Kusey/Bengtsfors l Ende Juni 2018 war es so weit: Zwei Bullis sind am Evangelischen Landjugendzentrum mit allerlei Outdoor-Utensilien und Zelten beladen worden. Die Jugendlichen machten sich mit ihren Betreuern auf den Weg in Richtung Schweden. „Ziel war die Kleinstadt Bengtsfors“, berichtete Gemeindepädagogin Birgit Timme im Gespräch mit der Volksstimme. Dort bekamen die Kuseyer ihre Kanus und verbrachten eine Nacht.

Nach einem ausgiebigen Kenter-Training sind am nächsten Tag die Boote mit Lebensmitteln und der erforderlichen Ausrüstung in wasserdichten Behältern beladen worden. Zehn Tage gingen die Altmärker nun getrennt in zwei Gruppen auf Tour.

„Wir paddelten von Insel zu Insel“, erläuterte die Gemeindepädagogin. Nach der atemberaubenden Natur tagsüber kam abends regelmäßig der gemütliche Teil. „Jeden Abend Zelte aufbauen, gemeinsam kochen, am Lagerfeuer singen“, zählte Birgit Timme auf.

Und weil in Schweden im Sommer die Sonne in weiten Teilen nicht oder nicht vollständig untergeht, erlebten die 12- bis 18-Jährigen noch einige Überraschungen. „Wir konnten baden bis Mitternacht, weil wir nicht weit vom Midsomar entfernt waren“, erklärte Birgit Timme. Es war noch immer so hell, dass draußen bis 22.30 Uhr gelesen werden konnte. „Die ganze Zeit wird es nicht richtig dunkel dort, und um 3 Uhrwird es schon wieder heller“, berichtete Birgit Timme.

Um 11 Uhr in See gestochen

Da Jugendliche in den Ferien nicht gerne früh aufstehen, ist das Frühstück moderat auf 9 Uhr festgelegt worden. Danach mussten die Zelte abgebaut, die Sachen verpackt und musste alles auf den Kanus verstaut werden. Um 11 Uhr war jeden Tag Ablegen angesagt.

Allerdings war es auch in Schweden kaum kälter als in der heimatlichen Altmark. Auch dort herrschten sehr hohe Temperaturen, was den Tagesablauf stark beeinflusste. „Gepaddelt wurde bis 16 Uhr, aber wir legten viele Badepausen ein, weil es zu heiß war“, beschrieb die Gemeindepädagogin.

Ein Vorteil war jedoch, dass kaum ein Lüftchen wehte. „Dadurch schafften wir zehn bis 15 Kiliometer am Tag. Das ist sonst nicht möglich“, erklärte sie. 2017 erlebten die Mitfahrer dagegen Wind, Hagel und Sturm, weshalb sie insgesamt nur 40 Kilometer zurücklegen konnten. Weil das nächste Geschäft weit weg war, ging ihnen sogar das Essen aus.

Bei ihrer Rundtour haben sich die beiden Gruppen fast nie getroffen. Abends gab es nach dem warmen Essen, frisch gekocht oder aus der Büchse, Spiele und Lagerfeuer. „Das war das Schönste, sagte Birgit Timme.

Sie kündigte bereits jetzt an, dass es im kommenden Jahr eine erneute Schweden-Tour geplant werde. Informationen zu der Fahrt 2019 gibt es über einen Flyer, direkt im Evangelischen Landjugendzentrum in Kusey oder über die Handy-Nummer 0172/566 14 92.