“ Ähnlich äußerte sich Alexander Kleine, Fraktionsvorsitzender der SPD: „Es muss unser Auftrag sein, endlich mit der Maßnahme zu beginnen.“ Dem pflichtete Heny Klipp, Vorsitzender der CDU-Fraktion, die sich erst kurz zuvor mit dem Thema befasst habe, bei. „Die Zahlen müssen auf den Tisch“, sagte er. Dann dürfe der Schul- und Vereinssport aber nicht länger blockiert werden. „Wir stehen auch voll dahinter. Klare Sache“, betonte Thomas Korell, Vorsitzender der AfD-Fraktion. Joachim Klabis, Fraktionsvorsitzender der Linken, bezog in seine Aussage auch die Zinnberghalle, wo die Kraftsportler einen Anbau erhalten sollen, mit ein. „Beide Hallen stehen im Haushaltsplan. Gehen Sie davon aus, dass beide Hallen gemacht werden.“

Tags darauf, im Gespräch mit der Volksstimme, bekräftigte auch Uwe Bartels noch einmal den Willen zur Sanierung der Hegefeldhalle. Ihm sei sehr wohl bewusst, dass vor allem der Sanitärbereich einer Erneuerung bedarf.