Schwiesau l Ein besorgter Vater meldete sich in der Volksstimme-Redaktion. „Das Gesundheitsamt des Altmarkkreises hat den Sportraum der Kita in Schwiesau gesperrt“, berichtete Jürgen Peters, Vorsitzender des Elternkuratoriums der Kita in Schwiesau. „Doch wir bekommen keine Information darüber, was dort los ist.“ Er wisse nur, dass von Mitarbeitern des Amtes vor rund vier Wochen Messungen der Feuchtigkeit und der Feinstaubbelastung vorgenommen worden seien. Lediglich die Reaktion auf das Ergebnis bekam er als Vater eines Kindes, das ebenfalls in der Kita betreut wird, mit: Der Sportraum ist dicht. Und auch das erfuhr er zuerst von anderen Eltern per WhatsApp.

„Die Eltern sollten Decken, Schlafsäcke und anderes, das im Sportraum benutzt wurde, zuhause waschen, weil die Stadt das nicht bewältigen kann“, schilderte der besorgte Vater das weitere Geschehen.

Ahnung der Eltern hat sich bewahrheitet

Dass etwas in dem Kita-Gebäude nicht in Ordnung sei, hätten die Eltern schon länger vermutet. „Wir vom Kuratorium haben deshalb in Elternversammlungen und bei der Stadt angeregt, dass solche Messungen einmal durchgeführt werden“, sagte Jürgen Peters. Von der Stadt habe es keine Reaktion dazu gegeben. „Wir Eltern sind besorgt, weil wir nichts von der Stadt und vom Gesundheitsamt erfahren“, betonte der Vorsitzende.

Die Stadt hatte jedoch die Untersuchungen des Amtes in der Kita in Auftrag gegeben, bestätigte am Donnerstag Bürgermeister Uwe Bartels auf Nachfrage der Volksstimme. „Wir wollten der Sache wegen der Diskussionen auf den Grund gehen. Festgestellt wurde, dass es im Sportraum zu Sporenbildung gekommen ist“, nannte er das Ergebnis. Ursache dafür sei die Feuchtigkeit in den Wänden. Derzeit prüfe die Stadt, was machbar sei, um dem Abhilfe zu schaffen.

Das Problem: In Schwiesau soll nach wie vor eine neue Kita in Containerbauweise entstehen. „In Absprache mit dem Jugendamt laufen dafür die Planungen“, erläuterte Uwe Bartels. Das aber ist der Grund dafür, dass sich größere Investitionen in den gesperrten Sportraum nicht mehr lohnen würden. Geprüft werde deshalb auch, ob es preiswerte Alternativen gibt.

Dorfgemeinschaftshaus als Übergang

Bis zu einer Lösung müssten die Kinder anderswo Sport treiben, sagte Uwe Bartels: „Es gibt genügend andere Räume in der Kita dafür. Wenn Interesse besteht, kann auch das Dorfgemeinschaftshaus, der Fuchsbau, für den Sport der Kinder genutzt werden.“

Auch das Gesundheitsamt des Altmarkkreises bestätigte auf Nachfrage der Volksstimme die Misere in Schwiesau. „Der Sportraum ist aufgrund einer erhöhten Schimmelpilzkonzentration in der Raumluft nicht zu nutzen“, informierte Kreissprecherin Birgit Eurich. Die Messung durch das Landesamt für Verbraucherschutz erfolgte am 8. November, das Ergebnis ist dem Kreis-Gesundheitsamt telefonisch am 22. November mitgeteilt worden. Am selben Tag ist die Stadt über das Ergebnis informiert worden. Weil bei einer erhöhten Konzentration an Schimmelpilzsporen in der Luft eine Gesundheitsgefahr nicht ausgeschlossen werden kann, handelte das Amt sofort und sperrte den Sportraum.

Um den Raum aber wieder gefahrlos nutzbar zu machen, ist laut Gesundheitsamt eine fachgerechte Sanierung erforderlich, auch um die Ursache zu finden und zu beseitigen. Zuständig dafür ist der Rechtsträger, also die Stadt Klötze.